Ämter in der Region Heilbronn arbeiten im Krisen-Modus

Region  Behörden im Stadt- und Landkreis Heilbronn legen wegen Corona-Krise Schichtbetrieb ein. Publikumsverkehr ist nur nach Absprache und in dringenden Fällen möglich.

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Wie alle Rathäuser im Kreis ist auch die Verwaltung in Bad Rappenau für den Publikumsverkehr geschlossen. Mit Termin kommt man allerdings rein.

Foto: Elfi Hofmann

Die Behörden in Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich auf den Corona-Notstand eingestellt. Sie konzentrieren sich auf sogenannte systemrelevante Aufgaben. Schichtdienst und Homeoffice bestimmen den Arbeitsalltag. Publikumsverkehr ist nur nach terminlicher Absprache möglich. "Die Gesundheit der Mitarbeiter und der Kunden ist das oberste Ziel", sagt Brigitte Lang, Leiterin der inneren Verwaltung im Landratsamt Heilbronn.

Herausforderung für die IT-Abteilung

900 Homeoffice-Plätze hält die Kreisbehörde bereit. "Natürlich nicht alle gleichzeitig", sagt Brigitte Lang. "Weil sonst die Leitung zusammenbricht." Die Herausforderung für die IT-Abteilung sei riesig. Flexibilität verlangt den Mitarbeitern zudem ab, dass sie in Teilen aus anderen Abteilungen im Gesundheitsamt mitarbeiten oder die Hotline der Behörde bedienen müssen. 65 zusätzliche Mitarbeiter sind der Hotline zugeordnet. 25 Mitarbeiter aus anderen Abteilungen helfen im Gesundheitsamt mit.

Plexiglas und Holzwände für mehr Sicherheit

Für den Publikumsverkehr hat die Kreisbehörde bauliche Veränderungen vorgenommen. Holzwände kanalisieren den Weg zum jeweiligen Ansprechpartner. Plexiglasscheiben vor den Schaltern sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Amtsstuben in der Region Heilbronn arbeiten im Krisen-Modus

Bei der Zulassungsstelle im Landratsamt Heilbronn sollen Plexiglas und abgetrennte Sitzplätze vor einer Infizierung mit dem Coronavirus schützen.

Foto: Dennis Mugler

Klassisches Homeoffice nicht möglich

"Wir arbeiten im Schichtbetrieb", sagt Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar. Klassisches Homeoffice sei nicht möglich. "Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen keine Akten mit nach Hause genommen werden", so Csaszar. Das Rathaus hat geschlossen. Unaufschiebbare Termine gibt es nach telefonischer Anmeldung. Auch hier trennt eine Glasscheibe die Mitarbeiter von den Besuchern.

Bürgermeister: Situation ist dynamisch

"Funktionsfähig", so beschreibt Bürgermeister Ulrich Heckmann die Situation im Güglinger Rathaus. Auch hier sind Termine nur in Notfällen vor Ort zu erledigen. "Die Situation ist noch dynamisch. Wir denken derzeit von Tag zu Tag", so der Rathauschef.

Gemeinderatssitzungen haben die Kommunen überwiegend auf unbestimmt verschoben. Nur wenige Gremien tagen weiter. So die Stadt Neckarsulm, die ihre öffentliche Sitzung am Donnerstag in den Kultursaal der Ballei verlagert hat. Um die Abstandsregelung gewährleisten zu können, so Pressesprecher Andreas Bracht. Auch hier sind Rathaus und städtische Einrichtungen geschlossen. Auch Neckarsulm bittet die Bürger, ihre Angelegenheiten telefonisch oder per E-Mail zu erledigen.

Tägliche Lagebesprechung

"Wir sind im Krisenmodus", sagt Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey. Im Rathaus werde der Notbetrieb aufrecht erhalten. Die Angestellten arbeiten im Schichtbetrieb. Zusätzlich will Frey eine Reserve im Krankheitsfall vorhalten. Täglich trifft sich ein Krisenstab, um auf Entwicklungen zu reagieren.

Die Stadt Weinsberg hat 50 Notebooks für die Bediensteten bereitgestellt. Rund ein Drittel arbeiten im Rathaus, zwei Drittel zu Hause. Besprechungen finden per Videokonferenz statt. "Wir haben keinen Stillstand", sagt Bürgermeister Stefan Thoma. Termine vor Ort sind nach Absprache möglich. "Der Publikumsverkehr tendiert aber gegen Null", so Thoma.

 

 

Eigene Räume für Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des Bad Rappenauer Rathauses arbeiten im Schichtbetrieb, um so wenig Personen wie möglich gleichzeitig vor Ort zu haben. Jeder Mitarbeiter hat einen eigenen Raum. Für Fragen der Bürger sind die einzelnen Stellen aber nach wie vor erreichbar. Wer neu in die Kurstadt zieht, müsse sich nicht sofort ummelden, sagt Eva Goldfuß-Siedl. "Das ist nicht dringend oder lebensnotwendig im Moment", erklärt die Hauptamtsmitarbeiterin. Viele Dokumente könne man auch im Internet herunterladen und dann im Rathaus abgeben.

In dringenden Fällen seien die Kollegen persönlich ansprechbar. "Dann aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung und nur, wenn es unbedingt notwendig ist", betont Goldfuß-Siedl.

Schutz der Mitarbeiter

Termine werden auch bei der Stadt Heilbronn vergeben. Das ist per Mail oder telefonisch möglich. Die Dienstgebäude sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Auch zum Schutz der Mitarbeiter. Die können von daheim aus arbeiten, wenn ihre Präsenz nicht zwingend notwendig ist. Einige Teams haben Schichten eingerichtet, um die Präsenz zu minimieren.

Termine beim Amt

Die Behörden in Stadt- und Landkreis Heilbronn sind derzeit für den regulären Publikumsverkehr gesperrt. Unaufschiebbare Termine, die einen persönlichen Kontakt erfordern, können nach telefonischer Vereinbarung wahrgenommen werden. Etwa bei Hochzeiten, in Sterbefällen oder Ausweisangelegenheiten. Das Landratsamt Heilbronn und die meisten Städte und Gemeinden informieren auf ihren Internetseiten aktuell über neue Bestimmungen und Regelungen. Über das Internet können auch Formulare heruntergeladen werden.

 

 


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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