Lauffen präsentiert drei Weine zu Ehren des Dichters Hölderlin

Lauffen  Im Hölderlinjahr 2020 ehrt die Stadt Lauffen ihren berühmten Sohn, der hier vor 250 Jahren geboren wurde, mit zwei Weinen und einem Sekt. Aber nicht nur damit wird der Dichter Hölderlin gefeiert.

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Trinkbare Botschafter des Hölderlin-Jahrs

Michael Schiefer, Eva Ehrenfeld, Tamara Elbl, Dietrich Rembold und Klaus-Peter Waldenberger (v. l.) präsentieren die Weinkollektion für das Hölderlin-Jahr.

Foto: Andreas Veigel

Lauffen hat für das Hölderlin-Jubiläumsjahr 2020 jetzt drei trinkbare Botschafter. Es handelt sich um einen 2017er Lemberger, einen 2018er Riesling sowie einen Sekt brut der Rebsorte Hölder.

Johann Christian Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770, also vor 250 Jahren, in Lauffen geboren. Die Stadt erinnert daran mit einem hochkarätigen Jahresprogramm, die Vorstellung der Hölderlin-Weine markierte am Donnerstag den Auftakt.

"Ich freue mich wie ein kleines Kind, dass es jetzt losgeht", sagte Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger, der den Sekt und die Weine gemeinsam mit der Württembergischen Weinkönigin Tamara Elbl in den Räumen der Lauffener Weingärtner-Genossenschaft präsentierte.

Mit dabei waren der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Dietrich Rembold als Produzent der beiden Hölderlin-Weine, Michael Schiefer, der den Sekt aus der Hölder-Traube liefert sowie Eva Ehrenfeld, die Hölderlin-Beauftragte der Stadt Lauffen.

Zusätzlicher Termin

Das Programm zum Festjahr Hölderin 2020 in Lauffen beginnt am 20. Februar mit der Aufführung des Rockmusicals "Hölder". Weitere Termine sind der 21. und der 22. Februar (alle um 20 Uhr). Für diese drei Vorstellungen sind allerdings wegen der großen Nachfrage schon jetzt nicht mehr in allen Kategorien Karten verfügbar, teilt das Bürgerbüro mit. Deshalb wurde mit dem 23. Februar ein Zusatztermin eingerichtet (16 Uhr). Vorverkauf: Lauffener Bürgerbüro (Tel. 07133/20770) sowie unter www.lauffen.de.

Zurückhaltendes Design

Die Flaschen kommen in äußerst zurückhaltendem Design daher. Man muss sie etwas schräg halten, um die Etiketten zu entziffern. Das ist durchaus so gewollt, wie Waldenberger erläutert: "Mit den Weinen ist es wie mit den Gedichten Hölderlins: Man muss zweimal hinschauen." Für das Design ist Ina Bauer aus Stuttgart verantwortlich.

Sie ist Gewinnerin eines Landeswettbewerbs zum 250. Geburtsjahr des Dichters und wurde mit der Gestaltung der Jubiläums-Insignien aller baden-württembergischen Hölderlin-Städte beauftragt. Neben Lauffen feiern unter anderem Tübingen und Nürtingen den 250. Geburtstag des Dichters und Philosophen.

Karl-Ernst Schmitt hatte als Vorsitzender der Weinbruderschaft Heilbronn und als Vorstandsmitglied des Hölderlin-Freundeskreises die Aufgabe, den Riesling als erster zu kommentieren: "Der reife Pfirsich, etwas Maracuja. Ein feines Mundgefühl, aber auch die frische Säure, die er noch verlieren wird."

Exklusive Produkte

Nur je 1000 Flaschen beider Weine haben die Kellermeister aufgezogen, denn die Produkte sollen exklusiv bleiben. Die Stadt beabsichtigt, die Hölderlin-Weine vor allem für repräsentative Zwecke zu nutzen. "Wir wollen nicht alles selbst trinken", so das Stadtoberhaupt. Für ihn ist der Hölderlin ein Alleinstellungsmerkmal, das man vorzüglich für das Stadtmarketing, beispielsweise beim Auftritt auf Tourismusmessen, nutzen kann.

Für das Jubiläumsjahr haben die Touristiker der Stadt neue Gesamtpakete geschnürt. So etwa das "Hölderlin-Picknick" im Weinberg mit Lesung und Leckereien. Im Prospekt der Neckar-Zaber-Touristiker findet sich das "Blinddate mit einem Dichter" inklusive Besichtigung des am 20. März öffnenden Hölderlin-Hauses, Besichtigung des Klosters Maulbronn und Eintritt im Literaturmuseum Marbach.

Weinaffiner Dichter

Hölderlin war durchaus "weinaffin", wie Eva Ehrenfeld erläuterte. Das Wort "Wein" komme im Werk des Dichters allein als Einzelbegriff 30 Mal vor. Mit der Rebsorte "Hölder", die in den 50er Jahren in der Lauffener Außenstelle der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau gezüchtet wurde, ist dem Dichter in Lauffen auch önologisch ein Denkmal gesetzt worden. 400 Rebstöcke hat Michael Schiefer vor etwa zehn Jahren, in Vorausschau des Jubiläumsjahrs, gepflanzt. Aus ihnen ist jetzt der Sekt brut entstanden.

 


Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2019 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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