Stromberglauf: Viele Kurven, aber trotzdem schnell

Bönnigheim  1302 Läufer gehen bei strahlendem Sonnenschein beim Lauf in Bönnigheim an den Start. Es ist die 20. Auflage des Novemberlaufs.

Von Stefanie Pfäffle

Stromberglauf: Viele Kurven, aber trotzdem schnell

Von sechs bis 78 Jahre reicht die Altersspanne beim Stromberglauf und sie alle geben kurz vor dem Ziel noch einmal Gas.

Foto: Stefanie Pfäffle

Gülnihan Akduman trägt stolz ihre Urkunde in der rechten Hand. Die linke ist beim Papa. Der hat sie natürlich kräftig angefeuert, als die Siebenjährige gerade ganze zwei Kilometer weit gerannt ist. "Es war schon anstrengend, aber gut", erzählt die Grundschülerin schüchtern.

Mit der ganzen Klasse hatte sie für den Stromberglauf am Samstag in Bönnigheim trainiert. Fünfte ist sie in ihrer Altersklasse geworden, richtig super. Insgesamt gingen 1302 Läufer über die drei Strecken an den Start.

Die 20. Auflage des Novemberlaufs

Es ist die 20. Auflage des Novemberlaufs. Die ersten fünf hatte die Abteilung Triathlon des TSV Bönnigheim organisiert, dann war einige Jahre Pause und vor 15 Jahren belebte die LG Neckar/Enz den Stromberglauf auf derselben Strecke wieder. "Wir haben mit etwa 400 Läufern angefangen, jetzt sind wir immer so um die 1300", weiß Markus Stahl, bis vor zwei Jahren Organisationschef und jetzt der Mann für alle Informationen. Die Zahl der Helfer ist nicht ganz so schnell gewachsen, auch, weil man von Anfang an viel Wert auf Sicherheit legte. Rund 100 von der LG, der Feuerwehr, vom DRK und vom Bauhof sind im Einsatz.

Start und Ziel ist die Kelter der Weingärtner Stromberg-Zabergäu und Stahl betont dankbar: "Ohne die Halle, die wir hier nutzen dürfen, wäre das gar nicht möglich." Liegt die Sporthalle in Bönnigheim doch mitten im Ort, da wäre kein Platz für die vielen Beteiligten und alles mit Zelten beim Sportplatz abzudecken, wäre finanziell nicht machbar. Überhaupt die Finanzen. Auch hier geht nichts ohne Sponsoren, denn allein mit dem Startgeld wären solche Dinge wie eine professionelle Zeitnahme, die ganze andere Technik oder auch die Startnummern nicht finanzierbar. Und ein bisschen was soll ja auch noch für die Jugendarbeit übrig bleiben.

Bei strahlendem Sonnenschein ist auf dem Gelände ordentlich was los. Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufer werden gemeinsam auf die Strecke gehen.

Liebe kennt keine Liga

Drei Herren mit VfB Stuttgart- Emblem auf der Brust machen sich warm. Sie gehören zu den VfB-Freunden Bönnigheim - sind also leidensfähig. "Es kann nur nach vorne gehen", grinst Peter Hamann und Kumpel Frank Stegmeier ergänzt. "Liebe kennt keine Liga." Quasi ihre Vereinszentrale ist das Turmstüble in der Innenstadt und das liegt direkt an der Laufstrecke. Deswegen machen sie hier überhaupt mit. "Da werden unsere Fans mit Biergläsern in der Hand stehen", erzählen sie lachend. Die dritte Halbzeit wird ihnen gehören. Ein echtes Heimspiel, der Stromberglauf.

Bürgermeister und Schirmherr Albrecht Dautel hat die Startwaffe gezückt. Vor dem ersten Mal ist er aber nicht nervös. "Als alter Wengertschütz", meint er augenzwinkernd. Die meisten Voranmeldungen kommen von der Ganerbenschule Bönnigheim und vom Hans-Grüninger-Gymnasium Markgröningen, verkündet der Sprecher.

Die Gewinner des Zehn-Kilometer-Laufs in Bönnigheim

Den Zehn-Kilometer-Lauf in Bönnigheim gewannen Holger Birkicht von der TG Weinsberg in 36.44 Minuten sowie Elisabeth Fladerer von der TG Viktoria in 38.38 Minuten. Auf der Fünf-Kilometer-Strecke erreichten Francesco Ballistreri vom TV Zell am Neckar (16.31) und Marie Weller von der LG Neckar-Enz (18.44 Minuten) als Sieger das Ziel. Die schnellsten Schüler über die Zwei-Kilometer-Distanz waren Florian Weber vom LAZ Ludwigsburg (7.26 Minuten) und Nalin Domes vom TV Bretten Triathlon (8.14 Minuten). spf

Breitensport steht bei diesem Lauf klar im Fokus, schließlich gönnen sich die Wettkampfläufer im November meist auch mal eine Pause. Mit ein Grund, warum sich die Läuferzahlen über die Jahre immer mehr von zehn auf fünf Kilometer verschoben haben.

Der Startschuss erfolgt. Die Läufer machen sich auf die Strecke. Die Zuschauer stärken sich schnell mit einer roten Wurst oder jubeln den Kindern bei der Siegerehrung vom Schülerlauf zu. Viel Zeit bleibt nicht. Nach gut 16 Minuten ist Franco Ballistreri vom TV Zell am Neckar bereits im Ziel - der dreifach Erfolg mit seinen Kollegen Thomas Thyssen und Maximilian von Koch. "Geplant war das nicht, aber so ist es natürlich optimal", findet das Trio und lobt die Strecke. "Viele Kurven, aber trotzdem schnell."


Ergebnisse

Den Zehn-Kilometer-Lauf in Bönnigheim gewannen Holger Birkicht von der TG Weinsberg in 36.44 Minuten sowie Elisabeth Fladerer von der TG Viktoria in 38.38 Minuten. Auf der Fünf-Kilometer-Strecke erreichten Francesco Ballistreri vom TV Zell am Neckar (16.31) und Marie Weller von der LG Neckar-Enz (18.44 Minuten) als Sieger das Ziel. Die schnellsten Schüler über die Zwei-Kilometer-Distanz waren Florian Weber vom LAZ Ludwigsburg (7.26 Minuten) und Nalin Domes vom TV Bretten Triathlon (8.14 Minuten). 

 


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