Leingartens neuer Bürgerbus ist startklar

Leingarten  Pünktlich zu Weihnachten ist der Bürgerbus in Leingarten startklar. Die Premierenfahrt findet am 3. Januar statt. Das neue Fahrzeug ist komfortabler und geräumiger als der bisherige Bus.

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Übergabe des neuen Bürgerbusses auf dem Marktplatz: Die Ehrenamtlichen freuen sich, weil der Bus den Fahrgästen bessere Möglichkeiten bietet.

Foto: Andreas Veigel

Der Bürgerbus Leingarten fährt nach wie vor in der Erfolgsspur. Seit Oktober 2017 gibt es das innerörtliche Angebot, das dienstags und freitags auf zwei Strecken seine Runden dreht. Ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für die Bürger der künftigen Stadt Leingarten gab es schon einen Tag vor Heiligabend: Bürgermeister Ralf Steinbrenner übergab am Montag auf dem Rathausplatz gemeinsam mit Gemeinderäten ein nagelneues Fahrzeug an die Ehrenamtlichen, die den Bus am Laufen halten. "Das ist ein Quantensprung für die Nutzer, aber auch für die Fahrer", sagte Bürgermeister Steinbrenner.

107.000 Euro kostet das neue Fahrzeug

Der Gemeinderat hatte die kommunale Anschaffung des 107.000 Euro teuren neuen Fiat Ducato bereits vor einem Jahr beschlossen, die Zusage für die Fördermittel in Höhe von 35.000 Euro traf anschließend im Mai 2019 ein. Mit der ersten Fahrt müssen sich die Leingartener allerdings noch ein wenig gedulden. Sie findet im neuen Jahr am 3. Januar statt. Der bisherige Bus war ein Leasingfahrzeug und von seiner Ausstattung nicht optimal. Die Ablagefläche im Kofferraum war zu klein. Das neue Fahrzeug hat eine Niederflurtechnik, bietet somit einen verbesserten Ein- und Ausstieg und besitzt Flügeltüren. Hinzu kommt, dass es länger und breiter ist als sein Vorgänger. Damit bietet der neue Wagen einen zusätzlichen Komfort und auch mehr Stauraum für Rollatoren.

Bürgerprojekt par excellence

Für Bürgermeister Ralf Steinbrenner gibt es einen wesentlichen Grund, warum das Konzept so erfolgreich ist: "Man braucht einen Kopf aus der Bevölkerung, der das Konzept trägt. Wenn es aus der Verwaltung vorgegeben wird, können Sie das vergessen." Dies sei ein Bürgerprojekt par excellence.

"Das neue Fahrzeug bietet fast alles, was wir uns vorstellen", sagt Paul Gräsle, Koordinator des fünfköpfigen Bürgerbus-Teams. Ein Elektrobus wäre noch besser gewesen, aber die Ladezeit hätte zu lange gedauert, so der frühere Grünen-Gemeinderat.

Am Konzept - die Fahrgäste werden kostenlos befördert - hat sich seit dem Start nichts geändert. Und auch künftig wird es dabei bleiben. Derzeit fahren pro Einsatztag jeweils zwei Ehrenamtliche - einer vormittags, einer nachmittags - den Bus. Ab 2020 wird das Netz der Ehrenamtlichen vermutlich aus bis zu 22 Fahrern bestehen. Einigen von ihnen steht noch ein Eignungstest beim TÜV bevor. Insgesamt hat der bisherige Bus 223 Einsatztage gehabt, im ersten Jahr durchschnittlich 26 Fahrgäste pro Tag befördert, im zweiten Jahr 33 - insgesamt 6000 Personen. "Probleme haben wir nur hin und wieder mit Falschparkern, die die Haltestelle zuparken. Diese werden jedoch durch unseren Vollzugsdienst verwarnt", sagt Hauptamtsleiter Philipp Burzynski.

Dankbar für das Angebot

"Die Fahrgäste sind sehr dankbar für das Angebot. Einige haben den Fahrplan sogar auswendig gelernt", sagt Paul Gräsle. Und weiter: "Es hat sich gelohnt, anzufangen. Die Fahrer sind mit Elan dabei, und die Fahrgäste freuen sich, dass sich das Angebot etabliert hat."


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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