Bodenschwelle in Lauffen wird wieder ausgebaut

Lauffen  Nach Unmutsäußerungen von lärmgeplagten Anwohnern in der La-Ferté-Bernard-Straße über die neuen Bremsschwellen reagiert die Stadt Lauffen und baut eine der beiden Bodenschwellen wieder aus. Der Verkehr hat laut Zählungen deutlich abgenommen.

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Bodenschwelle wird wieder ausgebaut

Im Sommer 2018 hat die Stadt Lauffen Bodenschwellen in der Mühltorstraße sowie in der La-Ferté-Bernard-Straße angebracht.

Foto: Archiv/Römer

Die im Sommer 2018 eingebauten Bodenschwellen in der La-Ferté-Bernard-Straße empfinden Anwohner nicht als die erhoffte Lösung, um Verkehr und Lärm zu reduzieren. Das wurde in der Bürgerfragestunde der jüngsten Lauffener Gemeinderatssitzung deutlich. Der Verkehr sei nicht weniger geworden und der Lärm nach wie vor hoch, äußerte ein Anwohner seinen Unmut: "Die Situation ist unerträglich", und er frage sich, warum die Schwellen überhaupt eingebaut worden sind.

Seit den Bremsschwellen hat sich der Verkehr reduziert 

Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger wies darauf hin, dass es im Vorfeld einen längeren Entwicklungsprozess unter Einbeziehung von Bauamt und Anwohnerkreis gegeben habe und der Gemeinderat schließlich einen Großteil der Anliegerforderungen, wie den Einbau von Schwellen, beschlossen habe. "Das Verkehrsaufkommen hat sich seit dem Einbau der Bremsschwellen merkbar reduziert", so der Bürgermeister und weiter: "Ich hätte erwartet, dass das einen Nutzen bringt."

Verkehrszählungen 2018 und 2019 zeigen deutlichen Wandel auf

Die Stadt hatte im Herbst 2018 und ein Jahr später mehrere Verkehrszählungen durchgeführt. Lag die durchschnittliche tägliche Befahrung der La-Ferté-Bernard-Straße Ende 2018 noch bei 1315 Fahrzeugen, waren es im Herbst 2019 zweimal jeweils unter 500. Vor allem die im Bereich der Doppelschwellen lebenden Anwohner beklagten sich über den Verkehrslärm. Dies liege besonders an Lastwagen oder Traktoren.

Da jedoch weiterhin an einer Verkehrsreduzierung durch Bremsschwellen festgehalten werden soll, kam für die Verwaltung aus technischen Gründen lediglich der Rückbau einer Schwelle aus dem Doppelgebilde infrage. Diese Lösung, die mit Kosten in Höhe von 4000 bis 5000 Euro beziffert wurde, wurde anschließend im Gemeinderat im Rahmen der Tagesordnung diskutiert. Für den SPD-Stadtrat Jan Reichle war es keine gute Idee, die Schwelle wieder auszubauen: "Ich sehe die 5000 Euro im Schulbereich besser angelegt als dort." Er stimmte als einziger im Gremium gegen die Maßnahme.

"Diese Lösung ist ein vernünftiger Kompromiss", erklärte dagegen Jürgen Reiner (FWV). Markus Krauß von der CDU setzte sich für die Anwohner ein: "Man muss den Leuten entgegenkommen", forderte er. Und auch Ralf Roschlau von den Grünen unterstützte den Vorschlag der Verwaltung: "Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir die Schwelle ausbauen."


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Gemmingen. Darüber hinaus ist er zuständig für die Berufsschulen des Landkreises.

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