Mehr Leben in Schwaigerns Innenstadt bringen

Schwaigern  Das Zentrum von Schwaigern soll attraktiver werden. Zwei Stadtplanungsbüros präsentierten jetzt erste Ideen.

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Mehr Leben in die Innenstadt bringen

Die geplante Sanierung der Theodor-Heuss-Straße könnte auch den Bereich der Fußgängerzone (hinten) einbeziehen.

Fotos: Friedhelm Römer

Wir wollen uns für die Zukunft aufstellen", sagte Bürgermeisterin Sabine Rotermund in der Sondersitzung des Gemeinderats am Montagabend. Dazu gehört, die Theodor-Heuss-Straße aufzuwerten.

Doch das "Tor zur Innenstadt", wie dieser Abschnitt im Gremium immer wieder gerne genannt wird, ist nur ein Baustein in diesem Konzept, das zumindest den Marktplatz, die Fußgängerzone und den Bahnhofsvorplatz miteinbezieht, möglicherweise sogar einen erweiterten Innenstadtbereich.

Mischverkehrsfläche schaffen

Um zu erfahren, wie dies umgesetzt werden könnte, hatte die Verwaltung zwei Stadtplanungsbüros in die Sitzung eingeladen. Und so präsentierte zunächst Markus Schaible von der "Planungsgruppe Kölz GmbH " eine Variante. Schaible empfahl für die Theodor-Heuss-Straße eine Mischverkehrsfläche, auf der alle Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger und Radfahrer bis zum Autofahrer ihre Berechtigung hätten. Dass die Autos wie derzeit halb auf dem Gehweg parken, sei kein Zustand. Schaible sprach sich dafür aus, zu erheben, wie sich unter anderem der Radverkehr in den vergangenen Jahren entwickelt habe.

"Die Innenstadt lebt von den Parkplätzen. Ich sehe Probleme, wenn diese wegfallen", bemängelte Rüdiger Heiche (CDU). "Das Parken in bestimmten Bereichen wäre weiterhin möglich", erklärte Schaible.

Hochsensibel für die Betriebe

Auch Jürgen Willig (FWV) wies auf die Herausforderungen hin: "Für die Betriebe ist das ein hochsensibler Bereich." Daher sollte frühzeitig mit den Menschen gesprochen werden, um sie mitzunehmen, damit diese wiederum zeitnah auf die Gegebenheiten eingehen können. Erst anschließend sollten die Pläne konkretisiert werden. "Wir werden zwei bis drei Varianten vorlegen", schlug Schaible vor. Dieter Vogt (FWV) brachte ein neues Parkhaus in die Diskussion ein: "Das wäre etwas Gescheites."

Ein deutlich weiter gefasstes Konzept stellte anschließend Ruprecht Neulinger von Zoll Architekten aus Stuttgart vor. Er bezog größere Teile der Innenstadt in den Blick. Hier spielte auch die Busführung und die Heilbronner Straße bis zum Marktplatz eine Rolle. Neulinger präsentierte den Räten viele Beispiele von innerörtlichen Neugestaltungen wie in Ilsfeld, Bönnigheim, Rutesheim oder Freiberg.

Individuelle Lösungen statt von der Stange

Mehr Leben in die Innenstadt bringen

Seit Jahren möchten Gemeinderat und Verwaltung die Innenstadt aufwerten. Die Theodor-Heuss-Straße spielt dabei eine zentrale Rolle.

Tief beeindruckt zeigte sich Jürgen Willig, wie das Büro die Aufgabe in Freiberg gelöst hat: "Das sind individuelle Lösungen und nicht von der Stange." Und er warnte: "Es dürfen uns keine Betriebe wegbrechen." Für ihn sei die Erreichbarkeit der Geschäfte wichtig. Neulinger erklärte, dass in Rutesheim sogar mehr Parkplätze geschaffen worden seien.

Für die Stadt Schwaigern stellt sich nun die grundsätzliche Frage, wie die Neuausrichtung des innerörtlichen Bereichs aussehen sollte. "Ich tendiere dazu, größer zu denken", erklärte Bernd Sätzler (CDU). Auch Dieter Vogt schloss sich dem an und lobte das Büro der Zoll Architekten: "Wir sollten größer denken. Aber wir müssen natürlich sehen, was finanziell machbar ist."

Honorare

Die Honorarvorschläge der beiden Stadtplanungsbüros "Planungsgruppe Kölz" aus Ludwigsburg und "Zoll Architekten" aus Stuttgart für die Umgestaltung der Innenstadt liegen der Verwaltung zwar bereits vor. Allerdings unterscheiden sie sich in vielen Teilen noch sehr stark. Das heißt, dass sie noch nicht vergleichbar sind. Diese Angebote sollen nun konkretisiert werden, so dass der Gemeinderat eine Entscheidungsgrundlage für eine der kommenden Sitzungen hat. Im Gemeinderat ging die Tendenz zu einer weit gefassten Lösung, ohne ein konkretes Stimmungsbild einzuholen.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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