Echte Fans halten dem VfB auch in der Krise die Treue

Pfaffenhofen  Die Zaberschwaben sind vor dem Baden-Württemberg-Derby des VfB Stuttgart gegen die TSG Hoffenheim optimistisch. Der VfB-Fanclub aus dem Zabergäu hat mit seinem Verein schon viele Höhen und Tiefen erlebt.

Von Nicole Theuer

Echte Fans halten dem VfB auch in der Krise die Treue

Den VfB im Herzen: Die Zaberschwaben Carola Böthführ und Erich Böckle sind Stuttgart-Fans aus Überzeugung.

Foto: Nicole Theuer

Seit 40 Jahren gibt es den Verein "Zaberschwaben", hinter dem sich ein Fanclub des VfB Stuttgart verbirgt. Klar, dass die Mitglieder dem Baden-Württemberg-Derby am Samstag gegen Hoffenheim entgegenfiebern.

Erich Böckle hält dem Verein mit dem Brustring auf dem Trikot schon sehr lange die Treue. "Ich war 1953 das erste Mal im Stadion − und fasziniert von der Menschenmenge", erzählt er. Gesittet sei es damals zugegangen, "es waren andere Zeiten". Damals habe man noch bedenkenlos den Nachwuchs mit ins Stadion nehmen können, "Bengalos und Wunderkerzen waren kein Thema".

Von der Haupttribüne aufs Sofa

Bis vor vier Jahren war Böckle Dauerkarteninhaber: "Seit 1963 hatte ich auf der Haupttribüne meinen festen Platz." Vor vier Jahren beschloss er, auf die Dauerkarte zu verzichten: "Für das Gekicke wollte ich kein Geld mehr ausgeben." Jetzt schaut er die Spiele auf dem Sofa an. Eines steht für ihn fest: "Ein echter Fan zeigt sich in Krisenzeiten."

Bei aller Begeisterung für den aktuellen 16. der Fußball-Bundesliga hat Böckle seinen kritischen Blick behalten. "Wenn wir als Fußball-Laien Fehler sehen, warum sehen sie dann die Verantwortlichen nicht?" fragt er in die Runde. "Warum werden Spieler, die ihre Leistung nicht bringen, immer wieder aufgestellt?"

Fans erkennen leichten Aufwärtstrend

"Man kann schlechte Spiele nicht schönreden", meint auch Carola Böthführ. Aber Nachkarten ist nicht ihre Sache. "Natürlich ärgere ich mich über Niederlagen und schimpfe auch, und manchmal schaue ich mir die Spiele abends noch mal im Fernsehen an und ärgere mich noch mal, aber dann ist das Spiel für mich abgehakt." Sie ist optimistisch, dass es mit dem direkten Klassenerhalt noch klappen wird. "In den letzten drei, vier Spielen ist es besser gelaufen."

Auch in Dortmund. Carola Bothführ war dort. Mit ihrer etwa zehnköpfigen Gruppe ging sie in die Hotellobby und traf dort einzelne Spieler. "Je näher das Spiel rückte, desto mehr hat man gemerkt, wie sich die Spieler fokussieren und in den Tunnel kommen", wirft Stefan Böthführ ein, der Zweite Vorsitzende der Zaberschwaben. Der Norddeutsche bevorzugte ursprünglich Eintracht Braunschweig, doch seit 1984, seit seinem Umzug in den wilden Süden, "gibt es nur noch den VfB".

Bei den Heimspielen ist das Ehepaar regelmäßig im Stadion. "Ich stehe, so lange ich kann, im Block 36 in der Cannstatter Kurve", bekräftigt Carola Böthführ. Dort ist man eine feste Truppe. Die Gemeinschaft ist eingeschworen, vor den Spielen wird ausgemacht, wer welche Zutaten für den Halbzeitimbiss mitbringt.

Mit gutem Gefühl in die Arena

Ehrensache, dass die Bothführs auch am Samstag in der Mercedes-Benz-Arena sind. "Wenn es der Mannschaft gelingt, an die Leistung der vergangenen Woche anzuknüpfen, dann sind wir gegen Hoffenheim nicht chancenlos", glaubt Carola Böthführ. Das Potenzial, gegen die Nagelsmann-Truppe zu bestehen, sieht Carola Böthführ durchaus. Umso mehr tritt sie die Fahrt aus dem heimischen Eibensbach in die Landeshauptstadt "mit einem guten Gefühl" an.

 


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