Jetzt wird aus dem Brackenheimer Schloss ein Hotel

Brackenheim  Nach zwölf Jahren Planung geht es los: In und am Brackenheimer Schloss wird nun gebaut. Der Pforzheimer Investor plant zum Hotel eine Vinothek, ein Restaurant und ein Weinbaumuseum.

Der Bürgermeister von Brackenheim gerät ins Schwärmen. Am Montag hat der Bau für die Weinzeit im Schloss begonnen.

Bürgermeister Rolf Kieser (Mitte) und Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler (rechts) setzen mit Vertretern aus Politik, Weinbau, Architektur und Landesmuseum den Spaten an.

Foto: Tina Schulze

Für Bürgermeister Rolf Kieser ist es ein Meilenstein in der Stadtentwicklung. Beim Spatenstich am Montagmorgen nennt er das Projekt Weinzeit im Schloss in einem Atemzug mit dem Rathausanbau und dem Bau des Bürgerzentrums. "Es ist ein besonderer Tag für die Stadt und die ganze Region", sagte das Stadtoberhaupt vor mehr als 100 Gästen. Brauereichef und Hotelier Wolfgang Scheidtweiler aus Pforzheim, der das Projekt realisiert, versprach: "Sie kriegen hier ein großartiges Gebäude."

Stadt und Hotelier teilen sich die Kosten

Gut Ding will Weile haben - unter der Überschrift stand der Spatenstich für die Weinzeit im Schloss. Zwölf Jahre sind seit den ersten Planungen vergangen. "Es gab in dieser Zeit auch einige Rückschläge", sagte Kieser. Umso mehr freute sich der Rathauschef über den baulichen Startschuss für das rund zehn Millionen Euro teure Projekt. Die Stadt Brackenheim und Scheidtweiler teilen sich die Kosten zu je 50 Prozent. Der städtische Anteil ist auf maximal fünf Millionen Euro gedeckelt. "Die Kosten haben wir bereits angespart", sagte Kieser.

Neubau mit Restaurant

38 Hotelzimmer werden im rund 500 Jahre alten Schloss entstehen. Dazu kommt ein Neubau mit einem Restaurant mit bis zu 60 Sitzplätzen und eine Vinothek. In den Gewölbekellern wird sich alles um den edlen Rebensaft drehen. Hier wird auf rund 700 Quadratmetern eine Ausstellung konzipiert, die sich um den Wein und dessen Anbau dreht. Exponate kommen unter anderem von der Stadt. Brackenheim hat dem Stuttgarter Haus der Geschichte Teile der 2006 gezeigten Ausstellung "Reinen Wein einschenken - Weinwelt im Wandel" abgekauft. Auch Scheidtweiler selbst hat inzwischen eine Reihe von Ausstellungsstücken erworben.

Bürgermeister spricht von Impulsen für die Stadt

Bürgermeister Kieser verspricht sich von dem Projekt wegweisende Impulse für die Stadt und die Weinbauern in der Region. "Wir machen die besten Weine aller Zeiten", sagte Kieser. "Das wissen nur zu wenige." Mit der Weinerlebniswelt solle sich das ändern, so Kieser, der sich zudem auch eine Förderung des Tourismus verspricht. "Davon wird auch die Innenstadt und der Einzelhandel profitieren", ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Auch städtebaulich werde Brackenheim aufgewertet. Geplant ist neben dem Neubau auch ein Umbau des Platzes zwischen dem Schloss und dem Theodor-Heuss-Museum.

Auch für die Staatssekretärin im Stuttgarter Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, ist der Spatenstich ein besonderes Datum. Die Untergruppenbacherin hat das Projekt von Anfang an begleitet. Dass es nach zwölf Jahren realisiert wird, führt sie in erster Linie auf die Eigenschaften zweier Personen zurück: Ein Bürgermeister mit der Kondition eines Marathonläufers treffe auf einen Unternehmer, "der sich alles zutraut", sagte Gurr-Hirsch.

Bierbrauer konzipiert Weinausstellung

Lemberger sei sein liebster Rotwein, sagte Scheidtweiler. Dass er aber als Bierbrauer eine Weinerlebniswelt konzipiere, führte er auf die gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und der Verwaltung zurück. "Ohne Kieser wäre das nichts geworden", sagte der Hotelier. Den Brackenheimern versprach er "ein großartiges Gebäude und ein Hotel, das bestens rein passt".

Auf ein Fertigstellungsdatum wollte sich Jürgen Schwefel von der Metzinger Baufirma Brodbeck nicht festlegen. Er rechnet damit, dass im Frühjahr 2020 Richtfest ist, und die Bauzeit insgesamt zwölf bis 14 Monate dauern wird.

 


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