Schwaigerns Gemeinderat will S4-Strecke zweigleisig ausbauen lassen

Schwaigern  Das Nadelöhr auf der Stadtbahnstrecke zwischen Leingarten und Schwaigern soll zweigleisig ausgebaut werden. Das Land sieht ein neues Fahrplankonzept vor, das ab Ende 2022 eingeführt werden soll.

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Einstimmig für die Zweigleisigkeit

Der Schwaigerner Gemeinderat hat am Montag dem zweigleisigen Ausbau zwischen Schwaigern und Leingarten einvernehmlich zugestimmt. Die Stadt muss sich an den Kosten beteiligen.

Foto: Friedhelm Römer

Der Schwaigerner Gemeinderat hat dem zweigleisigen Ausbau der Stadtbahnstrecke S4 zwischen der Leintalstadt und Leingarten in dieser Woche einvernehmlich bei einer Enthaltung zugestimmt. Dafür muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Mit 1,2 Millionen Euro muss sich Schwaigern an dem Projekt beteiligen. Das Landratsamt schätzt die gesamten Baukosten auf 16 Millionen Euro, an denen sich Landkreis, Kommunen und Stadt Heilbronn beteiligen. Laut Landratsamt hat das Verkehrsministerium eine 75-prozentige Förderung des Ausbaus zugesichert. Im Normalfall sind dies lediglich 50 Prozent.

Ausbau ist Voraussetzung

Der zweigleisige Ausbau ist eine Voraussetzung für das Fahrplankonzept des Landes, das Ende 2022 auf der S4 umgesetzt werden soll. Das stieß bei den Stadträten auf ein geteiltes Echo. Vor allem in der Nebenverkehrszeit gibt es dann weniger Zugverbindungen, dafür in den Hauptverkehrszeiten mehr.

Hinzu kommt, dass zwei Betreiber mit zwei Modellen auf der Strecke sein werden: Die Stadtbahn und der Regionalexpress (RE). Der RE hält auf der Strecke Eppingen - Heilbronn nur noch in Gemmingen, Stetten und Schwaigern. "Erst nach dem zweigleisigen Ausbau kann auch in Leingarten gehalten werden", sagte Silke Schmid vom Landratsamt.

Kein großer Wurf

"Das ist nicht der große Wurf, und es ist umständlicher, weil die Menschen viel häufiger umsteigen müssen", kritisierte CDU-Fraktionssprecher Bernd Sätzler. Der Regionalexpress hält im Heilbronner Hauptbahnhof, anschließend müssen die Fahrgäste, die weiter in die Innenstadt fahren wollen, umsteigen auf die Stadtbahn. Ähnlich sah es Rüdiger Heiche (CDU): "Der Fahrplan ist nicht kundenfreundlich. So bringen Sie keine Leute vom Auto auf die Bahn", meinte er in Richtung Silke Schmid und Lutz Mai vom Landratsamt, die den Räten das Konzept erläuterten.

 

„So bringen Sie keine Leute vom Auto auf die Bahn.“

von Rüdiger Heiche

 

"Wir haben seit 2017 Bauchschmerzen mit diesem Konzept. Aber das Land wollte es umsetzen, und wir halten diese Variante für einen akzeptablen Kompromiss", machte Lutz Mai deutlich, dass der Landkreis lediglich gehört wird. SPD-Fraktionschef Rainer Dahlem kritisierte: "Wenn sich nur die Taktung verändert und nicht die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, dann wird das von der Bevölkerung als Rückschritt empfunden werden."

Mehr über den S4-Streckenabschnitt

Unter der Betriebsführung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) hat die Stadtbahn 1999 auf der Strecke Heilbronn - Eppingen ihren Dienst aufgenommen. Schon damals wurde deutlich, dass der 3,2 Kilometer lange eingleisige Abschnitt zwischen Schwaigern und Leingarten ein Nadelöhr werden würde. Wegen der für Ende 2022 anstehenden Neuvergabe des AVG-Netzes will das Land das bisherige Stadtbahnsystem S4 in einen Regionalstadtbahnbetrieb und einen Betrieb mit Expresszügen unterteilen.

Neue Kunden für die Bahn?

Positiv bewertete Regina Jürgens (LGU) die bevorstehende Veränderung: "Ich sehe das Konzept als guten Anfang, denn es kann nur besser werden." Sie glaubt: "Mit den schnelleren Verbindungen können neue Kunden auf die Bahn gebracht werden. Ich sehe es als Vorteil für die Region." Auch Andrea Vollmer (SPD) freute sich: "Ich empfinde es als Glücksfall, dass da Bewegung reinkommt. Es sind schließlich genügend Verbindungen da."

Und Ursula Kölle sagte: "Wir wollten in den Hauptverkehrszeiten schnellere Verbindungen haben." Und die wird es laut den Plänen geben. Der Gemeinderat hat mit dem Beschluss vom Montag die Verwaltung auch beauftragt, eine Vereinbarung über Planung, Bau und Finanzierung des zweigleisigen Ausbaus mit der AVG, Landkreis, der Stadt Heilbronn und den betroffenen Gemeinden abzuschließen.

 

 


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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