Kampf den Fake News im Netz

Lauffen  Die Jugendstiftung Baden-Württemberg diskutiert im Lauffener Hölderlin-Gymnasium mit Schülern und gibt Tipps, wie man Hasskommentaren im Netz begegnen kann.

Von Friedhelm Römer

Kampf den Fake News im Netz

Vortrag und Podiumsdiskussion im Hölderlin-Gymnasium mit der Jugendstiftung Baden-Württemberg über Fake News, also falsche Nachrichten.

Foto: Friedhelm Römer

Es sind erschütternde Bilder, die in der Aula des Hölderlin-Gymnasiums auf die Leinwand gebannt werden. Auf einem sind die blutigen Gesichter von 16 Frauen zu sehen. In einem Tweet, der im August diesen Jahres die Runde machte, wurde suggeriert, dass es sich um deutsche Frauen handelt, die von Migranten geschlagen und vergewaltigt wurden. Ein Faktencheck der österreichischen Web-Seite mimikama.at klärte auf: Alles erfunden, also Fake News. Bei einer rechten Demo in Chemnitz missbrauchten Demonstranten diese Bilder auf einem Plakat für ihre Zwecke, um Angst vor Migranten zu verbreiten.

Wolfgang Antes und Stephan Ruhmannseder von der Jugendstiftung Baden-Württemberg klären auf über das Thema "Fake News: im Netz der Lügen". Die Experten regen an, Themen, die in den sozialen Netzwerken auftauchen, zu hinterfragen, geben Tipps, wie man das macht und warnen zum Beispiel vor Kettenbriefen im Netz, empfehlen, sich mit anderen auszutauschen oder sogar in Gruppen zu organisieren.

Facebook-Gruppe gegen Hasskommentare

Als Beispiel nennt Ruhmannseder die Facebook-Gruppe "#ichbinhier", die gegen Hasskommentare und Hetze im Internet vorgeht und bereits 50 000 Mitglieder habe. Und er legt den Schülern nahe, sich bei Hasskommentaren an die Meldestelle des Demokratiezentrums Baden-Württemberg oder an die Jugendstiftung des Landes zu wenden.

Es wird ein informativer Abend, denn auch viele der rund 50 Besucher - Schüler, Lehrer und Eltern - kommen zu Wort, beteiligen sich an der lebendigen Diskussion. In einer Podiumsdiskussion, unter anderem mit drei Schülern, betont Zwölftklässlerin Chiara Steurer, wie wichtig es ist, "dass die Lehrer uns beibringen, Dinge zu hinterfragen". Und Stephan Ruhmannseder ermuntert die Lehrer, sich mit den sozialen Medien zu beschäftigen und keine Berührungsängste zu haben.

Schülerpatenschaften empfohlen

"Hilfreich sind Schülerpaten und die Führung durch die Eltern", sagt Schulsozialarbeiterin Martina Baumann. Susann Gohlicke aus Klasse elf hat bereits eine Schülerpatenschaft mit einem Sechstklässler übernommen. Das Hölderlin-Gymnasium schult an einigen Tagen bereits seine Fünftklässler im Umgang mit den sozialen Medien. Friedlinde-Gurr-Hirsch, CDU-Staatssekretärin im Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, ist Impulsgeberin für diese Veranstaltung und angetan von dem Engagement in Lauffen.

Informationsdefizit bei Lehrern

Gemeinschaftskundelehrer Frank Hönekop gibt Staatssekretärin Gurr-Hirsch eine Hausaufgabe mit auf den Weg nach Stuttgart. Seine Kritik: Die Lehrer müssen den Schülern erklären, wie sie die sozialen Netzwerke hinterfragen, haben aber keinerlei Aus- und Fortbildung dazu bekommen. Seine Forderung: "Das muss in die Ausbildung aufgenommen werden."


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