Welche Profilfächer weiterführende Schulen im Zabergäu anbieten

Region  Wohin nach Klasse vier? Vor dieser Frage stehen auch in diesem Jahr wieder viele Eltern. Für die Städte und Gemeinden sind die Schulen ein wichtiger Standortfaktor - allerdings auch ein kostenintensiver.

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Vom Schulgarten über Musik bis zur Robotik: Wie die weiterführenden Schulen im Zabergäu mit verschiedenen Profilen um die Schüler werben.

Beim Tag der offenen Tür stellt die Kurt-von-Marval-Schule Nordheim vor, was sie in Sachen Informatik und Robotik anbietet.

Foto: Archiv/Seidel

Wohin nach Klasse vier? Vor dieser Frage stehen auch in diesem Jahr wieder viele Eltern. Für die Städte und Gemeinden sind die Schulen ein wichtiger Standortfaktor - allerdings auch ein kostenintensiver.

Die Hölderlin-Realschule Lauffen zeichnet vor allem ihr bilingualer Zug aus. In Klasse fünf und sechs unterrichten die Lehrer mit einem speziellen Europa-Lehramt-Studium alle Kinder in Geografie und Kunst auf Englisch. Ab Klasse sieben können dann maximal 30 Kinder diesen Zug durchgängig bis zur Klasse zehn belegen. "Die Nachfrage ist groß", sagt die neue Rektorin Monika Germann. 40 bis 50 Anfragen gebe es für den bilingualen Zug. Mit 668 Schülern ist die Realschule übrigens die größte Bildungseinrichtung in der Stadt.

Einen Überblick über alle Schulen rund um Heilbronn bietet der große Stimme-Schulatlas. Dort finden Eltern auch alle Infos zu den Infotagen und können die Schulen nach Schularten oder Orten filtern.

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Konzerte und Musicals

Die Schwerpunkte des Hölderlin-Gymnasiums Lauffen liegen im musikalisch-künstlerischen Bereich. Es gibt neun Musik-AGs sowie eine Unterstufen und eine Oberstufen-AG mit regelmäßigen Aufführungen beziehungsweise Konzerten oder Musicals sowie eine Streicherklasse in Klasse fünf und sechs. Darüber hinaus ist seit 2018 jedes Klassenzimmer mit einem Multifunktionsschreibtisch, WLAN, Dokumentenkamera und Beamer ausgestattet.

Nähe zwischen Schülern und Lehrern

"Die Nähe zum Schüler ist unsere Stärke", sagt Christian Müller, Rektor der Hölderlin-Werkrealschule Lauffen. Mit 140 Schülern und 22 Lehrern ist sie zwar nur eine kleine Einheit, die daher aber einen engen Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden pflegt. Im Vergleich zu den Nachbarkommunen hat Lauffen an der Werkrealschule festgehalten. "Unsere Schülerzahlen steigen langsam an", sagt Müller, und spürt, "dass die Eltern merken, dass wir hier gute Arbeit leisten". Während die Schule größtenteils einzügig ist, ist die derzeitige fünfte Klasse zweizügig.

Gymnasium wird auf Vordermann gebracht

Der Westbau des Zabergäu-Gymnasiums in Brackenheim wird zwar im Moment umfassend renoviert und modernisiert. Der Unterricht an der Schule laufe aber problemlos ab, betont der stellvertretende Schulleiter Bernhard Gärttner. Ab dem kommenden Jahr ist das Gymnasium dann auf dem neuesten Stand. Die Schule ist naturwissenschaftlich ausgerichtet, dazu kommt der Schwerpunkt Informatik. Die dritte Fremdsprache ist in der Einrichtung von jeher Spanisch. Mit den Streicherklassen in Klasse sechs und fünf macht das Zabergäu-Gymnasium auch ein musisches Angebot. Derzeit sind die Klassenstufen in der Regel dreizügig.

Vom Backen bis zum Erste-Hilfe-Club

Auf eine Reihe von Zusatzangeboten kann die Theodor-Heuss-Schule in Brackenheim verweisen. Clubs nennt die Gemeinschaftsschule diese Arbeitsgemeinschaften. Die Palette dieser rund 20 Angebote reicht von Sport über Backen bis hin zum Schulgarten. Einen Erste-Hilfe-Club gibt es ebenso wie einen Fair-Trade-Club. Seit Herbst ist die THS ausgezeichnete Fair-Trade-Schule. "Wir wollen für dieses Thema Sensibilität im Unterricht schaffen", sagt Belinde Schimmel-Hack. Die Klassenstufen sind bis Klasse neun konstant zweizügig.

Leistungswillige Schüler im Fokus

Den Blick auf leistungsstärkere und -willigere Schüler richten, das hat sich die Realschule in Güglingen auf die Fahnen geschrieben. Neben dem Robert-Mayer-Gymnasium in Heilbronn ist die Realschule die einzige weiterführende Schule im Raum Heilbronn, die sich am Lemas-Programm des Bundes beteiligt. Lemas steht für Leistung macht Schule. Die Realschule ist durchgängig vierzügig. Eine ihrer Stärken ist laut Schulleiter Klaus Pfeil, dass sie Schüler fit machten für qualifizierte Facharbeiterberufe, aber gleichzeitig auch das Fundament legten für berufliche Gymnasien.

Gezielte Förderung im Unterricht

Mit etwas mehr als 400 Schülern ist die Katharina-Kepler-Werkrealschule in Güglingen eine überschaubare Einrichtung. Die Klassengrößen liegen im Durchschnitt bei rund 20 Schülern. Das ermöglicht laut Schulleiterin Dr. Annegret Doll eine gezielte Förderung im Unterricht. Stunden seien mitunter doppelt besetzt. Dabei steht dem Lehrer eine pädagogische Assistentin zur Seite. Klassenstufen sind überwiegend zweizügig.

Nach den schlechten Anmeldzahlen vor zwei und vor drei Jahren hat sich die Lage in der Kurt-von-Marval-Schule in Nordheim entspannt. Aktuell besuchen 27 Schüler die Klasse fünf. Die Gemeinschaftsschule hat sich Medienbildung und -erziehung auf die Fahnen geschrieben. Einen Schwerpunkt legt die Schule außerdem auf Informatik und Robotik, erklärt Schulleiterin Antonia Andrikopoulos-Freucht.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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