Zahl der Tempoverstöße in Heilbronn deutlich gestiegen

Heilbronn  1578 Euro Geldbuße und Führerscheinentzug - das ist die Strafe für den Extremraser, der in Heilbronn 110 km/h zu viel auf dem Tacho hatte. 2019 waren fast 67.000 Autofahrer schneller als erlaubt erwischt worden, erheblich mehr als 2018. Ein Grund dafür ist auch ein neuer Blitzer.

Von unserer Redaktion
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Spitzenreiter muss drei Monate auf Führerschein verzichten

Seit Juli 2019 setzt die Stadt zur Geschwindigkeitskontrolle ihren neuen Blitzer-Anhänger, den Enforcement Trailer, ein.

Foto: Archiv/Christian Gleichauf

Mehr als doppelt so schnell als erlaubt: Mit 190 Stundenkilometern ist im vergangenen Jahr ein Autofahrer auf der Neckarsulmer Straße in eine Radarkontrolle gerast. Hier gilt eigentlich Tempo 80. Damit hatte der Mann 110 km/h zu viel auf dem Tacho und war laut Ordnungsamt im Jahr 2019 der Spitzenreiter.

Er musste eine Geldbuße in Höhe von 1578,50 Euro zahlen und für drei Monate auf seinen Führerschein verzichten. Zusätzlich gab es zwei Punkte.

Die Stadt verzeichnet rund 10.000 Verstöße mehr als 2018 

Insgesamt sieht die Bilanz wie folgt aus: 66.898 Fahrzeugführer wurden im Jahr 2019 bei Geschwindigkeitskontrollen in der Stadt Heilbronn geblitzt, 309 mussten ihren Führerschein abgeben. Im Vergleich zum Jahr 2018 erhöhte sich die Zahl der Temposünder um rund 10.000 Verstöße. 

Einer der Gründe für diese deutliche Erhöhung ist auch der Einsatz eines weiteren Messgerätes: Seit Juli 2019 verfügt die Stadt Heilbronn über einen sogenannten Enforcement Trailer. Der Blitzer-Anhänger kann rund um die Uhr − wie eine stationäre Anlage − Geschwindigkeitsübertretungen festhalten und ist flexibel im gesamten Stadtgebiet einsetzbar. Allein kurz nach der Einführung des Blitzer-Anhängers wurden vom 17. bis 24. Juli in der Heilbronner Oststraße 2172 Beanstandungen festgestellt

"Zu schnelles Fahren und nicht angepasste Geschwindigkeit gehören nach wie vor zu den Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle", betont Bürgermeisterin Agnes Christner. Bei den Kontrollen legt das Ordnungsamt besonderes Augenmerk auf ausgewiesene Unfallschwerpunkte und besondere Gefahrenstellen zum Beispiel im Bereich von Schulwegen, Kindergärten, Spielplätzen, Sportanlagen oder Seniorenheimen.

Die Mehrheit sind geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen

36.119 Fahrzeugführer wurden bei mobilen Kontrollen, 19.010 an festinstallierten Geschwindigkeitsmessgeräten, sogenannten "Blitzersäulen" oder "Starenkästen", und weitere 11.769 durch den Enforcement Trailer erfasst. Bei der überwiegenden Mehrheit handelt es sich, wie bereits in den vergangenen Jahren, um geringfügige Überschreitungen, die mit einem Verwarnungsgeld zwischen zehn und 35 Euro geahndet wurden.

Bei 2105 Fahrern, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mindestens 21 Stundenkilometer überschritten, führte der Tempoverstoß zu einem Punkteeintrag im Flensburger Fahreignungsregister. 309 Temposünder waren so schnell unterwegs, dass sie sich vorübergehend von ihrem Führerschein trennen mussten: Bei einer Überschreitung innerorts ab 31 Stundenkilometer beziehungsweise außerorts ab 41 km/h muss der Führerschein für die Dauer von einem bis drei Monaten abgegeben werden.

Außerdem wird ein Fahrverbot auch dann angeordnet, wenn die Geschwindigkeit zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres um mindestens 26 km/h überschritten wird − egal ob innerorts oder außerorts.

Mit 129 km/h in der 50-Zone 

Ein paar Beispiele zeigen, wie sich auch im Jahr 2019 wieder einzelne Verkehrsteilnehmer besonders grob über bestehende Tempolimits hinwegsetzten: Am Sülmer Tor, einem verkehrsberuhigten Bereich, in dem Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist, wurde ein Autofahrer mit 45 km/h geblitzt. In der Pfühlstraße, in der 30 km/h erlaubt sind, wurde ein Autofahrer mit 85 km/h gemessen. Statt erlaubten 50 km/h wurde auf der Oststraße ein Fahrer mit 129 km/h erwischt. Und mit 124 statt der erlaubten 70 km/h wurde ein Fahrer auf der Neckartalstraße erfasst. 

 


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