Logistikzentrum dimmt Licht im Außenbereich

Güglingen  Lichtverschmutzung hat der BUND der Firma Taxis wegen ihrer hellen Außenbeleuchtung vorgeworfen. Diese hat nun reagiert.

Von Wolfgang Müller

Logistikzentrum dimmt Licht im Außenbereich

Das Logistikzentrum der Firma Taxis im interkommunalen Industriegebiet Langewiesen hat seine Außenbeleuchtung gedimmt.

Foto: Ralf Seidel

 

Das Logistikunternehmen der Firma Taxis im interkommunalen Industriegebiet Langewiesen im Zabergäu hat sein Beleuchtungskonzept geändert. Taxis reagiert damit auf Kritik der Naturschutzorganisation BUND.

Jürgen Hellgardt, Vorsitzender des BUND Regionalverbandes Heilbronn-Franken, hatte dem Unternehmen Lichtverschmutzung und eine schädliche Auswirkung für die Tierwelt attestiert. "Wir sind kritikfähig und interessiert an einer guten Nachbarschaft", sagt Taxis-Geschäftsführer Mirco Wiesemann auf Anfrage unserer Zeitung.

Beiname "Weltraumbahnhof"

"Weltraumbahnhof" - für den Gebäudekomplex der Firma Taxis im Zabergäu hatten die Güglinger schnell einen Beinamen gefunden. Aber nicht nur die Anlieger fühlten sich vom vielen Licht gestört. Das Logistikzentrum sei so sehr überstrahlt, dass es negative Auswirkungen auf Vögel, Fledermäuse und vor allem Insekten habe.

Ein Maßnahmenbündel hat das Unternehmen jetzt umgesetzt und auf den Weg gebracht. "Die Außenfassadenstrahler an den Docks für Lkw und sogar die komplette Fassadenbeleuchtung an der Ostseite wurden inzwischen deaktiviert."

Mastbeleuchtung auf die Hälfte gedimmt

Darüber hinaus hat Taxis auf der Westseite die Mastbeleuchtung gedimmt. Und zwar auf die Hälfte. Zudem wurden weitere Mastleuchten ausgeschaltet. "Diese Reduzierung testen wir gerade", sagt Wiesemann. Die Fahrer hätten damit keine Probleme, so der Geschäftsführer. Abzuwarten sei allerdings, was das Gewerbeaufsichtsamt sagt. Immerhin gehe es um Sicherheit am Arbeitsplatz.

Scharf kritisiert hatte der BUND das Lichtkonzept auf der Ostseite des Gebäudes. Das Licht 600 Meter über den Firmenzaun hinweg in die Feldflur. Dadurch seien auch höhere Tierarten in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus und in ihrem Jagd- und Fortpflanzungsverhalten gestört, so Hellgardt damals. Taxis hat auch darauf reagiert. "Wir haben die Beleuchtung des Werbebanners an der Ostseite deaktiviert", so Wiesemann. Darüber hinaus prüfe man an der Nordseite eine Deaktivierung von bis zu 50 Prozent der Fassadenbeleuchtung. Nicht so einfach umzusetzen sei der Austausch in wärmere Lichtquellen, also Lampen mit einem höheren Rotanteil. "Angebote hierzu haben wir bereits angefordert", sagt Wiesemann.

Nächtlicher Besuch

Der Regionalverbandsvorsitzende des BUND bewertet die Reaktion von Taxis positiv. "Das Unternehmen ist auf unsere konkreten Vorschläge eingegangen", so Hellgardt. In den kommenden Tagen werden Vertreter des Naturschutzverbandes Taxis einen nächtlichen Besuch abstatten. "Dann wollen wir bewerten, wie es sich wirklich darstellt", sagt Hellgardt.

"Taxis könnte ein positives Beispiel für andere Gewerbetreibende sein", so Hellgardt. Lichtverschmutzung ist Thema bei der nächsten Gesprächsrunde zwischen Vertretern von Naturschutzverbänden und dem Landratsamt Heilbronn.