So schützen sich Kommunen in der Region vor Cyberkriminalität

Region  Es können Hacker-Angriffe oder ein Virus im Mail-Anhang sein: Auch die Kommunen in der Region müssen sich um die Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur kümmern.

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Im digitalen Zeitalter sind Hackerangriffe keine Seltenheit mehr. Neben Privatpersonen bleiben auch Verwaltungen nicht davon verschont.

Foto: dpa

Trojaner, Viren und Co. - das Internet birgt einige Risiken. Die Gemeindeverwaltung Gemmingen will möglichen Gefahren im Netz entgegensteuern und kündigte mit der Zustimmung des Gemeinderats an, sich künftig für 5712 Euro im Jahr gegen Cyber-Risiken versichern zu lassen. Damit will sich die Kommune künftig vor möglichen Hacker-Angriffen oder Schäden durch Viren schützen. Wie begegnen andere Kommunen diesem Thema?

Thomas Siegele, Hauptamtsleiter der Stadt Weinsberg, erzählt: "Wir warnen unsere Mitarbeiter laufend vor möglichen Cyber-Risiken." Auch über neuste Entwicklungen informiere man, wie zum Beispiel über E-Mails mit gefährlichen Anhängen. Die Stadt unternehme zwar Aufklärungen auf eigene Faust, dennoch "sind wir nicht komplett auf uns alleine gestellt", so Siegele. Als Mitglied beim Landesverwaltungs-Netzwerk ITEOS mit Hauptsitz in Stuttgart, erfahre Weinsberg in puncto Datensicherheit zusätzliche Unterstützung.

"Den Ärger kann einem keiner nehmen"

Trotzdem gibt der Hauptamtsleiter zu bedenken: "Versicherung hin, Versicherung her - den Schaden hat man nach einem Angriff aber trotzdem." Und den Ärger danach könne einem auch keiner nehmen. "Weinsberg ist bisher aber zum Glück verschont geblieben von Cyber-Attacken", so Siegele.

Mehrstufige Sicherheit

Auch Brackenheim ist Mitglied beim ITEOS-Netzwerk. Eine mehrstufige Sicherheit sei dadurch garantiert, erklärt EDV-Leiter Roderich Vogelmann. Zudem habe die Stadt interne Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Darunter auch regelmäßige Datensicherungen, um den Betrieb nach einem Hacker-Angriff wieder herstellen zu können. Schulungen sollen zudem "die Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisieren". Das heißt im Ernstfall für das Personal, wenn eine virenbehaftete E-Mail trotz Virenscanner und Co. den Weg ins Postfach finden sollte, "den Kopf einzuschalten, die E-Mail nicht zu öffnen und sich mit der EDV-Abteilung abzusprechen", so Vogelmann.

Von derartigen Vorfällen sei Brackenheim aber bisher verschont geblieben. Bei der Stadt Neckarsulm habe es bereits Cyberattacken auf die IT-Infrastruktur gegeben, erzählt Sprecher Andreas Bracht. Jedoch ohne Erfolg, da sie "vom Sicherheitssystem erfolgreich abgewehrt werden konnten". Bürger- und Verwaltungsdaten der Stadt seien ebenfalls bei ITEOS gespeichert. "Eine Cyberversicherung erachtet Neckarsulm zum jetzigen Zeitpunkt nicht als sinnvoll", so Bracht.

Ausbau der Sicherheitsvorkehrungen

Eppingen baut laut Sprecherin Cathrin Leuze gerade ihre Sicherheitsvorkehrungen aus. Die Fachwerkstadt war in der Vergangenheit zwar noch keinem Angriff ausgesetzt, trotzdem "befassen wir uns seit geraumer Zeit mit diesem Thema." Den Stein ins Rollen gebracht habe letztendlich eine Versicherungsgesellschaft, die mit einer Anfrage auf Eppingen zukam.

"Wenn die Computer versagen, stehen wir hilflos da, und können nicht mehr arbeiten", macht Leuze die Problematik deutlich. Damit es gar nicht erst so weit kommt, rät der Chaos Computer Club (CCC), ein deutscher Hacker-Verein, der sich um Fragen rund um die Computersicherheit kümmert, Verwaltungen, ihre Geräte immer auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Zudem seien Backups sehr wichtig: "Sicherungskopien aller wichtigen Daten sind die Basis. Diese sollten so aufbewahrt werden, dass sie im Schadenfall nicht in Mitleidenschaft gezogen werden", erklärt Pressesprecher Linus Neumann. Sogenannte Makros seien das Haupteinfallstor für heutige Schadsoftware-Kampagnen. "Deshalb gilt es, diese zu deaktivieren."


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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