Haltestelle Hagdol in Lauffen kommt auf den Prüfstand

Lauffen  Die Lauffener Citybus-Station am Seniorenzentrum Haus Edelberg wird kaum genutzt. Eng getakteter Zeitplan erfordert Abwägungen.

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Haltestelle Hagdol kommt auf den Prüfstand

Viele Bürger sind mit dem Citybus zufrieden. Durchschnittlich 68?000 bis 70?000 Fahrgäste nutzen Jahr für Jahr das innerörtliche Angebot.

Foto: Andreas Veigel

Der Citybus gilt als Erfolgsmodell in Lauffen. Vor über 41 Jahren ging die Firma Gross mit ihren sogenannten Schuhschachteln an den Start, um eine innerörtliche Busverbindung zu schaffen.

Heute befördert der Citybus, der seit 1997 Teil des Heilbronner Verkehrsverbundes (HNV) ist, konstant zwischen 68 000 und 70 000 Personen pro Jahr, zwischen 230 und 250 an Wochentagen und bedient 37 Haltestellen. Und die Lauffener hätten gerne noch mehr. Doch das führt zu einem Dilemma: Mehr Haltestellen würden den Zeitplan durcheinander bringen und damit die Zuverlässigkeit gefährden.

Kaum Frequenz an Haltestelle am Seniorenzentrum

Vor zwei Jahren wurde aufgrund eines Ratsbeschlusses eine Haltestelle auf dem Parkplatz am Hagdol beim Seniorenzentrum Haus Edelberg eingerichtet, stattdessen jedoch die drei kaum frequentierten Haltestellen der Paulinenstraße, Neckarstraße und Seestraße gestrichen. Dies führte zu einigen Beschwerden der dortigen Nutzer. Dennoch galt es, den bestehenden Zeitrahmen einzuhalten.

Nun befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung erneut mit dem Thema, denn die Haltestelle Hagdol werde lediglich von einer handvoll Fahrgästen pro Tag genutzt. "Die Haltestelle kostet uns fünf Minuten, aber der Zeitplan ist eng getaket", verdeutlichte Andreas Kühner, Geschäftsführender Gesellschafter den Räten.

Auch eine Haltestelle Ulrichsheide am Freibad wünschen sich die Bürger und die Schulen immer wieder. Hier macht die Höhe des Busses jedoch Probleme, denn das Gefährt passt nicht unter die B 27-Brücke durch.

Diverse Meinungen

Unterschiedliche Auffassungen hatten die Stadträte zur Haltestelle Hagdol. "Auch bei uns kommt an, dass die Haltestelle Hagdol kaum genutzt wird", sagte Axel Jäger (CDU). Und Michael Mühlschlegel (FDP) betonte: "Wir halten die Haltestelle für entbehrlich", und stellte eine mögliche Anfahrt des Freibades zumindest in der Saison von Mai bis September in den Raum.

Renate Brauch (SPD) sprach sich für den Erhalt der Haltestelle aus: "Wir halten Hagdol für unentbehrlich." Sie setzt auf "mehr Flexibilität". So sollte der Bus in den Stoßzeiten häufiger fahren als in den übrigen Phasen. Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger verdeutlichte noch einmal das Grundproblem: "Es gibt immer den Wunsch nach mehr Haltestellen. Aber wenn der Citybus nicht zuverlässig kommt, haben wir nichts davon."

Wichtiger Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur

Haltestelle Hagdol kommt auf den Prüfstand

Insgesamt erhielt der Citybus große Zustimmung von den Räten. "Der Bus ist ein essentieller Bestandteil unserer Verkehrsinfrastruktur", lobte Ralf Roschlau (Grüne), kritisierte jedoch den hohen Preis für die Monatskarte, der bei 56 Euro liegt.

Lob kam auch von Michael Mühlschlegel: "Wir freuen uns, dass der Citybus ein Projekt ist, dass schon lange funktioniert." Eine im Oktober und November von der Hochschule Heilbronn durchgeführte Fahrgastbefragung bestätigte die Auffassung der Stadträte: Auch die Kunden sind demnach mit dem Angebot zufrieden. Diese äußerten jedoch die Wünsche, die Haltestellen mit Bänken und Dächern auszustatten und den Fahrplan besser auf die Zugverbindungen abzustimmen.

Einen Beschluss fasste das Gremium letztlich nicht. "Wir werden das Thema noch einmal mitnehmen und wollen es optimieren", so der Bürgermeister.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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