AfD fordert Saarlandstraßen-Ausbau statt Blitz-Brücke

Heilbronn  Die AfD-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat will, dass die Stadt Heilbronn den Ausbau und die Verlängerung der Saarlandstraße vorfinanziert. Als Grund wird genannt, dass das Land derzeit keine Finanzmittel zur Verfügung stellt.

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Die Saarlandstraße ist eine der am stärksten befahrenen Straßen in Heilbronn. Die AfD-Fraktion fordert den Ausbau vom Saarlandkreisel bis zur B?293.

Foto: Archiv/Berger

"Für mehr als überfällig" hält die AfD-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat den Ausbau und die Verlängerung der Saarlandstraße sowie den Bau der Westumfahrung von Klingenberg. "Die Entlastung von etwa 40.000 Menschen, die westlich des Neckars wohnen und unter den Verkehrsverhältnissen schon heute leiden, kann nicht länger hinausgeschoben werden", sagte bei der Sommerpressekonferenz im Jack's Angel Pub AfD-Stadtrat Alfred Dagenbach.

Vorwurf: Nur Lippenbekenntnisse

Kritik richtete die fünfköpfige Fraktion an die Verwaltungsspitze, die "offenbar kein Interesse" an der Behebung der angespannten Verkehrssituation habe, sowie an die Landtagsabgeordneten der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen: "Von ihnen kommen bis jetzt nur Lippenbekenntnisse", attackierte Dagenbach.

Die Brücke beim Hauptbahnhof ist unnötig

Da auch das Land keine Finanzmittel gewähre, muss nach Ansicht der AfD-Stadträte die Stadt die Verlängerung der Saarlandstraße aus eigenen Mitteln vorfinanzieren wie einst beim Krankenhausneubau Ende der 1980er Jahre. Als Finanzierungsmöglichkeit nannte Fraktionsvorsitzender Dr. Raphael Benner die 18 Millionen Euro, welche die Stadt in die geplante Brücke am Hauptbahnhof investiere. Sie sei absolut unnötig.

Eindeutig Position bezog die Fraktion auch beim Böckinger Neubaugebiet Längelter, wo einmal 2000 Menschen wohnen werden: "Schon heute gibt es aufgrund des hohen Parkdrucks rund um die Kreisberufsschule in diesem Quartier enorme Verkehrsprobleme. Die Hälfte des Haselter ist zugeparkt", weiß Alfred Dagenbach und kritisiert die Landkreisverwaltung, keine ausreichenden Parkplätze auf ihrem Grundstück auszuweisen: "Der Platz wäre vorhanden."

Straße vom Sonnenbrunnen zum Längelter bauen

"Nicht nachvollziehen" kann AfD-Stadtrat Michael Seher die geplante Sperrung der Friedrichstraße im Zusammenhang mit dem Längelter: "Der Verkehr rollt dann über den Bahnübergang an der Helmholtzstraße und die überlastete B 293." Eine Lösung wäre für die AfD, den Längelter an den Sonnenbrunnen mit einer Straße südlich der Bahnlinie anzubinden: "Im Bebauungsplan ist diese Option nicht enthalten", bemängelte Dagenbach.

Parkprobleme erwartet die Fraktion auch im Neckarbogen: "Die Situation wird sich nicht entspannen, solange die Investoren für den zweiten Bauabschnitt nicht verpflichtet werden, angemessenen Parkraum in Tiefgaragen mit 1,5 Stellplätzen je Wohnung zu schaffen", hat Seher kein gutes Gefühl. Demzufolge lehnt die Fraktion den Bau von Quartiersgaragen ab.

Als Alternative zu der politischen Forderung, Autos nur noch in begrenzter Zahl in die Heilbronner Innenstadt zu lassen, schlägt die AfD kostenpflichtige P & R-Parkplätze an der Peripherie vor, wobei die Parkgebühren das Ticket für den ÖPNV enthalten. Und zur E-Mobilität merkte Michael Seher an: "Derzeit passt die Infrastruktur nicht. Es fehlt an Ladekapazität." Auch sei das Parken von E-Fahrzeugen in Tiefgaragen wegen der Brandgefahr nicht abschließend geregelt.


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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