Brackenheimer Verwaltung hat sieben Baugebiete im Visier

Brackenheim  Mit Bauplätzen und bezahlbaren Wohnungen will Brackenheim attraktiv bleiben. Sondierungsgespräche mit den Grundstückeigentümern laufen jetzt an.

Von Wolfgang Müller
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Das geplante Baugebiet Hoffeld III umfasst rund 2,7 Hektar Fläche und befindet sich in der Kernstadt. Rechts im Bild ist der Grenzzaun zum Dach des Edeka.

Foto: Müller

Seit Jahren herrscht regelrechte Wohnungsnot in Brackenheim. Es gibt derzeit keinen einzigen Bauplatz für die rund 200 Interessenten, die auf der Warteliste stehen. Auch bezahlbarer Wohnraum ist in der Heuss-Stadt Mangelware.

Verwaltung und Gemeinderat wollen dieses Problem jetzt konsequent anpacken. Für sieben Flächen, verteilt auf sechs Stadtteile, hat das Gremium jeweils einen Aufstellungsbeschluss gefasst, um neuen Platz für Wohnbau zu schaffen.

Kommune will sozialer Verantwortung gerecht werden

"Wir brauchen dringend Fläche", sagt Bürgermeister Rolf Kieser. Mit den sieben Aufstellungsbeschlüssen hat die Stadt jetzt rund zwölf Hektar Boden im Visier, um sowohl attraktiv für junge Familien zu sein, die ein Eigenheim bauen wollen. Aber auch, um der sozialen Verantwortung der Kommune gerecht zu werden, betont der Rathauschef. Ziel seien nämlich auch Geschossbauten, die den Kriterien für "bezahlbaren Wohnraum" standhalten. Damit meint Kieser Wohnungen, "die 30 Prozent unter der Vergleichsmiete liegen".

"Wir können natürlich nicht alle sieben Flächen gleichzeitig umsetzen", betont das Stadtoberhaupt. Dies würde allein schon die finanzielle und personelle Struktur der Verwaltung überfordern. Dennoch wird Bauamtsleiter Heiko Bleibdrey jetzt alle sieben Flächen parallel sondieren.

Zunächst gelte es, erst einmal alle Grundstückseigentümer anzuschreiben und zu einer zentralen Informationsveranstaltung im April einzuladen. Danach sollen Detailfragen in kleinerer Runde diskutiert werden. "Wenn es sich abzeichnet, dass wir in mehreren Abschnitten weiterkommen, müsste der Gemeinderat eine Prioritätenliste aufstellen", sagt Kieser.

Baugebiete in den Stadtteilen

Zwei der sieben Flächen befinden sich in der Kernstadt. Im Blick hat die Stadt dabei die Erweiterung Am Schulzentrum sowie das geplante Baugebiet Hoffeld III zwischen dem Gewerbegebiet Hoffeld und der Neipperger Straße. Das Gebiet hat eine Fläche von rund 2,7 Hektar.

Aufstellungsbeschlüsse hat der Gemeinderat außerdem für das geplante Baugebiet Baumgartenäcker, das im nordöstlichen Bereich an die Blumenstraße und im südlichen Bereich an die Stuttgarter Straße angrenzt. Das Gebiet hat eine Fläche von rund 3,7 Hektar.

In Haberschlacht wird das geplante Baugebiet Rosengarten untersucht. Es hat eine Fläche von gut 5000 Quadratmetern an der Ecke Rosengartenweg/Holunderweg. Das geplante Baugebiet Schindeiche III liegt in Stockheim. Es ist knapp 4900 Quadratmeter groß und grenzt westlich an das vorhandene Baugebiet Schindeiche II.

Über den Flächennutzungsplan hinaus

Für den Stadtteil Neipperg hat der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für das geplante Baugebiet Tannenweg II gefasst. Das Areal umfasst gut 17 Hektar. Es grenzt nördlich an das Baugebiet Tannenweg. Für das Gelände hat die Stadt östlich der Marsaner Straße ein Gebiet mit einbezogen, weil hier offenbar Bauinteresse signalisiert wurde. Im Flächennutzungsplan ist das geplante Baugebiet bisher noch nicht ausgewiesen.

Auch im Stadtteil Botenheim hat der Gemeinderat einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Betroffen ist das geplante Baugebiet Eselswiesen. Es grenzt südlich an das Bebauungsplangebiet Heidestraße/Michaelsberg/Strombergstraße an und umfasst eine Fläche von knapp 8800 Quadratmetern.

 


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