Junge Generation pflanzt mehr als 2000 Bäume im Heilbronner Stadtwald

Heilbronn  Beim Projekt der Waldpaten Heilbronn machen 185 Helfer mit, pflanzen am Hang oder auf dichtem Grasgrund über Stunden kleine Setzlinge. OB Harry Mergel verneigt sich vor dem Einsatz. Nachahmen ist erlaubt und erwünscht.

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OB Harry Mergel (Mitte) packte als Schirmherr der Pflanzaktion am Nachmittag mit an. Waldpaten-Initiator Maximilian von der Herberg (links) freut sich über die Hilfe.

Es ist eine kleine Völkerwanderung junger Menschen für einen besonderen Zweck im Heilbronner Stadtwald: Auf Einladung der Heilbronner Waldpaten haben Schüler und Auszubildende am Donnerstag im Forstareal am Schweinsberg mehr als 2000 junge Bäume neu gepflanzt. 185 Pflanzwillige sind gekommen, um sich in dem Projekt für Klima- und Naturschutz bei kalt-feuchtem Wetter über Stunden anzustrengen.

Als am Nachmittag viele, viele der kleinen Bäumchen in der Erde sind, ist Waldpaten-Initiator und Mönchsee-Gymnasium-Schülersprecher Maximilian von der Herberg hochzufrieden mit dem Ergebnis der Pflanzaktion für die nächste Baum-Generation. "Es ist ein sehr gutes Gefühl und super gelaufen."

Ein Zeichen gegen die weltweite Abholzung setzen

Junge Generation pflanzt über 2000 Bäume im Stadtwald

Die Eichen-Setzlinge müssen jetzt noch in die Erde gebracht werden.

Mit knallorangefarbenen Mützen und Handschuhen sind viele junge Nachwuchspflanzer im Einsatz. Ihre Hosen sind teilweise ziemlich dreckig von der schwierigen Arbeit am Steilhang. Jetzt, im Waldstück "Gerechtigkeit", sorgen auf einer Brachfläche eine dichte Grasauflage und und Brombeeräste mit Dornen für Hürden. Mit Hohlspaten und Beil gräbt eine Gruppe Azubis der HNVG ein Pflanzloch, dann kommt ein Eichen-Setzling vorsichtig in die Erde.

Um die 20 Jungbäume haben sie schon gepflanzt. "Es ist ganz schön anstrengend, vor allem am Hang", erzählt Luisa Scheffler (17). Sie sieht die Aktion auch als Zeichen gegen die weltweite Abholzung. "Die Abstände müssen ausreichend sein, damit die Bäume Platz haben", erklärt Mersat Bilgin (21). Eine ganz neue Erfahrung ist die Arbeit für Amelia Napolitano (18).

Der Revierförster lobt das große Engagement

Junge Generation pflanzt über 2000 Bäume im Stadtwald

In kleinen Gruppen gingen die jungen Baumpflanzer vor. Über Stunden engagierten sie sich im Stadtwald für das Aufforstungsprojekt. Viele der Mini-Bäume sowie wärmende Handschuhe und Mützen hatten Heilbronner Firmen gesponsert. Fotos: Andreas Veigel

Revierförster Stephan Drescher ist nach gut fünf Stunden Arbeit voll des Lobes. Eine Pflanzaktion mit so vielen Helfern hat er im Stadtwald noch nicht erlebt. Man habe auch einen Zaun gebaut. "Es haben alle super mitgemacht", freut er sich. Auch Forstwirt Maximilian Palm lobt den "super Einsatz der jungen Leute". Auf den schwierigen Flächen "macht das nicht jeder".

Maximilian von der Herberg verweist auf die Bedeutung der Aktion für den Klimaschutz. Die Helfer seien motiviert. Die Aktion solle auch ein Zeichen sein, dass man mehr Menschen brauche, "die sich für das Klima und ihre Region einsetzen". Man wolle zeigen, dass solche Projekte kein großes Problem seien.

Am Nachmittag kommt Oberbürgermeister Harry Mergel, Schirmherr der Aktion, vorbei. In Jogginghose und Gummistiefeln gräbt er einige Pflanzlöcher. Er sei "stolz" auf diesen Einsatz für den Wald und verneige sich vor dem großen Engagement der Helfer. Ob die große Menge an Pflanzern schon für einen Eintrag ins Guiness-Buch reiche?, fragt er in die Runde.

Eichen, Buchen, Weißtannen, Elsbeeren, Speierlinge, Esskastanien und Atlaszedern stecken im Boden. Mit Kaffee, Tee und Kuchen werden alle Helfer nun am Schweinsbergturm belohnt. Ideengeber von der Herberg hat derweil schon Ideen für nächste Aktionen der Waldpaten. "Vielleicht bauen wir Insektenhotels oder reinigen die Schutzhütten" - ohne Schmierereien und Müll seien diese gleich viel einladender.

Im neuen Klimaschutz-Masterplan der Stadt Heilbronn ist eine verstärkte Aufforstung in der Stadt eine der Maßnahmen. Mindestens 50.000 neue Bäume sollen durch Schüler und Schulwaldprojekte oder Bürger ab 2023 neu gepflanzt werden, sieht das Planwerk vor. Dafür ist eine Fläche von rund zehn Hektar notwendig. Im Zeitraum von vier Jahren sollen diese 50.000 Klimabäume in die Erde kommen und Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) binden. Rund 250.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt. 130 Tonnen CO2-Einsparpotenzial je Ar werden im Plan ausgewiesen.

 

Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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