Zusätzliches Werk steht in der Kritik

Massenbachhausen  Umstrittene Gewerbegebietspläne: Endurance Amann will für 25 Millionen Euro ein neues Werk in Massenbachhausen errichten. Anwohner erfreut das nicht gerade. Der Geschäftsführer kündigt eine Info-Veranstaltung an.

Von Simon Gajer

Weitere Gießerei steht in der Kritik

Das bisherige Werk bliebe auch mit Neubau in Betrieb.

 

Der Gemeinderat überlegt, das Gewerbegebiet Fronäcker zu erschließen. Auf den Weg gebracht hat das Massenbachhausener Gremium das Projekt noch nicht. Anwohner der Jahnstraße wehren sich dagegen. Sie fürchten mehr Verkehr.

In der Kritik steht auch, dass der ansässige Automobilzulieferer Endurance Amann dort ein weiteres Werk errichten will. Von giftigen Dämpfen und Lärm war im Ort bereits die Rede.

Dem Unternehmen ist eine gute Nachbarschaft wichtig. Geschäftsführer Rinze Dijkstra betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass Endurance Amann sich nicht hinter den gültigen Grenzwerten verstecken wolle. Das bringe ohnehin nichts, sondern führe nur zu noch mehr Frust bei den Anwohnern. Er wolle die Sorgen der Anwohner aufnehmen.

"Das, was ich dann umsetzen kann, das mache ich", verspricht der Niederländer, der seit gut fünf Wochen die Firma leitet. "Wir müssen miteinander leben können." Rinze Dijkstra kündigt zudem eine Info-Veranstaltung an, die Endurance Amann mit der Gemeindeverwaltung plane.

Neue Straße soll Entlastung bringen

Weitere Gießerei steht in der Kritik

Endurance Amann beschäftigt in Massenbachhausen 240 eigene Mitarbeiter, hinzu kommen 30 bis 40 Leiharbeiter. Die Firma will in einem neuen Gewerbegebiet ein weiteres Werk errichten.

Fotos: Simon Gajer

 

Der Chef kennt die Befürchtungen der Anwohner. Da seien Laster, die schon jetzt in der Jahnstraße unterwegs sind. Rinze Dijkstra setzt auf eine Idee: Wie der Gemeinderat hofft er, dass das Gewerbegebiet über eine neue Straße an die wichtige Verbindung Gemmingen−Massenbachhausen angebunden wird. Das soll die Jahnstraße entlasten.

Die Kritiker stören sich an der geplanten Gießerei. Sie fürchten Dreck. "Wir arbeiten mit flüssigem Aluminium", gibt Geschäftsführer Dijkstra zu. Er blickt dabei aus seinem Büro auf den aktuellen Standort in der Jahnstraße: Damit werde aber auch schon jetzt hier gearbeitet. Grenzwerte würden an diesem Werk eingehalten. Und das gelte erst Recht für den geplanten Bau, der nach dem neuesten Stand der Technik und nach neuen Vorgaben errichtet würde. "Es wird dort sauberer sein als hier", kündigt er an. "Und auch schon hier ist es sauber." Allein bei den Absaughauben mit Filtern rechnet er mit Investitionskosten in einer Größenordnung von 125.000 Euro − pro Stück.

Enger mit Autohersteller zusammenarbeiten

Die Erweiterung ist für Endurance Amann wichtig. "Wir müssen wachsen", sagt der Geschäftsführer. Sicher, sagt er: Einen Neubau müsse es nicht in Massenbachhausen geben, aber hier habe das Unternehmen seine Wurzeln. Endurance Amann, das zurzeit unter anderem Getriebegehäuse und Ölwannen herstellt, will sich neu ausrichten. "Die Welt in zehn Jahren sieht anders aus − auch in der Welt der Zulieferer." Die Firma will als sogenannter Entwicklungslieferant enger mit den großen Autohersteller zusammenarbeiten. Außerdem will sich das Druckguss-Unternehmen auch im sogenannten Strukturguss einen Namen machen. Für diese Anlagen fehle am aktuellen Werk der Platz. Sollte die neue Gießerei im Gewerbegebiet Fronäcker tatsächlich kommen, blieben die alten Anlagen aber erst einmal in Betrieb.

Rinze Dijkstra hofft, spätestens in einem halben Jahr zu wissen, wie es in Massenbachhausen mit den Plänen weitergeht. Wenn nicht? "Dann überlegen wir, was wir tun." Endurance Amann beschäftigt im Ort 240 eigene Mitarbeiter sowie 30 bis 40 Leiharbeiter. Mit dem Neubau kämen 100 bis 120 Stellen hinzu. "Damit können wir hier die Arbeitsplätze sichern."