Taxiunternehmer soll Bürgerbus ersetzen

Güglingen  Der Bürgerbus in Güglingen ist gescheitert. Stattdessen soll ein Taxiunternehmen die Fahrten für bisherige Fahrgäste übernehmen. Der Gemeinderat hegt Zweifel an den angegebenen Kosten und stimmt unter Vorbehalt zu.

Von Wolfgang Müller

Taxiunternehmer soll Bürgerbus ersetzen

Der Bürgerbus in Güglingen fährt noch bis Ende November. Dann soll ein Taxiunternehmen die Lücke füllen. Das Fahrzeug soll verkauft werden.

Foto: Archiv/Dorn

 

Dass der Bürgerbus in Güglingen keine Zukunft hat, darüber hat der Gemeinderat bereits im Juli befunden. Ende November stellt die Stadt den Betrieb wegen zu geringer Nachfrage ein.

Doch was dann? In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte die Verwaltung eine Alternative vor. Demnach soll ein örtliches Taxiunternehmen die sogenannten Einkaufsfahrten für die bisherigen Fahrgäste des Bürgerbusses übernehmen. Der Bürgerbus wird verkauft.

Der Bürgerbus ist gescheitert

Bereits im Juli stand fest: Der Bürgerbus ist gescheitert. "Das ist für diejenigen, die ihn brauchen, natürlich eine Katastrophe", sagte Bürgermeister Ulrich Heckmann und traf den Nerv des Gemeinderats. Für die überwiegend älteren Fahrgäste müsse ein Lösung gefunden werden. Diese Hausaufgabe hatten die Ratsmitglieder der Verwaltung mit auf den Weg gegeben.

Dass ein Taxiunternehmen in die Bresche springen soll, damit konnte sich die deutliche Mehrheit des Gemeinderats anfreunden. Erhebliche Zweifel hatten die Räte allerdings an den Zahlen, die die Verwaltung vorlegte. Demnach würden der Stadt Kosten in Höhe von 900 Euro jährlich anfallen.

Frank Naffin von der Fraktion Neue Liste (NL) rechnete vor: 900 Euro pro Jahr sind rund 17 Euro pro Woche. Das Taxiunternehmen wird vier Stunden pro Woche unterwegs sein. Das macht unter dem Strich rund vier Euro pro Stunde. "Wie soll das gehen?", fragte Frank Naffin. "Für das Geld bekommt der Unternehmer keinen Fahrer", betonte der NL-Stadtrat. Und Betriebskosten fielen ja bei den Fahrten auch noch an.

Bürgermeister Heckmann hatte ursprünglich Zweifel

Bürgermeister Heckmann betonte, das seien die Zahlen, die das Unternehmen angegeben habe. Auch er habe ursprünglich Zweifel gehabt und sich deshalb ausdrücklich noch einmal versichert. Die Zweifel im Gemeinderat konnte das Stadtoberhaupt allerdings nicht zerstreuen. Zwar stimmte das Gremium mehrheitlich zu, dass das Taxiunternehmen den Auftrag erhalten soll. Aber lediglich "auf der Grundlage, dass die Zahlen stimmen", sagte Markus Xander von der Freien Unabhängigen Wählervereinigung (FUW). Liege ein Irrtum vor, müsse der Gemeinderat noch einmal diskutieren und neu befinden.

Dass der Bürgerbus verkauft werden müsse, darin waren sich Verwaltung und Gemeinderat einig. Ein Absage erteilten die Bürgervertreter allerdings dem von Bürgermeister Ulrich Heckmann vorgeschlagenen Verkaufspreis. Die Verwaltung hatte bei der Dekra ein Gutachten in Auftrag gegeben. Demnach liege der aktuelle Wert des Busses zwischen knapp 58.000 und gut 65.000 Euro, so Heckmann. Das war der Mehrheit des Gremiums zu wenig. Der Gemeinderat beschloss deshalb, den Bus zu einem Preis von 70.000 Euro zum Verkauf anzubieten.