Fotospots an reizvollen Punkten

Brackenheim  Der Neckar-Zaber-Tourismus beschreitet mit Foto-Spots neue Wege. Die Landschaft wird auf den Spuren des Weins in Szene gesetzt.

Von Helga El-Kothany

Fotospots an reizvollen Punkten

Neues Wahrzeichen: Vor dem ersten Wein-Fotospot freuen sich (von links) Fritz Fender, Sabine Hübl, Carolin Klöckner, Ute Frank und Rolf Kieser.

Foto: Helga El-Kothany

Sanfte Hügel, Wälder, Reben, eingerahmt von Neckar und Zaber, dazu historische Gebäude, Weinbau- und gastronomische Betriebe. Ideale Voraussetzungen für den Tourismus in der Region, deren Potenzial nicht nur Sabine Hübl, Geschäftsführerin des Neckar-Zaber-Tourismus in Brackenheim, gern noch viel mehr ausschöpfen möchte. "Wir haben hier keinen Eiffelturm, kein Brandenburger Tor. Wir müssen uns unsere eigene "Landmark" schaffen." Mit großem Engagement hat sie daher mit vielen Mitstreitern die Idee eines attraktiven Wahrzeichens für die Region realisiert.

Mannshohe Buchstaben aus Stahl

Seit Donnerstag laden nun drei mannshohe Stahlbuchstaben - W, E und N -, hergestellt in der Schlosserei Fritz Fender in Brackenheim, an bisher drei exponierten Stellen zu Fotos und Selfies ein. Den Anfang der Einweihungsrunde macht die Buchstabengruppe am Weinausschank im Neipperger Zweifelberg, direkt neben dem Natur- und Weinlehrpfad. Die vorbeikommenden Wanderer oder Radfahrer können nun selbst als I zwischen den Buchstaben zum Fotomotiv werden, also zu dem fehlenden "Viertel Wein".

Der Blick schweift von dieser Position weit über das Land, die Weinberge, Ortschaften. Eine Landschaft, die, wie Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser betont, den Vergleich "schwäbische Toskana" gar nicht nötig habe. "Toskanas" gebe es viele, das Zabergäu dagegen sei einmalig. Schmunzelnd ergänzt er noch, man könne auch sagen: "In Italien gibt es das piemontesische Zabergäu."

Daher ist es auch ihm ein Anliegen, die Werbung für die Region und ihre hochwertigen Produkte zu intensivieren, den Tourismus zu fördern. Die württembergische Weinkönigin Carolin Klöckner ist auf jeden Fall begeistert und posiert gleich als "I-Tüpfelchen." In ihrem Grußwort zitiert sie den französischen Filmregisseur Robert Bresson: "Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre." Die Landschaft richtig in Szene zu setzen, ist für sie ein richtiger und wichtiger Schritt.

Erste Wandergruppe ist angetan

Kaum ist der Fotospot offiziell eröffnet, kommt auch schon die erste große Wandergruppe vorbei. Claudia Hönnige aus Neipperg schlüpft begeistert in die I-Lücke. "Ganz toll! Es gibt keinen perfekteren Platz!"

Weiter geht"s zum nächsten Fotospot, zum Weinhüttle am Bühl, am Zabergäu-Radweg zwischen Dürrenzimmern und Nordhausen, wo schon viele Vatertagsausflügler einen Halt eingelegt haben, und von dort zum dritten Spot am Lauffener Kiesplatz. "Ein Hotspot, wo die Musik in Lauffen spielt", wie Lauffens Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger den Platz bezeichnet, der noch weiter ausgebaut werden soll. Die Lage am Neckar verbindet ideal den Fluss mit den historischen Gebäuden Regiswindiskirche zur einen und Rathausburg zur anderen Seite, die, vom Neckar umspült, den Hintergrund auf den Wein-Fotos abgibt.

Mit den Pfunden wuchern

"Seliges Land! Kein Hügel in dir wächst ohne den Rebstock", zitiert Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch den berühmtesten Sohn der Stadt, Friedrich Hölderlin. "Es braucht mehr Besinnung auf das, was wir haben." Die wirtschaftlich günstige Lage sollte man nützen, um mit seinen Pfunden zu wuchern, die Winzerdörfer erkennbar und schöner zu machen, in die Gastronomie, Hotellerie, Gastlichkeit zu investieren und die Landschaften und Naturräume für seine Gäste erlebbarer werden zu lassen. "Damit sie nicht nur vorbeiradeln."

Vier weitere WEIN-Fotospots in der Region werden demnächst folgen. Inflationär möchte man mit den neuen Wahrzeichen allerdings nicht umgehen. Sie sollen etwas Besonderes bleiben.

 


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