Tricks und Kniffe von einem, der die Bayern-Spieler fit macht

Massenbachhausen  Lucas Kruel, der in seinem Fitnessstudio Stars von Bayern München fit macht, trainiert mit den Fußballschülern des SV Massenbachhausen. Dabei lernen die Jungs der F- und E-Jugend wie man Futsal spielt - eine Variante des Hallenfußballs.

Von Andreas Zwingmann
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Tricks und Kniffe vom Profi-Coach

Die Jungs des SVM holten sich beim Workshop in Massenbachhausen Tipps von Fitness-Profi Lucas Kruel, der auch Stars des FC Bayern betreut.

Foto: Andreas Zwingmann

Alexander scheint von der Aufgabenstellung etwas überrascht: "Warum müssen wir uns denn jetzt unbedingt hinsetzen bis wir dran sind?" Lucas Kruel ist um die passende Antwort nicht verlegen: "Die Brasilianer sind ein bisschen faul, weißt du? Wenn sie auf etwas warten müssen, dann stehen sie nicht lange rum, sondern machen es sich bequem", erklärt er grinsend. Kruel darf das sagen: Er ist schließlich selbst Brasilianer.

Weltreisender in Sachen Sport und Fitness

Allerdings ist der smarte 29-Jährige eher der Gegenbeweis für dieses - nicht ganz ernst gemeinte - Vorurteil. Lucas Silveira Kruel ist vielmehr ein Weltreisender in Sachen Sport und Fitness. Gerade erst vom Verwandtenbesuch in Australien zurückgekehrt, pendelt er täglich zwischen seinen Wohn- und Arbeitsorten München und Regensburg, wo er die erste Mannschaft der Futsal-Abteilung beim SV Jahn trainiert. Ehe es demnächst in die USA geht, um dort die internationale Variante des Hallenfußballs zu fördern, tourt er aktuell durch den Südwesten und trainiert hier mit Nachwuchskickern.

Hauptberuflich ist Kruel Fitnesstrainer, in seinem Münchner Studio gehen einige Starfußballer des FC Bayern ein und aus - unter anderem Mittelfeldspieler Thiago.

Jahrelange Freundschaft mit Douglas Costa

Mit dem brasilianischen Nationalspieler Douglas Costa, aktuell in Diensten von Juventus Turin, verbindet ihn eine jahrelange Freundschaft. Sie kennen sich, seit er 14 Jahre alt ist, haben in der Heimat zusammen Futsal gespielt, jenes schnelle und technisch anspruchsvolle Spiel, "über das in Brasilien fast alle Jungs zum Fußball kommen", wie Kruel erklärt. "Futsal ist meine große Liebe, das will ich anderen weitergeben", beschreibt er seine Motivation. Und deshalb ist der Experte auch in die Gemeindehalle nach Massenbachhausen gekommen.

Den Kontakt hat David Menner hergestellt. "Ich habe ihn mal in einem Film über Douglas Costa gesehen. Seitdem beobachte ich auf Instagram, was Lucas so macht, und finde das toll", sagt der Leiter der SVM-Fußballschule, "also habe ich ihn einfach mal angeschrieben - und jetzt hat es geklappt." Menner ist ebenfalls ein großer Futsal-Fan, der es bedauert, wie stiefmütterlich diese Spielvariante in Deutschland noch behandelt wird. Futsal unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht viel vom althergebrachten Kick in der Halle.

Hohe technische Anforderungen

Das Regelwerk macht das Spiel aber deutlich schneller. "Man muss technisch versierter sein und sich immer wieder neu orientieren, neue Spielsituationen antizipieren", sagt Menner. "Und natürlich macht sich dann auch jeder Fehler sofort bemerkbar." Auch ist der Ball etwas kleiner und so aufgebaut, dass er nicht groß aufspringt, sondern eher das Spielverhalten auf einem Rasenplatz nachahmt.

Die 15 Jungs der F- und E-Jugend haben den Dreh jedenfalls schnell raus und sind mit Feuereifer bei der Sache. Nach dem ersten Herantasten rollt der Ball flüssig. Lucas Kruel und sein Kollege Raul Guimaraes, Torwart des Regensburger Futsal-Teams, verbinden wie auch bei der Einheit mit den E- und D-Jugendlichen kleinere Teamspielchen auf Schnelligkeit immer wieder mit Koordinations- und Reaktionsübungen, aus denen sich wiederum schnell neue Spielsituationen ergeben. Daher macht das Hinsetzen und Warten vor dem Sprint zum Ball durchaus Sinn.


Mehr zu Futsal

Futsal ist die vom Weltfußballverband FIFA anerkannte Variante des Hallenfußballs. Der Name leitet sich vom portugiesischen Ausdruck "futebol de salão" (Hallenfußball) ab. Beim Futsal wird das Spielfeld nicht durch Banden, sondern durch Linien begrenzt; statt Einwurf gibt es Einkick. Pro Team spielen fünf Kicker mit einem sprungreduzierten Ball auf Handballtore. Innerhalb der eigenen Hälfte darf unbegrenzt und fliegend gewechselt werden. Ein Spiel dauert zweimal 20 Minuten. Der ruhende Ball muss innerhalb von höchstens vier Sekunden gespielt werden.


 


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