Einheimische Pflanzen sollen Insekten helfen

Güglingen  Die Nabu-Ortsgruppe und der städtische Bauhof legen rund um den Edeka-Markt eine Blühwiese für Insekten an. Das Projekt dient als Vorbild für Gartenbesitzer und Firmen.

Von Wolfgang Müller

Einheimische Pflanzen sollen Insekten helfen

Die bisherige Renaturierung der Zaber ist für den stellvertretenden Vorsitzenden der Güglinger Ortsgruppe des Nabu eine gelungene Sache.

Rund um den Güglinger Edeka Auracher haben Mitglieder des Nabu und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs jetzt gemeinsam in die Hände gespuckt. Auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern hat die Truppe um Joachim Esenwein und Bauhofleiter Uwe Sandler mit Schaufeln, Hacken und Bagger einer sogenannten Blühwiese im wahrsten Sinne des Wortes den Boden bereitet.

"Es geht uns nicht um schöne Blumen", sagt Renate Nowak, Schriftführerin beim Nabu-Ortsverein. "Wir legen Wert darauf, dass er einen Nutzen für Insekten und Vögel hat." Das Projekt soll außerdem Vorbild sein für private Gartenbesitzer und weitere Firmen mit Außenanlage.

Heimische Pflanzen sollen Insekten anlocken

Rindenmulch, Hackschnitzel und Unkraut rund um einen Vollsortimenter, der auf regionale Produkte und Bioware setzt: "Das passt nicht zusammen", ist Joachim Esenwein sicher. Die Idee, die Fläche biologisch sinnvoll zu nutzen, war schnell geboren. Eine sogenannte Blühwiese mit autochthonen Pflanzen böte sich hier an. Pflanzen, die hier heimisch sind, würden sicher von Insekten angesteuert, erklären die Nabu-Vertreter und denken dabei vor allem an Wildbienen.

Edeka-Inhaberin Birgit Auracher ließ sich nicht lange bitten und gab grünes Licht für das ökologische Projekt rund um ihren Einkaufsmarkt. Auch der Chef des städtischen Bauhofs zeigte sich von Anfang an begeistert. "Ich bin bei so etwas immer dabei. Ich muss das aber auch dürfen", sagt Sandler.

Bei Rathauschef Ulrich Heckmann müsse man nicht lange offene Türen eintreten, sagt Esenwein. "Der Bürgermeister ist unseren Belangen gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit ihm ist gut", betont der stellvertretende Vorsitzende der Nabu-Gruppe.

Nabu und Bauhof arbeiten zusammen

Etwa zehn Nabu-Mitglieder und acht Mitarbeiter des Bauhofs arbeiten an dem Projekt. Zuerst galt es, die Randbereiche zu säubern, also Mulch und Unkraut zu entfernen. Anschließend wird der Boden rund fünf Zentimeter tief freigelegt. "Danach legen wir über die gesamte Fläche eine biologisch abbaubare Wurzelschutzfolie aus. Es folgen drei Zentimeter Substrat, auf die die Ansaat ausgelegt wird. "Das müssen wir dann nur noch abwalzen", sagt Bauhofleiter Sandler.

Was die ausgebrachte Saat jetzt braucht, ist viel Feuchtigkeit. "Wir hoffen natürlich auf Regen", sagt Esenwein. Ansonsten müssen die Nabu-Leute viel gießen. "In sechs Wochen kann man schon etwas sehen", prognostiziert Sandler. Und schließlich haben Mitglieder der Wildlife-Jugend ein Wildbienenhaus gebaut und stellen es auf dem Gelände auf.

Infotafeln sollen folgen

Einheimische Pflanzen sollen Insekten helfen

Mit Schaufel, Hacke und Bagger bereiten unter anderem (v.l.) Joachim Esenwein, Renate Nowak und Uwe Sandler einer Blühwiese rund um den Edeka-Markt den Boden.

Fotos: Wolfgang Müller

Wenn es soweit ist, sollen auch Informationstafeln aufgestellt werden. "Wir wollen mit dem Projekt eine Vorbildfunktion übernehmen", sagt Renate Nowak. Der Nabu setzt darauf, dass Privatleute in ihren Gärten ebenfalls Blühwiesen pflanzen könnten. "Es reichen auch schon ein paar Quadratmeter", sagt Esenwein. Auch andere Firmen könnten dem Beispiel folgen, so der stellvertretende Nabu-Vorsitzende.

Für Joachim Esenwein ist die Blühwiese rund um den Edeka kein punktuelles Projekt. Der Fraktionssprecher der Bürger Union im Gemeinderat stellt sie vielmehr in eine Reihe einzelner Maßnahmen, die unter der Überschrift Renaturierung der Zaber stehen.

Die Wiese vernetzt sich mit der Wasserrückhaltefläche, einem sogenannten Mulden-Rigolen-System für das Rückhalten von Dachflächenwasser des Gewerbegebiets sowie einem Naturgraben entlang der Zaber. Mit Blick auf weitere Projekte schätzt Esenwein die Fläche des Uferstreifens südlich der Zaber auf rund sechs Hektar.

 


Pflanzenarten

Heimische Pflanzen für heimische Insekten, so lautet die Idee, die hinter dem Blühwiesen-Projekt rund um den Güglinger Edeka Auracher steckt. Gesetzt werden unter anderem Wildsträucher wie Haselnuss, Hartriegel, Sanddorn, Feldahorn und Obstgehölz. Darüber hinaus werden auch heimische Blumen wie unter anderem Natternkopf, Klatschmohn, Ringelblumen Malve, Hornklee, Königskerze, Sonnenblume, Margeriten, Hornklee, wilde Möhre gepflanzt.

 

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