Freibäder im Leintal und Zabergäu im Notbetrieb

Leintal/Zabergäu  Einige Kommunen im Leintal und Zabergäu planen, ab 15. Juni die Freibäder und Badestellen zu öffnen. Es wird aber eingeschränkte Badezeiten und eine Begrenzung der Gästezahl geben.

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Eine Badesaison wie in der Vergangenheit wird es 2020 nicht geben. In diesem Jahr müssen sich die Besucher auf viele Einschränkungen einstellen.

Foto: Archiv/Sawatzki

Die Corona-bedingten Vorgaben des Landes, die die Kommunen umsetzen müssen, um ihre Freibäder zu öffnen, sind anspruchsvoll. Mindestabstände und Hygieneregeln müssen rund um die Einrichtungen gewährleistet werden. An den Ein- und Ausgängen, in den sanitären Anlagen, in den Becken und auf den Liegeflächen.

Die Stadt Leingarten hat deshalb auf ihrer Homepage die Einwohner auf diese schwierige Lage aufmerksam gemacht. Es gelte, die gesetzlichen Vorgaben unter Ausnutzung eines Ermessensspielraums umzusetzen. "Wir sind dabei Erfüllungsgehilfe des Landes und kommunaler Dienstleister in einer Behörde", heißt es dort. "Die diesjährige Badesaison ist lediglich ein eingeschränkter Notbetrieb", sagt Bürgermeister Ralf Steinbrenner.

Vorgaben lassen auf sich warten

Zwar durften die Freibäder bereits seit dem vergangenen Samstag grundsätzlich ihre Tore öffnen, aber die konkreten Vorgaben ließen noch bis zum vergangenen Wochenende auf sich warten. Zu kurzfristig für die Städte und Gemeinden, die einen Vorlauf brauchen. Mehrere Kommunen im Landkreis Heilbronn planen daher, den Badebetrieb ab kommendem Montag, 15. Juni, zu öffnen.

Leingarten bietet vier Zeitfenster an. Zwei Schwimmerzeiten von 8 bis 9 Uhr und von 9.15 bis 10.15 Uhr. Hier haben maximal 50 Personen Zugang ins Freibad und Wasserbecken. Anschließend stehen zwei Familienzeiten von 11 bis 15 Uhr und von 16 bis 20 Uhr zur Verfügung. Hier dürfen höchstens 300 Personen ins Bad und Becken, davon bis zu 75 Menschen gleichzeitig ins Wasser sowie acht Kinder gleichzeitig in die Kinderbecken. Die Duschen bleiben geschlossen, der Gastronomiebereich ist lediglich zeitweise geöffnet. Nach der Badezeit soll das Bad, das dann gereinigt wird, zügig verlassen werden.

Alternative zur kompletten Schließung

Freibäder im Notbetrieb

Das Wasser ist eingelassen, letzte Reinigungarbeiten stehen noch an: Am Montag soll im Leingartener Freibad wieder Betrieb herrschen, allerdings müssen dabei viele Regeln beachtet werden.

Foto: Mario Berger

"Wir sind trotzdem froh, eine Alternative zur kompletten Schließung anbieten zu können", sagt Ralf Steinbrenner. Aufgrund der vorgeschriebenen Datenerfassung aller Besucher könne kein Eintrittskartenverkauf am Eingangsbereich ermöglicht werden. Diese gibt es für die Schwimmerzeiten als Dauerkarte im Rathaus. Die Familienkarten sind Zeitkarten und über das Internet zu erhalten. Diese Regelungen seien weder für den Gemeinderat noch für die Besucher besonders bürgerfreundlich. "Aber die geltenden Vorgaben lassen kein anderes Betriebskonzept zu", erklärt die Stadt.

In Schwaigern gibt es drei Zeitfenster: 8 bis 11 Uhr, 12 bis 15 Uhr und 16 bis 19 Uhr. Für die Frühschicht steht ein Kontingent von 50 Saisonkarten zur Verfügung, die personenbezogen und im Bürgerbüro erhältlich sind. Die Besucher der Mittags- und Abendschicht können Zeitkarten über ein Online-Ticketingsystem erwerben. Maximal dürfen 30 Personen gleichzeitig ins Schwimmerbecken, 60 ins NichtSchwimmerbecken und insgesamt 300 gleichzeitig im Freibad sein. Schwaigern will am 15. Juni die Tore öffnen. "Wir bedauern diese sehr einschränkenden Rahmenbedingungen", sagt Bürgermeisterin Sabine Rotermund.

Online-Ticketsystem

Wann das Freibad Ulrichsheide in Lauffen öffnet, ist noch nicht ganz klar. "Der genaue Öffnungstermin kann erst nach Umsetzung des Online-Ticketsystems und der weiteren Maßnahmen mitgeteilt werden", heißt es seitens der Stadt. Derzeit werden die Becken für den Betrieb vorbereitet. Parallel dazu wird ein Hygienekonzept erarbeitet und die Plattform für die Online-Buchung der Eintrittskarten eingerichtet. Das Bad wird voraussichtlich täglich an drei Zeitkorridoren für Besucher öffnen. Der Besuch ist jeweils mit Einzelkarten möglich. Unterstützung für die Online-Buchung der Tickets wird es im Bürgerbüro geben.

"Wir werden es bis Montag nicht schaffen", sagt Nordheims Bürgermeister Volker Schiek. Dort wird das Freibad wohl erst am Freitag, 19. Juni, öffnen. Es hakt derzeit noch am zusätzlich bereitzustellenden Personal. Folgende drei Zeitfenster zeichnen sich in Nordheim ab: 9 bis 11 Uhr für 100 maximal Frühschwimmer, 12 bis 17 Uhr für höchstens 300 Personen und 18 bis 20 Uhr für 100 Menschen.

Noch geschlossen

Das Freibad in Güglingen öffnet seine Pforten nicht vor dem 29. Juni. Das sagte Hauptamtsleiterin Sandra Koch auf Anfrage unserer Zeitung. Zwar sei das Bad ausgewintert und die Becken bereit. Entsprechend hatte Bürgermeister Ulrich Heckmann bereits im Mai gesagt, das die Stadt Gewehr bei Fuß stehe. Eine Öffnung bereits am Montag, 15. Juni, scheitere aber an den Auflagen und Vorschriften der Corona-Verordnung des Landes. Knackpunkt hierbei ist das Hygienekonzept und die vorbereitenden Maßnahmen. "Das schaffen wir nicht bis nächste Woche", sagt Sandra Koch.


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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