Verein kämpft für Radstrecke durch den Lerchenbergtunnel

Heilbronn  Von einem Luftschloss oder Millionengrab ist im Heilbronner Gemeinderat die Rede, wenn es um den Lerchenbergtunnel geht, der Radweg werden soll. Gibt es trotzdem eine Chance, das Anliegen ins Mobilitätskonzept 2030 aufzunehmen?

Von Beate Windisch
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Im Dornröschenschlaf: Der Verein Lerchenbergtunnel will aus der stillgelegten Bahnstrecke einen Radweg machen.

Foto: Archiv/Andreas Veigel

Aus dem stillgelegten Lerchenbergtunnel soll ein Fahrradtunnel werden. Dies fordert der Verein Erlebnisweg Lerchenbergtunnel. Bereits 1500 Bürger haben mit ihrer Unterschrift dieses Anliegen befürwortet. Ob das Projekt es aber bis ins derzeit diskutierte Mobilitätskonzept der Stadt Heilbronn schafft, ist zweifelhaft.

Verein bleibt hartnäckig

Ein "Luftschloss" hatte CDU-Fraktionssprecher Thomas Randecker wie berichtet in den jüngsten Diskussionen im Gemeinderat den Umbau des ehemaligen Bahntunnels zum Radweg genannt. Baudezernent Winfried Hajek hatte schon vor einigen Monaten von einem "Millionengrab" gesprochen.

Alles Argumente, die der Lerchenbergtunnel-Verein so nicht gelten lassen will. "Der Nachteil eines Luftschlosses ist, das es noch gebaut werden muss. Der Vorteil des Tunnels: Er steht bereits", schreibt Martin Bücker in einer Presseerklärung. In dieser wird auch noch einmal die Forderung des Vereins erläutert: die Aufnahme des Erlebniswegs Lerchenbergtunnel in das Mobilitätskonzept 2030.

Ganz konkret geht es den Mitgliedern um die Anmeldung der Bottwarbahntrasse zur Förderung als sichere Fuß/Rad-Direktverbindung fernab vom Autoverkehr und nah an der Natur (Sontheimer Landwehr - Rathenauplatz) sowie den Erwerb der Lerchenbergtrasse einschließlich des Tunnels für den neuen Fuß- und Radweg (Silcherstraße - Jägerhausstraße).

Fuß- und Radweg durch ehemaligen Südbahnhof wird im Herbst eröffnet

Erfreulich sei, heißt es in der Erklärung weiter, dass der neue Fuß- und Radweg durch den ehemaligen Südbahnhof - das Mittelstück der stillgelegten Schienentrasse - noch im Herbst eröffnet werde. Dieser Weg ende dann aber am ehemaligen Bahnübergang Silcherstraße. "Die Menschen nicht nur am Südbahnhof fragen sich zurecht, warum der Weg abrupt am Silcherkarree endet, obwohl die Trasse bis zum Pfühlpark weitergeführt werden könnte", kritisiert daher Vereinsvorsitzender Wolf Theilacker in der Presseinformation.

Um Bedenken aus dem Weg zu räumen, haben die Mitstreiter Kontakt mit Verantwortlichen vergleichbarer Bahnradwegeprojekte mit Tunnelnutzung aufgenommen. Die Ergebnisse der Recherchen sind unter www.lerchenbergtunnel.de nachzulesen. Vor allem geht es um die Fragen, ob der Tunnel tatsächlich ein Millionengrab ist, ob er den Radfahrern Angst macht und ob man das Ganze wirklich braucht.

Eine Petition für den Radweg läuft seit April

Dass auch die Bürger den neuen Radweg wollen, soll eine Petition zeigen, die im April gestartet wurde. Mindestens 1300 Unterschriften brauchen die Initiatoren, um sich bei Oberbürgermeister und Gemeinderat Gehör zu verschaffen. Die Hälfte der notwendigen Stimmen sei bereits nach zwei Monaten eingegangen, heißt es auf der Homepage des Vereins.

Inzwischen haben bereits mehr als 1500 Bürger dafür unterschrieben, dass eine durchgehende, nahezu steigungsfreie, autofreie und naturnahe Radwegeverbindung von der Sontheimer Landwehr über die Bottwarbahntrasse, den ehemaligen Südbahnhof und durch den Lerchenbergtunnel bis zum Pfühlpark / Jägerhausstraße geschaffen werden soll.

 

 


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