Brackenheim erweitert sein Angebot in der Kleinkindbetreuung

Brackenheim  Die Stadt Brackenheim investiert zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde gut eine Millionen Euro in den Nachwuchs.

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Bürgermeister Rolf Kieser (v.l.), Amtsleiter Volker Armbruster und Pfarrer Oliver Westerhold schaffen den Durchbruch bei der Kleinkindbetreuung in Stockheim.

Foto: Müller

Für Bürgermeister Rolf Kieser steht fest: "Wir bauen hier gemeinsam Zukunft." Rund 1,1 Millionen Euro investieren die Stadt Brackenheim und die katholische Kirchengemeinde in die Sanierung und den Ausbau des katholischen Kindergartens im Stadtteil Stockheim. Die Arbeiten sind voraussichtlich im Herbst 2020 abgeschlossen. Dann sollen hier insgesamt 60 Kinder einen Platz finden.

Platz für zehn Krippenplätze

"Der Bedarf ist absehbar", sagt Bürgermeister Rolf Kieser. Denn neben einer Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten und einer Gruppe mit Ganztagsbetreuung entsteht im neuen Anbau auf rund 50 Quadratmetern Platz für weitere zehn Krippenplätze. Damit macht die Stadt ein Angebot, das über den Stadtteil Stockheim hinausgeht, betont Bürgermeister Kieser. Denn nicht alle Kindergärten in der Gesamtstadt bieten Krippenplätze an. Und tatsächlich kann Anja Moritz, Leiterin des Kindergartens, bereits Anmeldungen für Krippenplätze vermelden - eine davon aus einem benachbarten Stadtteil.

Stadt reagiert auf die zu erwartenden Kinderzahlen

Mit dem Aus- und Umbau des Kindergartens in Stockheim haben Gemeinderat und Kirchengemeinde auf die zu erwartenden Kinderzahlen in dem Stadtteil und in der Gesamtstadt reagiert. "Wir sind nicht unglücklich darüber, dass wir dem sich verändernden Bedarf immer gerecht werden können", sagt Rolf Kieser.

Pfarrer sieht in Stockheim viel Identifikation

Auch Pfarrer Oliver Westerhold ist glücklich über das erweiterte Angebot in dem westlichen Brackenheimer Stadtteil. "Stockheim ist eine katholische Enklave in einem sehr protestantisch geprägten Umfeld", sagt der Pfarrer. "Der Kindergarten und das ehemalige Schwesternwohnheim ist für die Menschen hier mit viel Herzblut verbunden. Die Identifikation ist groß." So freut sich der Geistliche, dass die Betreuungseinrichtung fit für die Zukunft gemacht wird.

Regierungspräsidium lehnt Förderantrag ab

Ein wenig Wasser in den Wein schüttete jetzt allerdings das Regierungspräsidium Stuttgart. Die Behörde hatte den Förderantrag der katholischen Gemeinde jetzt eine Absage erteilt. Ursprünglich hatten Kirchengemeinde und Stadtverwaltung auf einen Zuschuss von 184 000 Euro gehofft. Noch im August traf die Nachricht aus Stuttgart ein, dass im es im Falle eines positiven Bescheides 154 000 Euro aus dem Bundesförderprogramm geben würde. Vergangene Woche kam dann die komplette Absage.

Kosten liegen noch im geplanten Rahmen

Stadt und Kirchengemeinde tragen die gut eine Million Euro Baukosten jetzt also komplett. Dabei bezahlt Brackenheim 80 Prozent, die Kirchengemeinde beteiligt sich mit 20 Prozent. Bisher liegen die Kosten im geplanten Rahmen. Aber noch sind nicht alle Gewerke ausgeschrieben. Bürgermeister Kieser und Pfarrer Westerhold hoffen jetzt, dass es bei der Sanierung keine größeren Überraschung geben wird. Immerhin wurde ein Teil des Bestandsgebäudes bereits in den 50er Jahren gebaut. Die letzte umfassende bauliche Veränderung ist inzwischen auch mehr als 30 Jahre her.

 


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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