Kohlekraftwerk Heilbronn wird spätestens 2035 abgeschaltet

Heilbronn  Das Kohlekraftwerk Heilbronn wird spätestens 2035 abgeschaltet. Der Energiekonzern EnBW kündigte heute an, bis zu jenem Jahr CO2-neutral werden zu wollen, was das Aus für alle Kohle-Blöcke bedeutet.

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Blick auf den Kanalhafen in Heilbronn mit dem EnBW-Kraftwerk. Foto: Archiv/Gugau

Zurzeit betreibt die EnBW noch Kraftwerke auf Stein- oder Braunkohlebasis mit einer Gesamtleistung von 4,6 Gigawatt. Davon sollen bis 2030 2,5 Gigawatt vom Netz genommen werden. Fest steht, dass das Braunkohlekraftwerk Lippendorf bis Ende 2035 betrieben wird. Der letzte Heilbronner Kraftwerks-Block 7 hat eine Leistung von 778 Megawatt.

Wann genau die Heilbronner Anlage stillgelegt wird, steht nach Angaben einer Konzernsprecherin noch nicht fest. Es hänge unter anderem von Marktgegebenheiten ab und davon, ob sich auf dem Gelände eine Umnutzung verwirklichen lässt: Die EnBW prüft an ihren Kraftwerksstandorten den sogenannten Fuel Switch, also die Umstellung der Kraftwerksblöcke auf alternative Brennstoffe wie Erdgas, Biogas oder Wasserstoff.

„Wir haben jetzt 15 Jahre Zeit, den Umbau zu gestalten“, sagte die Sprecherin. „Und wir haben ja aus dem Atomausstieg die Erfahrung, was dabei zu tun ist.“

 

 

Die EnBW betreibt derzeit noch sechs Kohlekraftwerke: zwei Blöcke in Karlsruhe, je einer in Heilbronn, Altbach/Deizisau, Rostock, und Lippendorf in Sachsen. Weitere Kohleblöcke wollte der Energiekonzern stilllegen, muss sie aber weiterbetreiben – dazu hatte die Bundesnetzagentur Systemrelevanz festgestellt. Dies gilt für die Blöcke 5 und 6 am Kohlekraftwerk Heilbronn, das Kraftwerk Walheim sowie je einen Block in Karlsruhe und in Altbach/Deizisau. Das Kraftwerk Marbach wird mit Öl und Gas betrieben und soll eine neue Gasturbine erhalten, das Kraftwerk Stuttgart-Münster läuft auch als Müllverbrennungsanlage. Stuttgart-Gaisburg wurde vergangenes Jahr auf Gasturbine umgestellt. Nach jüngsten Daten von 2018 erzeugte die EnBW in jenem Jahr 18,1 Prozent ihres Stroms in Kohlekraftwerken.

Abbau von Arbeitsplätzen an den Standorten

Der Rückzug aus der Kohleverstromung wird mit dem Abbau von Arbeitsplätzen vor allem an den jeweiligen Standorten verbunden sein, teilte die EnBW weiter mit. Man sei jedoch festen Willens, Auswirkungen auf die Mitarbeiter durch neue Arbeitsplätze in Wachstumsbereichen und eine weit vorausschauende Personalplanung bestmöglich ausschließen zu können. Hierzu solle es auch Gespräche mit der Arbeitnehmerseite geben, hieß es.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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