Hier kann man E-Autos im Zabergäu und Leintal aufladen

Leintal/Zabergäu  Nun können auch in der Ortsmitte von Massenbachhausen Elektrofahrzeuge aufgeladen werden. Brackenheim macht mit seiner Säule gute Erfahrungen, das kostenlose Aufladen nähert sich aber dem Ende.

Von Simon Gajer
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Parkplatz für Elektrofahrzeuge: Bei der Mehrzweckhalle hat die Gemeinde Massenbachhausen eine Ladesäule errichtet, an der zwei Autos aufgeladen werden können.

Fotos: Simon Gajer

Städte und Gemeinden im Leintal und im Zabergäu investieren in die Infrastruktur für Elektofahrzeuge. In Pfaffenhofen ist kürzlich eine Ladesäule für Stromer zur Nutzung freigegeben worden, nun folgte Massenbachhausen. Auch am Erlebnispark Tripsdrill soll es bald Schnellladesäulen geben.

Massenbachhausenes Bürgermeister Nico Morast ist froh, dass die Gemeinde ihren Beitrag zur Elektromobilität leiste. Zusammen mit EnBW-Kommunalberater Kim Gerlach hat er die Ladesäule bei der Mehrzweckhalle freigegeben. Die Kosten lagen bei 13.000 Euro, vom Bund erhält der Ort 5200 Euro. Für jedes Aufladen ist ein Euro fällig.

Das Umfeld der Halle gilt als grüne Ortsmitte

Das Umfeld der Halle gilt als "grüne Ortsmitte", sagt Bürgermeister Morast. Der Ort hat bei der Gestaltung einen großen Wert auf Barrierefreiheit und Mobilität gelegt. So befinden sich dort auch Fahrradabstellplätze und eine Rad-Service-Säule, an den Pkw-Ladesäulen können auch E-Bikes aufgeladen werden.

Mehr Ladesäulen für Stromer

Die Massenbachhausenerin Dagmar Bauer (rechts) ist die erste private Nutzerin der der Säule, mit Nico Morast (von links), Stefanie Heil und Kim Gerlach.

Die erste private Nutzerin der Säule war Dagmar Bauer. "Es ist schön, dass es das Angebot jetzt auch bei uns gibt", betont sie. Die beiden Parkplätze stehen nur Elektrofahrzeugen offen, allerdings weiß Bauer aus Erfahrung: An anderer Stelle wie etwa Einkaufszentren komme es oft vor, dass andere Autos darauf parken.

Diese Erfahrungen macht Brackenheim

Seit Juni 2016 steht am Brackenheimer Rathaus eine Ladesäule, an der zwei Elektrofahrzeuge kostenlos aufgeladen werden können. In den zurückliegenden Jahren wurde das Angebot immer stärker nachgefragt: Ab der Inbetriebnahme bis Ende 2016 wurde Strom mit einer Leistung von 3100 Kilowattstunden bezogen, im gesamten Jahr 2017 waren es dann 11.200 Kilowattstunden und 2018 bereits 13.900 Kilowattstunden, weiß der städtische Klimaschutzmanager Thomas Königstein. Unterm Strich habe das im vergangenen Jahr bedeutet, dass die Stadt 3500 Euro für den Ökostrom ausgegeben hat. "Es geht langsam ins Geld."

Brackenheim will allerdings das Auflade-System ändern. Mitte 2020 soll eine weitere städtische Ladesäule bei den Fachmarktzentren in Betrieb geben, und dann ist es mit dem kostenlosen Strombeziehen vorbei. Nach welchem System das Laden abgerechnet werde, sei nicht entschieden, sagt Thomas Königstein. Auch zum Preis, der für den Strom zu bezahlen ist, lässt sich eineinhalb Jahre vorher wenig sagen.

Brackenheim will den Strom nicht teuer verkaufen

Nur eines ist dem Brackenheimer Rathausmitarbeiter Thomas Königstein wichtig: "Wir wollen den Strom nicht teuer abgeben." Eine Absage erteilt der Klimaschutzmanager deshalb solchen Tarifen, die beispielsweise fünf Euro je Stunde verlangen. "Wir wollen den Strom günstig abgeben", betont er auf Stimme-Anfrage. Langfristig angepeilt sei, dass die Kosten für die Ladesäule und ihr Aufstellen abgedeckt werden. "Wir wollen, dass es gerade so kostendeckend ist." Der Stadt gehe es nicht darum, mit der Säule etwas zu verdienen.

Mit der zweiten Säule investiert die Stadt außerdem im Zentrum in eine Ladestation für E-Bikes. Schwaigern will die eigene Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausbauen. Im August ging eine Ladesäule am Rathaus in Betrieb, die aus Sicht der Verwaltung häufig genutzt wird. Weitere sind an der Frizhalle sowie am Bahnhof geplant.

Tripsdrill will Schnellladesäule aufstellen

Der Erlebnispark Tripsdrill denkt im Zuge der nächsten Erweiterung auch an die Elektrofahrzeuge der Besucher. "Wir planen, mehrere Schnellladesäulen aufzustellen", sagt Pressesprecher Birger Meierjohann. Zum jetzigen Zeitpunkt lasse sich dazu allerdings nicht mehr sagen, da das Bebauungsplan-Verfahren läuft.

 

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