Rund 50 Kinder bauen eine Stadt aus Lego

Brackenheim  Apis Gemeinschaft regt mit Spielaktion Fantasie beim Nachwuchs an − Bauwerke von Stadion bis Gefängnis

Von Wolfgang Müller

Rund 50 Kinder bauen eine Stadt aus Lego

Der neunjährige Jakob Pfisterer hat zusammen mit zwei Freunden mit viel Liebe zum Detail ein Fußballstadion gebaut.

Wie viele Legosteine die Kinder im Api-Saal in der Brackenheimer Schlossstraße am Ende zusammengebaut haben, weiß niemand so genau. Eine halbe Million Steine und Bauteile hatte Ruth Scheffbuch am Freitag von Stuttgart aus in die Heuss-Stadt gebracht. "Ein paar Kisten sind noch geschlossen", sagt die hauptamtliche Referentin der Apis-Gemeinschaft aus Stuttgart.

Rund 50 Kinder haben daraus am Freitag und Samstag lang eine kleine Stadt gebaut. Am Samstagnachmittag präsentierten die kleinen Baumeister und Ingenieure ihre Werk eine Stunde lang der Öffentlichkeit.

Sarah Pfisterer aus Dürrenzimmern ist schon ein bisschen stolz auf ihren Sohn Jakob. Mit seinen Freunden Elias und Jannis hat der Neunjährige ein ganzes Fußballstadion konstruiert. "Ich bin schon beeindruckt. Das stellt richtig etwas dar", sagt die Mutter. Wie viele Steine die Jungs für die Arena verbaut haben, vermag Jakob kaum zu schätzen. Viel Liebe zum Detail haben er und seine Freunde walten lassen.

Der grüne Rasen mit den weißen Linien fehlt ebenso wenig, wie die Zuschauerränge. Sogar an einen Übertragungsturm für Journalisten haben sie gedacht. "Es hat einfach großen Spaß gemacht", sagt Jakob.

"Jedes Kind kann ein Schulheft großes Haus bauen", erklärt Diakon und Gemeinschaftspastor Jochen Baral die Regeln. "Wenn sich Gruppen bilden, können größere Gebäude entstehen." Die Lego-Stadt-Aktion findet bereits zum dritten Mal in Brackenheim statt. "Das ist natürlich eine gute Möglichkeit, uns vorzustellen", sagt Baral - den Kindern ebenso wie deren Eltern. Überaus glücklich ist der Gemeinschaftspastor darüber, dass die Jungschar die Logo-Stadt organisiert hat und sich daran beteiligt.

Rund 50 Kinder bauen eine Stadt aus Lego

Die Freunde (v.l.) Valentin, Jeremiah, Jona, Samuel und Maxi haben aus mehr als 1000 Legosteinen eine große Luxusvilla mit allen Schikanen gebaut.

Fotos: Wolfgang Müller

Der Fantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt. "Es gibt keine Bauanleitung", sagt Ruth Scheffbuch, die das ganze Jahr über mit der Lego-Stadt in württembergischen Kommunen unterwegs und bereits bis einschließlich 2020 ausgebucht ist. "Wir haben den Kindern anfangs ein paar Bilder von Brackenheim gezeigt, um Ideen zu geben", erklärt die Erzieherin. "Manche orientieren sich daran, andere bauen einfach, was ihnen gerade einfällt", sagt die 50-Jährige, die bei Apis seit rund 3,5 Jahren hauptamtliche Landesbeauftragte für die Arbeit mit Kindern ist.

Der siebenjährige Jona hat ein Gefängnis gebaut. Ursprünglich sollte es einfach ein Haus werden. Aber weil die Mauern höher und höher wurden, entschied er sich kurzfristig um. Für Jonas Mutter Diane Heinz ist das eine tolle Sache. "Es sind aber so viele Kinder hier, die sonst nicht herkommen würden."

Die Lego-Stadt richtet sich an Acht- bis Zwölfjährige. Also genau richtig für Samuel Döbler und seine Freunde Valentin, Jeremiah, Jona und Maxi. Die Fünftklässler des Zabergäu-Gymnasiums haben schätzungsweise mehr als 1000 Legosteine verbaut. "Wir wollten das Brandenburger Tor bauen", sagt Samuel. Weil aber die dafür notwendigen Bausteine nicht vorhanden waren, entschied sich das Quintett kurzerhand um. Am Ende wurde es eine Luxusvilla mit allen Schikanen - Affengarten inklusive. Und der McDonalds nebenan durfte ihrer Meinung nach auch nicht fehlen.

 

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