In der Heilbronner Bahnhofsvorstadt entsteht ein Kulturdreieck

Heilbronn  Das Olga-Zentrum wird von der Stadt Heilbronn zum soziokulturellen Zentrum umgebaut. Der Gemeinderat stimmte jetzt einstimmig weiteren Entwicklungsschritten zu. Die Gesamtfertigstellung ist für Ende 2023/Anfang 2024 geplant. Mit zwei weiteren Einrichtungen entsteht im Viertel ein Kulturdreieck.

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Im Olga-Zentrum in der Bahnhofsvorstadt richtet die Stadt Heilbronn Schritt für Schritt ein soziokulturelles Zentrum ein.

Foto: Mario Berger

Im Olga-Zentrum in der Bahnhofsvorstadt wird das soziokulturelle Zentrum "Freies Kulturzentrum Maschinenfabrik" eingerichtet. Das Architekturbüro Mattes Riglewski geht von einem "groben Kostenrahmen" von 2,5 Millionen Euro aus. Teilstart soll am 1. Januar 2021 sein, die Gesamtfertigstellung ist für Ende 2023/Anfang 2024 terminiert. Der Gemeinderat stimmte den einzelnen Entwicklungsschritten zu und gab 150.000 Euro für tiefergehende Untersuchungen frei.

Das Popbüro, die Kulturabteilung des Stadt- und Kreisjugendrings Heilbronn (SKJG), bezieht in den Monaten Oktober und November die größtenteils unveränderten Räume in der Maschinenfabrik an der Olgastraße und nimmt nach Gründung des Trägervereins den Betrieb des soziokulturellen Zentrums auf. Das bisher im "Olga" ansässige Jugend- und Familienzentrum zieht in das Wilhelm-Waiblinger-Haus an der Schützenstraße um.

Die Sporthalle wird zu einer Veranstaltungshalle

Im Konzept für das soziokulturelle Zentrum werden neben regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen auch Konzerte, Festivals, Tanz- und Filmveranstaltungen organisiert. Die bisherige Sporthalle soll zu einer Veranstaltungshalle mit fest eingebauter Bühnentechnik umgebaut werden. Ihr Fassungsvermögen wird bei rund 600 Personen liegen. Die weiteren Räume des Olga-Zentrums werden einmal spartenübergreifend genutzt.

Zum Schutz der Nachbarschaft gegen unzulässigen Lärm wurde ein schalltechnisches Gutachten in Auftrag gegeben, das im Entwurf vorliegt. Sollte sich herausstellen, dass die Immissionswerte nicht eingehalten werden, sollen unter anderem Lärmschutzmaßnahmen im Außenbereich und zeitliche Nutzungsbeschränkungen ergriffen werden.

Ausgehend von einem Start des Zentrums am 1. Januar 2021 wäre ab 2024 eine 50-prozentige Landesförderung für Programm- und Gebäudekosten an den Trägerverein möglich. Wie es in der Drucksache heißt, fand das Konzept für das "Freie Kulturzentrum Maschinenfabrik" beim Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg Sympathien, auch deshalb, weil der "weiße Fleck Heilbronn", was soziokulturelle Zentren im Land betrifft, dann verschwinden würde.

Quartierszentrum im Wilhelm-Waiblinger-Haus

Im Wilhelm-Waiblinger-Haus wird ein Quartierszentrum mit dem Schwerpunkt der offenen Kinder- und Jugendarbeit entstehen. Außerdem bleibt der Stadt- und Kreisjugendring mit seiner Geschäftsstelle in dem Gebäude. Projekträume für Bildungsarbeit und Bildungsangebote sowie für Veranstaltungen des Stadt- und Kreisjugendrings werden zur Verfügung gestellt.

Mit dem Kulturzentrum Maschinenfabrik, dem Quartierszentrum Wilhelm-Waiblinger-Haus und dem Kunst- und Kulturwerkhaus Zigarre entsteht in der Heilbronner Bahnhofsvorstadt ein Kulturdreieck, die eng miteinander zusammenarbeiten. Zur Arbeit gehört die Integration verschiedener Altersgruppen, sozialer Schichten und Nationalitäten, die Unterstützung und Förderung von sozialer und politischer Arbeit sowie die Verwirklichung von demokratischen Entscheidungsstrukturen.

 

Die Geschichte der Maschinenfabrik

Die Maschinenfabrik in der Olgastraße 45 in Heilbronn ist ein denkmalgeschützter und neogotischer Profanbau. Im Gebäude befindet sich das Olga Jugend- und Familienzentrum der Stadt Heilbronn.

Das Gebäude wurde im Jahre 1904 nach Plänen von Martin Keppeler im Auftrag der im Jahre 1854 gegründeten Maschinenbau-Gesellschaft Heilbronn erbaut. Die Gesellschaft war auch für ihre Konstruktion von Lokomotiven bekannt. Die ehemalige Kranhalle, in der sich die Montage und Kesselschmiede befanden, kopiert die gotische Sakralbaukunst und ist gebaut wie eine Kirche der Backsteingotik. So gleicht der Grundriss der Kranhalle der einer dreischiffigen Basilika.

Über den großen Segmentbogenfenstern der Halle befinden sich Oberoder Lichtgaden mit Triforen-Fenstern. An der Giebelseite befinden sich Bögen, die vorgeblendet sind. 


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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