Streit um die Layher-Erweiterung nimmt kein Ende

Zabergäu  Ein Pfaffenhofer Bürger hat Anzeige unter anderem gegen die Bürgermeister von Brackenheim und Güglingen erstattet. Und das Heilbronner Landratsamt bestätigt: Der Abtransport des Ackerbodens im Industriegebiet Langwiesen IV ist rechtens.

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Landratsamt Heilbronn bestätigt: Abtransport des Ackerbodens im Industriegebiet Langwiesen IV ist rechtens. Ein Pfaffenhofer Bürger hatte zuvor Anzeige unter anderem gegen die Bürgermeister von Brackenheim und Güglingen erstattet.

Mit den archäologischen Untersuchungen in den Langwiesen IV wurde haufenweise Erde umgegraben. Sie wird jetzt auf andere Felder verteilt.

Foto: Archiv/Schmiedl

Der Streit um die Erweiterung des Güglinger Gerüstherstellers Layher auf dem Industriegebiet Langwiesen IV nimmt kein Ende. Matthias Böhringer aus Pfaffenhofen hat jetzt offenbar Anzeige erstattet.

Im Visier hat er die Bürgermeister von Brackenheim und Güglingen, Rolf Kieser und Ulrich Heckmann, sowie den Geschäftsführer der Firma Layher, Georg Layher. Anlass für den Pfaffenhofener ist der aus seiner Sicht "illegale Abtransport" von Ackerboden des vorgesehenen Baufeldes der Firma Layher, obwohl derzeit kein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt. Das geht aus dem Anzeigeschreiben Böhringers hervor, das er auch der Heilbronner Stimme weitergeleitet hat.

Genehmigung erfolgt nach Naturschutzgesetz

Zuständig für den Abtransport ist zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens allerdings das Landratsamt Heilbronn. Wie dessen Sprecher Manfred Körner auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, hat die Behörde der Firma Layher "mehrere Genehmigungen für die Erdauffüllungen nach dem Naturschutzgesetz erteilt".

Hintergrund: Seit Sommer graben Archäologen im Auftrag des Landesamtes für Denkmalschutz den Boden um und suchen nach Spuren von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter. Die dadurch entstandenen Erdhügel werden jetzt auf andere Äcker verteilt.

"Wir haben hier höherwertigen Boden, den man auf Äcker mit geringerer Qualität aufbringt", sagt Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes Wirtschaftsförderung Zabergäu ist.

Etwa in Eibensbach und Cleebronn. Dieses sogenannte Oberbodenmanagement "ist Bestandteil der Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Werkes", so Kieser weiter. Von der Anzeige weiß der Rathauschef zum Zeitpunkt der Anfrage unserer Redaktion nichts. Mit dem Abtransport der Erde habe er nichts zu tun, so Kieser.

Räte haben Grundsatzbeschluss bereits gefasst

Unabhängig davon stellt Kieser die Frage, ob man denn die ausgegrabenen Erdhügel wieder an Ort und Stelle hätte einebnen sollen. Immerhin haben die Gemeinderäte der Kommunen, die Mitglieder im Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu sind, im Grundsatz beschlossen, dass die Firma Layher auf Langwiesen IV bauen wird. Für Böhringer spielt das keine Rolle.

"Ich erwarte, dass die Erdarbeiten in Langwiesen IV bis zur Rechtskraft des Bebauungsplans umgehend eingestellt werden. Die Erde ist wieder an Ort und Stelle zurückzubringen", heißt es in dem Schreiben. Im Zweifel könne man bei Verdachtsflächen über Bodenproben den Bezug zu Langwiesen IV herstellen.

Güglingens Bürgermeister Ulrich Heckmann betont auf Anfrage, dass in Langwiesen IV alles sauber und nach rechtsstaatlichem Verfahren laufe. "Wenn es eine Anzeige gegen mich und meinen Kollegen gibt, muss ich das so hinnehmen." Mit Verweis auf das offenbar laufende Verfahren wolle er keine weiteren Angaben machen.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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