Rückenwind für neue Neckartalschule

Mehr als eine Stunde diskutierte der Heilbronner Gemeinderat über die Schulentwicklung der Stadt in den kommenden Jahren. Für OB Harry Mergel ein Signal, das zeigt, wie wichtig und ernsthaft die Stadträte das Thema Bildung nehmen. Wie die Fraktionen zum Schulentwicklungsplan stehen:

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Oberbürgermeister Harry Mergel erinnerte an das Jahr 2009, als in Heilbronn der erste kommunale Bildungsplan im Land auf den Weg gebracht worden war und sagte: "Heilbronn war und ist vorbildlich in Baden-Württemberg." Auch in Zukunft gelte es, allen Kindern optimale Bildungsmöglichkeiten zu ermöglichen, betonte er in der Sitzung in der Festhalle Harmonie.

"Mit dem Schulentwicklungsplan wird nicht nur die Gegenwart gestaltet, sondern es werden auch die Weichen für die Zukunft kommender Generationen gestellt", merkte Schulbürgermeisterin Agnes Christner an. Allen am aktuellen Schulentwicklungsplan beteiligten Personen und Organisationen dankte sie für deren Engagement.

Das sind die Forderungen der Stadträte 

Für eine Qualitätsoffensive, um die Werkrealschulen zu stärken, warb CDU-Stadtrat Thomas Randecker: "Sie leisten hervorragende Arbeit auch für das Handwerk." Für die Innenstadt, Böckingen und Neckargartach sieht er den Bau neuer Grundschulen. Harald Pfeifer erklärte für die SPD-Fraktion: "Sprachkompetenz muss an oberster Stelle stehen, die SPD hält an den Werkrealschulen fest und der Neubau der Neckartalschule muss zügig angegangen werden." Grünen-Stadtrat Holger Kimmerle forderte, die Rosenauschule als Werkrealschule zu erhalten: "Sie hat ihre Daseinberechtigung." Richtung Zukunft sagte er: "Wir brauchen eine Grundschule in der Innenstadt."

Die "dynamische Bildungsentwicklung" in Heilbronn lobte Raphael Benner und sagte: "Wir müssen Bildungshauptstadt in Baden-Württemberg werden." Für seine Fraktion erklärte er: "Die AfD steht voll und ganz hinter dem Bildungsmodell Heilbronner Weg". Die Freien Wähler legen nach den Worten von Herbert Burkhardt ihren Schwerpunkt auf die Sonderpädagogischen Schulen und dabei auf einen Neubau der Neckartalschule. Außerdem forderte er neue Schulen überall dort, wo neue Wohngebiete entstehen.

 

 

"Der Schulentwicklungsplan ist zukunftsfähig", sagte Sylvia Dörr (FDP). Sie appellierte an die Verwaltung, auch den Blick auf den Schulsport zu richten und würdigte, "dass Schwimmunterricht erstmals aufgenommen wurde". Richtung Verwaltungsbank sagte Erhard Jöst (Linke): "Es muss künftig darauf geachtet werden, dass unsere Schulen wie jetzt die Neckartalschule nicht mehr so herunterkommen."

Abgewiesen wurde vom Gemeinderat die CDU-Forderungen für einen mehrsprachigen Elternratgeber für den Schulübertritt, die Einführung eines Profilschwerpunktes an Werkrealschulen sowie die Erarbeitung eines Konzepts, wie die Übertrittsquote auf Werkrealschulen dauerhaft erhöht werden kann. Abgelehnt wurden auch die Anträge der Grünen, bei denen es um den Bau einer Grundschule in der Innenstadt als Ersatz für das Gebäude Adelberger Straße 8, den Erhalt der zweizügigen Werkrealschulen und um einen Baumaßnahmen-Kriterienkatalog ging.


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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