Stolz auf das Gotteshaus in Schwaigern

Schwaigern  Die evangelische Kirchengemeinde feiert das nächste Jubiläum: 500 Jahre Stadtkirche. Top in Schuss dank aufwendiger Sanierungen.

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Stolz auf das Gotteshaus

Bis an das Decken-Gewölbe reichte das riesige Gerüst.

Wir können stolz sein auf die Stadtkirche. Sie hat eine starke Ausstrahlung", sagt Martin Feucht, Schriftführer des zuständigen Fördervereins. In diesem Jahr steht wieder einmal ein Jubiläum an: Die ursprüngliche einschiffige romanische Kirche wurde zwar etwa um das Jahr 1200 gebaut.

Die heutige Form hat das Gotteshaus der Stadt Schwaigern allerdings seit nunmehr 500 Jahren. 1520 stellte Baumeister und Bildhauer Bernhard Sporer die Johanneskirche fertig, indem er die alte Kirche als Seitenschiff in die neue einbezog. Und dieses Jubiläum feiert die evangelische Kirchengemeinde mit diversen Konzerten. Das eigentliche Jubiläumskonzert findet am 17. Oktober mit der Brassband Auenwald statt.

Ein Förderverein muss her

Erst vor drei Jahren feierte die Kirchengemeinde 500 Jahre Barbara-Altar. Die letzte große Renovierung lag lange zurück. Im Jahr 1910 hatte es eine große Innenraum-Erneuerung gegeben. Und da die Kirchengemeinde finanziell bescheiden aufgestellt war, suchte Martin Feucht, damals Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats, im Jahr 2007 einige Mitstreiter, um einen Förderverein zu gründen.

"Wir hatten damals eine glückliche Hand", sagt Feucht und meint damit vor allem den Ersten und Zweiten Vorsitzenden Peter Weiß und Günter Hofstetter. Aber auch Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg. Martin Feucht: "Denn es sollte sich schließlich auch die katholische Seite wiederfinden." Letztlich waren viele Ehrenamtliche bereit, mitzuhelfen.

Finanzieller Grundstock notwendig

Stolz auf das Gotteshaus

Eine deutliche Aufwertung der evangelischen Stadtkirche erfuhr durch die Innenrenovierung im Jahr 2012 der Chor.

Fotos: Archiv/Sawatzki

Für die Arbeiten, deren Umfang und Aufwand erst nach und nach absehbar wurde, war viel Geld nötig. Für Feucht war klar: "Ehe wir keinen finanziellen Grundstock haben, brauchen wir erst gar nicht anzufangen." Bankkaufmann Peter Weiß habe damals den Oberkirchenrat in Stuttgart davon überzeugt, die Arbeiten für die Innenrenovierung in einem einzigen Bauabschnitt und nicht wie geplant in zweien zusammenzufassen.

Das habe viel Geld gespart, weil die Kirche nur einmal eingerüstet werden musste. 1,8 Millionen Euro verschlangen die vier Bauabschnitte in den Jahren 2008 bis 2013. Davon steuerte der Förderverein 650 000 Euro bei.

Viele Sanierungen

Stolz auf das Gotteshaus

Insgesamt 1,4 Millionen Euro verschlang die aufwendige Sanierung im Inneren des Gotteshauses. Dabei mussten nicht nur die Bänke weichen.

Foto: Archiv/Mugler

Auf der Agenda stand: Die Sanierung der Altäre (57000 Euro/2008), die Dachstuhlsanierung und Anschluss an die Fernwärme (260 000 Euro/2009), Innenrenovierung und Umsetzung der Altäre (1,4 Millionen Euro/2011-2013), barrierefreier Aufgang (77000 Euro/2013). 2015 musste die Orgel renoviert werden. Für die 40 000 Euro teure Aktion gab der Förderverein 15 000 Euro an die Kirchengemeinde.

"Wir waren ein gut funktionierendes Team", sagt Martin Feucht. "Das hat dazu beigetragen, dass wir die Kirche renovieren konnten." Dass es dem Förderverein gelang, das Geld in dieser Höhe zu bekommen, lag und liegt für Feucht vor allem daran, dass die Schwaigerner ihre Stadtkirche als etwas ganz Besonderes betrachten.

Konzerte

Eine Reihe an Konzerten steht in diesem Jahr wieder auf dem Programm in der evangelischen Stadtkirche. Ein Auszug: Saxofonist Christoph Enzel kommt am Sonntag, 29. März um 18 Uhr. Am Freitag, 1. Mai geben die Hallenser Madrigalisten um 16 Uhr ein Chorkonzert. Ein Trompetenkonzert steht am 5. Juni um 19 Uhr mit Schülern von Professor Günther Beetz (früher German Brass) auf dem Programm. Zum Jubiläumskonzert 500 Jahre Stadtkirche kommt die Brassband Auenwald am 17. Oktober um 19 Uhr.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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