Jugendhausleiter in Güglingen hat ein offenes Ohr für Probleme aller Art

Güglingen  Tim Raschke leitet seit Januar das Jugendzentrums in Güglingen. Der 27-Jährige fühlt sich nach einem Monat schon gut integriert. Er will noch mehr Nachwuchs für die Einrichtung begeistern.

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Tim Raschke regelt den Ablauf im Jugendzentrum. Seit Januar ist der 27-jährige Ludwigsburger Leiter des Treffs im Stadtgraben.

Foto: Wolfgang Müller

Zwei Herzen schlagen in Tim Raschkes Brust. Immer wieder zieht es den 27-Jährigen in die Ferne. Dann geht er auf Reisen nach Südamerika oder Asien. Oder er pilgert auf dem Jakobsweg bis Santiago de Compostela. Auf seine Heimat kann der Ludwigsburger aber nicht verzichten. "Ich bin offen für Neues, brauche aber auch einen Ruhepol." Seit Anfang des Jahres ist Raschke der neue Leiter des Jugendzentrums in Güglingen. "Ich freue mich auf die Aufgaben hier", sagt der gelernte Jugendheimerzieher.

Noch keine negativen Erfahrungen

Mit großen Erwartungen ist Raschke, der als Sozialpädagoge bei der Diakonie in Heilbronn angestellt ist, nicht nach Güglingen gekommen. "Ich erwarte nie etwas im Vorfeld. So kann man nicht enttäuscht werden." Dass es in Güglingen nicht einfach werden würde, habe man ihm gesagt. "Aber was ist einfach?", fragt er zurück.

Bisher habe er hier keine negative Erfahrung gemacht. Das Klientel sei interessant, aus dem Gebäude lasse sich etwas machen. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung laufe bisher sehr gut. In ein paar Monaten werde er wohl nach Güglingen ziehen.

Dartscheibe und Spielekonsole auf der Liste

"Früher gab es hier ein Tonstudio", hat Raschke erfahren. Das wolle er wieder aufbauen. Überhaupt gebe es im Jugendzentrum eine Menge zu tun. Aus dem alten Besprechungszimmer will er einen Tanzraum machen. Ein großer Spiegel muss noch her. Eine Dartscheibe und eine Spielekonsole stehen auf seiner Liste. Der Billardtisch im Eingangsbereich ist unbespielbar. "Wir werden ihn gemeinsam restaurieren", sagt Raschke. Im Garten kann er sich zudem eine kleine Calisthenics-Anlage vorstellen.

Zur Person

Der 27-jährige Tim Raschke ist in Ludwigsburg aufgewachsen. Nach der Mittleren Reife hat er ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und in Stuttgart eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher absolviert. Nach einer Station in Leipzig zog es ihn zurück in seine Heimat. In Ludwigsburg hat Raschke sieben Jahre als Erzieher in einem Kindergarten gearbeitet. Seit Januar leitet er das Jugendzentrum in Güglingen.

Treff soll wie ein zweites Zuhause sein

Rund 80 Jugendliche kommen in den Treff. Die einen regelmäßig, die anderen eher selten. Raschkes Ziel ist es, möglichst viele in die Einrichtung zu ziehen und für das Jugendzentrum zu begeistern. "Es soll wie ein zweites Zuhause sein", sagt der Leiter des Treffs.

Dass er selbst gerade einmal 27 Jahre alt ist, sieht er als großen Vorteil. "Ich bin noch nicht zu weit weg von den Themen", sagt er. Die Jugendlichen sähen ihn als Ansprechpartner. Schon bei seinem Praktikum im Dezember habe er eine große Wertschätzung gespürt. "Ich wurde gleich integriert."

Besserer Zuhörer als Redner

Als Jugendhausleiter werde er viel von seiner Persönlichkeit einbringen. "Ich bin ein offener und direkter Typ", sagt Raschke. Und ein besserer Zuhörer als Redner. "Ob bei Liebeskummer oder bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch: Ich kann ihnen helfen, wenn sie wollen", sagt der Treffleiter. Er ist überzeugt, dass man den Jugendlichen noch etwas mit auf den Weg geben kann. Sein Credo: Authentisch sein und offen für Neues.

Jugendrat steht auf der Wunschliste

Den Güglinger Jugendlichen will Raschke möglichst mehr Mitspracherecht rund um das Jugendzentrum im Stadtgraben einräumen. Wünschenswert aus seiner Sicht wäre beispielsweise ein Jugendrat, der vorsprechen und sich um verschiedene Bereiche selbst kümmern kann.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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