Wolfgang Kretschmann für 40 Jahre als Ratsmitglied geehrt

Leingarten  Er ist seit fast 40 Jahren im Gemeinderat tätig und hat die Entwicklung von Leingarten mitgeprägt. Die Rede ist von SPD-Stadtrat Wolfgang Kretschmann. Für seinen langjährigen Einsatz und die damit verbundene kommunalpolitische Arbeit wurde der 70-Jährige nun ausgezeichnet.

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Bürgermeister Ralf Steinbrenner (links) überreichte Wolfgang Kretschmann Ehrenurkunde, Stele und Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg.

Foto: Kostner

700 Sitzungen, 2000 Stunden: Geschätzt 83 Tage seiner Lebenszeit hat Wolfgang Kretschmann (70) laut Bürgermeister Ralf Steinbrenner im Leingartener Gemeinderat verbracht. Unzählige weitere Termine nicht dazugerechnet.

Den SPD-Stadtrat für 40 Jahre kommunalpolitische Arbeit im Namen des Gemeindetags mit Ehrenurkunde, Stele und Ehrennadel würdigen zu dürfen, machte den Rathauschef "ein bisschen stolz". Selbst 30 Jahre an verschiedenen Wirkungsstätten im "kommualpolitischen Business" habe er so eine Auszeichnung noch nirgends erlebt, so Steinbrenner.

Sich nie verbogen

Seit 22. Juni 1980 ununterbrochen im Rat, als Mitglied zahlreicher Ausschüsse und als SPD-Fraktionsvorsitzender, sei Wolfgang Kretschmann immer ein "kritischer Geist und Aktivposten" gewesen. "Sie haben sich nie verbogen. Auch wenn es unangenehm wurde, blieben Sie Ihrer Überzeugung treu, scheuten die politische Auseinandersetzung nicht. Und waren trotzdem stets darum bemüht, einen Weg zu finden, der für alle tragbar ist", erklärte Steinbrenner.

Wer vier Jahrzehnte die Politik vor Ort mit geprägt habe, kenne wie kein Zweiter alle Seiten der Kommunalpolitik. Lang ist die Liste der Entscheidungen, die Kretschmann mitgetragen hat und die dazu geführt haben, dass Leingarten zu einer prosperierenden Kommune wurde: Von der Erschließung mehrerer Wohngebiete über den Ausbau der Ortsdurchfahrt Schluchtern, den Bau von Kindergärten, die Einführung der Stadtbahnlinie 4, den Bau des Kulturgebäudes bis hin zum Beschluss für das neue Hallenbad.

"Krisenerfahren" 

"Seit 2020 sind wir Stadt, dann kam Corona und unser Festjahr löst sich im Nichts auf", blickte Steinbrenner auf die aktuellste Entwicklung. "Sie sind krisenerfahren, aber dies ist sicher die schwerste Krise."

Mit Karl Valentins Worten "Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von mir", bedankte sich Kretschmann für die Auszeichnung. "Leider sind sechs Menschen schon nicht mehr unter uns, die mit mir gearbeitet haben. Da merkt man, dass doch 40 Jahre vergangen sind", fügte er etwas wehmütig hinzu.

Konstruktive Zusammenarbeit

Für die konstruktive Zusammenarbeit bedankten sich die Fraktionsvorsitzenden Thomas Landesvatter (CDU) und Gernot Hagen (FWV) bei "Wolle" Kretschmann. "Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren", ergänzte Landesvatter. "Du hast Dich immer ruhig und sachlich eingebracht", schloss sich Brigitte Wolf (Grüne) ihren Vorrednern an. "Aber ein Kampf war die kommunalpolitische Arbeit trotzdem." Felix Riecker (Liste 19) zollte Kretschmann Respekt: "Immer wieder das Vertrauen der Bevölkerung zu bekommen, darauf darf man stolz sein."


Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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