Unternehmer Günter Hofstetter stirbt mit 83 Jahren

Schwaigern  Einst machte sich der Werkzeugmeister Günter Hofstetter in seiner Garage selbstständig, später entstand daraus ein erfolgreiches Unternehmen. Der umtriebige Schwaigerner engagierte sich in zahlreichen Projekten für seinen Heimatort und dessen Menschen.

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Unternehmer Günter Hofstetter am Bedienpult einer Fräsmaschine. Der Firmengründer aus Schwaigern im November 2017 kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Foto: Archiv/Römer

Das Leben hat es nicht immer gut mit Günter Hofstetter gemeint. Harte Zeiten musste der bodenständige Schwaigerner in jungen Jahren bestehen - ebenso wie in seinen letzten. Doch mittendrin, in der größten Schaffensphase, hat er viel geleistet, Verantwortung übernommen und auch Dankbarkeit empfunden. "Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich achtzig werde, und bin sehr froh, dass Gott mir dabei behilflich ist", sagte er im November 2017, im Gespräch mit der Stimme. Am 1. Juni starb der Schwaigerner Unternehmer mit 83 Jahren. Nur eine Woche später, einen Tag nach seiner Beerdigung, starb nun auch seine Frau Heidelinde.

Es begann in einer kleinen Garage

Mit 16-stündigen Arbeitstagen begann der Werkzeugmeister bei seiner dritten Stelle, der Firma Gessmann in Großgartach, fühlte sich dort nicht gewürdigt und machte sich 1966 in Schwaigern in einer kleinen Garage selbstständig. Er spezialisierte sich auf Präzisions-Metallbearbeitung. In Flugzeugen, Raketen und Formel-1-Rennwagen fanden sich die Produkte der Firma Hofstetter. Die Firma wuchs rasch, und auch die Mitarbeiterzahl nahm schnell zu. Auf dem Höhepunkt hatte das Unternehmen 158 Angestellte. 2017 waren es noch 100. Die Finanzkrise hatte die Firma belastet und gebeutelt. Hofstetter wollte weder Mitarbeitern kündigen, noch sie in Kurzarbeit schicken. 2005 stieg seine Tochter Martina Hofstetter-Mirlieb als Geschäftsführerin ein. Im Sommer 2020 musste die Firma Insolvenz anmelden, die verbliebenen 70 Mitarbeiter wurden von dem Wormser Investor Vangionen Capital übernommen.

Gründungsmitglied des Stadtkirche-Fördervereins

Der gläubige Günter Hofstetter war dem Förderverein Evangelische Stadtkirche Schwaigern nicht nur tief verbunden, sondern 2007 auch gemeinsam mit Peter Weiß und Werner Boger Gründungsmitglied. Viel Geld steckte Hofstetter in die Sanierungen der Stadtkirche. "Günter Hofstetter hatte viele Projekte, aber die Stadtkirche war sein wichtigstes", sagt sein langjähriger Begleiter Peter Weiß.

2015 zog sich das Trio altersbedingt geschlossen aus dem Vorstand zurück und übergab ihn in jüngere Hände. "Günter Hofstetter hat auch ideell geholfen, Kontakte hergestellt und das Karl-Wagenplast-Museum finanziell unterstützt", sagt die langjährige Begleiterin im Förderverein, Irene Reményi.

2011 gründeten Hofstetter und seine zuletzt bettlägerige Frau die "Heidelinde-und-Günter-Hofstetter-Stiftung". Die Stiftung unterstützt Vereine und Einrichtungen wie die Suchtkrankenhilfe Schwaigern oder die Familienherberge Lebensweg in Illingen-Schützingen. Auch die Schwaigerner Kindergärten profitieren von den Zuwendungen. "Dies alles wird in bester Erinnerung bleiben", ist Irene Reményi überzeugt. Selbst in seiner letzten Lebensphase wollte Günter Hofstetter initiativ bleiben: "Er hat immer noch Pläne gehabt", sagt Peter Weiß. "Wir sind sehr dankbar für sein Engagement, und dass Günter Hofstetter durch seine Stiftung viele gemeinnützige Einrichtungen unterstützt hat", sagt Bürgermeisterin Sabine Rotermund.


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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