Bürgerbus ersatzlos gestrichen

Güglingen  Für den gescheiterten Bürgerbus in Güglingen gibt es kein Ersatzangebot. Alternativvorschläge liefen ins Leere.

Von Wolfgang Müller

Bürgerbus ersatzlos gestrichen

Zu wenig Nachfrage hat den Bürgerbus ausgebremst. Nach monatelanger Diskussion im Gemeinderat gibt es für das gescheiterte Projekt keinen Ersatz. Foto:Archiv/Dorn

 

Für den gescheiterten Bürgerbus in Güglingen gibt es kein Ersatzangebot. Das hat der Gemeinderat der Stadt am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen. Damit hat sich das Gremium gegen die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Taxiunternehmen entschieden.

"Hören wir auf damit", sagte Werner Gutbrod (Freie Unabhängige Wählervereinigung). "Es gibt derzeit einfach keinen Bedarf", so der Stadtrat weiter. Die Bürgervertreter beschlossen außerdem, das Fahrzeug für 58.000 Euro zu verkaufen. Zuletzt wollten die Räte nicht unter 70.000 Euro gehen.

Taxiunternehmer sollte Bürgerbus ersetzen

Dass das Projekt Bürgerbus in der Römerstadt gescheitert ist, hatte der Gemeinderat bereits Ende Juni eingesehen. Ganz aufgeben wollten Bürgermeister Ulrich Heckmann und die Räte den Fahrdienst aber erst einmal noch nicht. Immerhin wäre eine Alternative zum Bürgerbus älteren Bürgern mit Gehbehinderung zugute gekommen, so das Argument quer durch alle Fraktionen. Die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Taxiunternehmen sollte es richten. Wie die aussehen sollte, darauf konnte sich das Gremium in vier aufeinanderfolgenden Sitzungen aber nicht einigen.

Nach einigem Hin und Her hatte der Rat die Verwaltung in seiner Oktobersitzung damit beauftragt, im November ein schlüssiges Ersatzangebot zu erarbeiten. Die Varianten, die der Bürgermeister am Dienstagabend vorstellte, konnte die Mehrheit des Gremiums aber nicht überzeugen. "Der Bürgerbus war ohne Erfolg. Und wir hatten vier Sitzungen ohne Erfolg", sagte Klaus Jesser (Freie Unabhängige Wählervereinigung) und beantragte, das "Projekt Bürgerbus ersatzlos zu streichen und den Bus für 58.000 Euro zu verkaufen".

Wenig Gegenliebe im Ratsrund

Auch Bürgermeister Heckmann selbst konnte am Ende den Alternativvorschlägen der Verwaltung nicht viel abgewinnen. Er stimmte für den Antrag der Freien Unabhängigen Wählervereinigung, der mit 11:9 Stimmen eine denkbar knappe Mehrheit erreichte.

Auf zu wenig Gegenliebe im Ratsrund stießen zwei weitere Alternativvorschläge. Frank Naffin (Neue Liste) sprach sich dafür aus, mit dem Taxiunternehmen zusammenzuarbeiten. Der Fahrdienst sei für Bürger ab 75 Jahre mit Gehbehinderung gedacht. Fahrten sollten an allen Tagen in den normalen Taxibetrieb einbezogen werden. Terminfahrten müssten zwei Tage vorher angemeldet werden. Die Abrechnung mit der Stadt solle laut Naffin monatlich erfolgen.

"Dieses Paket hat einen hohen Nutzen für die Bürger", so Naffin. Das Argument von Jesser und Gutbrod, mit dem Fahrdienst wolle man einen Bedarf schaffen, den es in Wirklichkeit gar nicht gebe, bezeichnete der Stadtrat der Neuen Liste als "engstirnig".

Auch der Vorschlag von Joachim Esenwein (Bürger Union) lief ins Leere. Esenwein hatte beantragt, "einen Verein zur Förderung des sozialen Zusammenhalts zu gründen", dem die Stadt den ausrangierten Bürgerbus zur Verfügung stellen solle. Unter dem Dach eines Vereins könnten solche Busfahrten auch außerhalb des Stadtgebiets stattfinden. Etwa zum Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn, begründete Esenwein seinen Vorschlag. Unter städtischer Regie sei das nicht möglich, weil die Kommune dem ÖPNV-Angebot des Landkreises Heilbronn keine Konkurrenz machen darf. Kommentar: "Kurve gekriegt"