Polizeihauptkommissar aus Heilbronn sorgt dafür, dass Spendengelder auch ankommen

Heilbronn  Der Verein Hundertprozent unterstützt mit Spendengeldern Projekte wie die Telefonseelsorge Heilbronn. Der Polizeihauptkommissar Oliver Kalb ist einer der ehrenamtlichen Projekt-Betreuer und einer von acht Gründungsmitgliedern.

Von Linda Saxena
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Das Team des Vereins Hundertprozent setzt sich nicht nur für regionale, sondern auch für internationale Hilfsprojekte ein.

Foto: privat

Der Grundsatz lautet: Hilfe soll dort ankommen, wo sie benötigt wird. Und das zu Hundertprozent. Ebendies hat sich der gleichnamige Verein mit Sitz in Blaufelden-Heufelwinden zur Mission gemacht. "Wenn Menschen Geld spenden, sollte das mit jedem Cent ankommen", erklärt Oliver Kalb. Der 38-jährige Polizeihauptkommissar ist einer der acht Gründungsmitglieder des im Jahre 2012 entstandenen Vereins. Hundertprozent hat es sich zur Aufgabe gemacht, einzelne Projekte und Organisationen - auch in Heilbronn - mit Spenden zu unterstützen. Dafür stellt der Verein sicher, dass Spenden in vollem Umfang bei den Projekten vor Ort ankommen.

Gesprächsbedarf besteht bei allen Altersgruppen

Aktuell setzt sich der Verein, der aus 14 ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht, für sechs einzelne Projekte ein. Eines davon betreut Oliver Kalb: Die Telefonseelsorge Heilbronn, die für den Raum Nordwürttemberg zuständig ist. Mit diesem Projekt solle "ein lokaler Bezug zu unserer Heimat hergestellt werden", sagt Kalb. Und der Gesprächsbedarf ist vorhanden: Dem Jahresbericht zufolge gehen 2019 insgesamt 12 000 Anrufe bei der Hotline ein, die täglich rund um die Uhr erreichbar ist. Davon werden 8400 Gespräche geführt. "Die Diskrepanz kommt durch Scherzanrufe, Jugendstreiche und Sexanrufe zustande", erklärt Kalb.

Kontakt Kostenlose Hotline der Telefonseelsorge: 0800 111 0 111. Weitere Infos unter www.hundertprozent.org

Zwar sei die Telefonhotline rund um die Uhr erreichbar, dennoch mangele es an Chatangeboten, gerade für jüngere Menschen. Ein Signal dafür sei die Altersstruktur der Anrufenden, denn "diese nimmt kontinuierlich nach oben zu", sagt Kalb. Der Alters-Schwerpunkt liege zwischen 40 und 70 Jahren, so Kalb, welche 60 Prozent der Anrufer ausmachen. "Junge Menschen schreiben ihre Sorgen vielmehr über Chats", stellt Kalb fest. Darum soll mit den Spendengeldern künftig das Chatangebot ausgebaut werden, quasi Seelsorge per Chat. "Momentan überwiegt die Nachfrage das Angebot", fasst er zusammen. Deshalb werde mit den Spenden die Aus- und Weiterbildung erfahrener Telefonseelsorger finanziert.

Die Heilbronner Telefonseelsorge ist nur eine von vielen Hilfseinrichtungen, die der Verein unterstützt.

Das Projekt-Repertoire des Vereins ist regional, bundesweit und international aufgestellt. Ob Patenschaften für Kinder im südafrikanischen Soweto, Schulpatenschaften in Haiti, das Projekt "Blu:boks Berlin" mit Kindern aus sozialen Brennpunkten oder das Umweltprojekt "Plant for the planet": Der Verein lege Wert auf "Ausgewogenheit", sagt Kalb.

Über seine eigene Motivation, ehrenamtlich tätig zu sein, verrät der Polizeihauptkommissar nur so viel: "Mir wurde in meinem Leben schon viel Hilfe zuteil." Er versuche, davon "wieder etwas in die Gesellschaft einzubringen". Der Verein ist immer auf der Suche nach Mitarbeitern: "Jeder ist willkommen, der die Gesellschaft positiv mitgestalten möchte", so Kalb.

 


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