Stabwechsel an der Spitze des DGB-Kreisverbands

Heilbronn  Silke Ortwein reicht den Vorsitz an Pascal Raugust weiter. Die Heilbronnerin hat den Stadt- und Kreisverband seit 2011 ehrenamtlich geleitet. Landesvorsitzender appelliert an Industrie, Mitarbeiter für neue Technologien fit zu machen.

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Die langjährige DGB-Kreisvorsitzende Silke Ortwein gratuliert ihrem Nachfolger Pascal Raugust zu dessen Wahl.

Foto: Ralf Seidel

Pascal Raugust ist neuer ehrenamtlicher Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Er löst in dieser Funktion Silke Ortwein ab, die den Posten seit 2011 innehatte. Der 35-jährige Heilbronner ist Verdi-Mitglied. Seit 2019 ist er stellvertretender Personalratsvorsitzender der AOK Heilbronn-Franken. Raugust ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Die Wahl fand am Donnerstag im Rahmen der alle vier Jahre stattfindenden Kreisdelegiertenversammlung des Stadt- und Kreisverbands Heilbronn statt. Auf Raugust entfielen alle der 30 abgegebenen Stimmen.

Warum Silke Ortwein nicht mehr für den Kreisvorsitz kandidiert

Silke Ortwein bleibt hauptamtliche Regionssekretärin. Als Grund, für den ehrenamtlichen Posten der Kreisvorsitzenden nicht mehr zu kandidieren, nennt die 58-Jährige ihr Vorhaben, sich bei der Landesbezirkskonferenz des DGB am 29. Januar für den Posten der Regions-Geschäftsführerin zu bewerben. Der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann und der noch-amtierende Regions-Geschäftsführer Nord-Württemberg, Bernhard Löffler, würdigten das langjährige Engagement der Heilbronnerin. Löffler (64) wird nach der Wahl seiner Nachfolgerin am 29. Januar in den Ruhestand wechseln und das Feld Silke Ortwein überlassen.

Wie Kunzmann bekanntgab, strebt der Landesverband an, die Region Nord-Württemberg in Region Stuttgart und in die Region Heilbronn-Franken aufzusplitten. "Wir wollen nach Heilbronn zurück", kommentiert Löffler, der selbst Heilbronner ist. "Ich trete nicht mehr als Kreisvorsitzende an, bleibe aber Regions-Sekretärin und somit der Region erhalten", sagte Silke Ortwein, bevor sie kurz zusammenfasste, was in den vergangenen Jahren auf Kreisebene und darüber hinaus erreicht wurde. So sei das Thema knapper Wohnraum früh beackert worden.

Broschüre und Ausstellung über Walter Vielhauer

Der DGB habe mit dazu beigetragen, dass das Landesprogramm Wohnbau durch den Landkreis aufgestockt wird. "Wir sind mit dem Mobi-Netzwerk, das aus dem Sozialforum hervorgegangen ist, anerkannte Gesprächspartner." Auch das 2011 geknüpfte Bündnis "Heilbronn sagt nein", das sich gegen rechtsextreme Tendenzen richtet, sei ein Erfolg. Sie erwähnte auch die 2019 erschienene Broschüre samt Wanderausstellung zu dem Widerstandskämpfer und späteren Bürgermeister von Heilbronn, Walter Vielhauer. In jüngster Zeit sei das Frauen-Angebot "Homeoffice fruchtbar gestalten" so erfolgreich verlaufen, dass es eine Neuauflage gebe.

Der Landesvorsitzende versicherte in seinem Grußwort, an drängenden Themen wie Digitalisierung, erschwingliches Wohnen sowie Transformation von fossilen zu nachhaltigen Antrieben festzuhalten. An die Adresse der Autozulieferer appellierte er, diese sollten es trotz derzeit voller Auftragsbücher nicht versäumen, ihre Mitarbeiter für neue Technologien fitzumachen, und entsprechende Weiterbildungen anbieten.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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