Ausgefallene Skifreizeit im März sorgt bei Eltern für Verdruss

Güglingen  Die Vorfreude war groß. Denn für 24 Siebtklässler der Güglinger Realschüler sollte es am 15. März für fünf Tage ins Skischullandheim auf den Feldberg gehen. Die Eltern hatten die Beiträge von jeweils 380 Euro bezahlt. Corona machte auch diesem Vorhaben ein Ende.

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Corona hat vielen Schulen auch bei den Ausfahrten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Erstattung der Kosten lässt mitunter auf sich warten.

Foto: Archiv/HSt

Die Vorfreude war groß. Denn für 24 Siebtklässler der Güglinger Realschüler sollte es am 15. März für fünf Tage ins Skischullandheim auf den Feldberg gehen. Die Eltern hatten die Beiträge von jeweils 380 Euro bezahlt. Corona machte auch diesem Vorhaben ein Ende. Seitdem warten Eltern und Schule auf eine Erstattung der Kosten vom Regierungspräsidium (RP) in Stuttgart.

Schulleiter hat Antrag schnellstmöglich gestellt

Woran es liegt, dass die Güglinger so lange auf das Geld warten müssen, kann Franziska Hessenauer nicht sagen. Ihre Tochter besucht die siebte Klasse der Realschule. Sie selbst ist Gesamtelternbeiratsvorsitzende in der Nachbarstadt Brackenheim. Schulleiter Klaus Pfeil berichtet, er habe den Antrag auf Kostenerstattung schnellst möglich dem Regierungspräsidium in Stuttgart zukommen lassen. Nämlich am 20. März. "Seitdem dümpelt das vor sich hin", sagt Pfeil.

Für Franziska Hessenauer steht fest:. "Dass man hier vom Land so stehen gelassen wird, ist eine Schweinerei." Zwar hätten sich die Eltern mehrfach ans Kultursministerium gewandt. "Eine vernünftige Antwort hat es nie gegeben", sagt sie. Vielmehr den Hinweis, dass es umso länger dauere, je öfter die Eltern nachfragten.

380 Euro sind kein Pappenstiel, findet Franziska Hessenauer. Umso mehr, als mehrere Eltern wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit seien. "Manche haben ihre Arbeit auch verloren." Selbst die Schule bekomme keine Information. Was die Schulen in Brackenheim betrifft, kenne sie als Gesamtelternbeiratsvorsitzende keinen ähnlichen Fall.

Andere ausgefallene Ausfahrten sind längst bezahlt

Auch Klaus Pfeil kann sich aus der Sachen keinen Reim machen. "Ich habe mehrfach nachgefragt", sagt der Schulleiter. Antwort: Es gebe rechtliche Probleme. "Welche das sind, hat man uns nicht gesagt." Andere Klassen in der Schule hätten auch Ausfahrten geplant gehabt, die wegen Corona ins Wasser gefallen seien. Unter anderem nach Berlin. "Wir haben die Reisen storniert. Die Stornokosten von zusammen rund 500 Euro habe das Land längst erstattet. Warum es mit dem Geld für die Skifreizeit so lange dauert, könne er nicht beantworten.

Regierungspräsidium prüft Reiseunterlagen

Auf Anfrage unserer Zeitung beim Regierungspräsidium heißt es, jeder Antrag erfordere eine sorgfältige Prüfung der Reiseunterlagen. "Im Zusammenhang mit der Erstattung von Stornierungskosten für abgesagte außerunterrichtliche Veranstaltungen sind im Bezirk des Regierungspräsidiums Stuttgart rund 4000 Erstattungsanträge von Schulen eingegangen." Rund 90 Prozent seien bearbeitet und bereits ausbezahlt worden.

Wie die Sprecherin des RP ausführte, sei der Antrag der Realschule Güglingen für eine Skifreizeit der Klassenstufe 7 bereits bearbeitet. Das Geld sei Anfang dieses Monats ausgezahlt worden. Bei den Eltern ist das Geld offenbar noch immer nicht angekommen. "Wir hoffen, dass jetzt alles gut über die Bühne geht und wir das Geld bekommen", sagt Franziska Hessenauer. "Es bleibt auf jeden Fall der Ärger und ein bitterer Beigeschmack."


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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