Stadt Lauffen reagiert nach Schadstoffuntersuchung

Lauffen  Bei Raumluftuntersuchungen am Hölderlin-Gymnasium und an der Hölderlin-Grundschule wurden erhöhte Formaldehydwerte in einigen Räumen gemessen. Jetzt will die Stadt Lauffen Maßnahmen beschlossen.

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Stadt reagiert nach Schadstoffuntersuchung

Die Untersuchungsergebnisse der Schadstoff- und Raumluftuntersuchung im Hölderlin-Gymnasium zeigten laut Gesundheitsamt keinen akuten Handlungsbedarf an.

Foto: Mario Berger

Die Stadt Lauffen reagiert auf die Ergebnisse von Schadstoff- und Raumluftuntersuchungen, die im Herbst 2019 an Hölderlin-Gymnasium und Hölderlin-Grundschule durchgeführt wurden.

Die Untersuchungen durch das Sachverständigenbüro Blessing ergaben erhöhte Formaldehydwerte in einigen Räumen des Hauptgebäudes im unbelüfteten Zustand. Im belüfteten Zustand wurden die Werte dagegen nicht überschritten. Die Verwaltung präsentierte dem Lauffener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Ergebnisse.

Krebserzeugende Substanz

Formaldehyd gilt als krebserzeugend. "Wir haben die Anliegen der Schulen sehr ernst genommen", sagte Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger in der Ratssitzung. Und man habe viele Gespräche mit den Eltern geführt. Mehrere Maßnahmen ergreift die Stadt im Hinblick auf das Formaldehyd-Problem: Kurzfristig wird vor Schulbeginn sowie nach den Unterrichtsstunden konsequent und intensiv gelüftet, werden Raumluftreinigungsgeräte für Räume mit langen Aufenthaltszeiten angeschafft, Kontrollmessungen durchgeführt und Schadstoffquellen durch Materialuntersuchungen ermittelt.

Darüber hinaus gilt es, mittelfristig durch eine Innenraumsanierung die Formaldehydquellen zu beseitigen. Dazu soll zunächst ein Sanierungskonzept entwickelt werden.

Chemische Verbindungen im Hausstaub

Hausstaubproben enthielten hohe Konzentrationen der chemischen Verbindung TBEP, die laut Gert Schiller, Leiter des Gesundheitsamts, in Bodenpflegemitteln enthalten sei. Im Hausstaub tauchten weitere chemische Verbindungen auf, die vermutlich aus der Bodenversiegelung stammten und die Reizungen bewirken könnten, jedoch nicht als Schadstoff eingestuft seien.

Schließlich wurde die Raumluft auch auf Mineralfasern untersucht. Hier waren laut Gutachten keine erhöhten Raumluftkonzentrationen nachweisbar. "Ein akuter Handlungsbedarf besteht nicht", erklärte Gert Schiller und ergänzte: "Eine gesundheitliche Gefährdung kann ich nicht erkennen." Der Leiter des Gesundheitsamts bewertete das vorgesehene Maßnahmenpaket der Stadt durchweg positiv: "Die Untersuchungen und Maßnahmen sind überzeugend. Das Ganze ist ein stimmiges Paket."

Zufrieden mit dem Vorgehen

Auch die Schulleiterin Mirja Kölzow vom Hölderlin-Gymnasium zeigt sich überzeugt von den nun beschlossenen Maßnahmen: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Plan." Neben der Raumluftfilteranlage und einer zusätzlichen Beprobung, bei der speziell auf Formaldehyd untersucht wird, werde es im Sommer eine Anschlussmessung geben.

Da die Finanzierung der Reinigungsgeräte seither noch nicht im Haushaltsplan 2020 vorgesehen war, erfolgt sie nun außerplanmäßig im Rahmen der Gesamtabdeckung des Etats. Der Gemeinderat beschloss diesen Maßnahmenkatalog einstimmig.

Luftreinigungsgeräte entfernen auch Pollen und Stäube

Die Stadtverwaltung Lauffen wies auf die Stadt Villingen-Schwenningen hin, die in einer ähnlichen Situation gute Erfahrungen mit Luftreinigungsgeräten gemacht habe. Dort würden die Geräte in einer Schule, die höhere Belastungswerte aufweise, erfolgreich eingesetzt.

Demnach werden neben den Schadstoffen auch andere Substanzen wie Pollen und Stäube mit nahezu 100 Prozent entfernt. In Lauffen geht man von Anschaffungskosten von maximal 80000 Euro für die Geräte aus.

 


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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