Illegale Müllentsorgung in Böckingen sorgt für Unmut

Heilbronn  Die Container an der Viehweide in Böckingen sind schon seit Jahren Problemstandort, weil viele dort wilden Müll abstellen. Die Stadt möchte die Stelle in Zukunft besser überwachen und erstattet verstärkt Anzeige.

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Eigentlich dürfen an dem Containerstandort an der Böckinger Viehweide nur Altglas und Kleider entsorgt werden. Oft wird hier jedoch wilder Müll abgestellt.

Foto: privat

Inmitten eines Berges aus Plastiktüten steht ein verlassener Gartenstuhl, daneben Schubladen, Spielzeug, vier Autoreifen und sogar eine kaputte Waschmaschine. Der Müll stapelt sich auf dem Parkplatz auf der Viehweide um die Container herum.

"Das geht schon seit Jahren so", sagt Marius Huber, der nicht mit echtem Namen genannt werden möchte. Seine Frau verrät, er sei ein gebürtiger Böckinger. Sobald der Müll abgefahren werde, häufe sich neuer Unrat sehr schnell wieder an: "Stunden später liegen dann schon die ersten Müllbeutel am Boden herum", sagt Huber.

Ehepaar schickt eine Beschwerde an das Umweltamt

Anfang Juni entdecken Huber und seine Frau bei einem Spaziergang einen besonders großen Müllberg. "Da habe ich gedacht: Jetzt ist Schluss, wir müssen etwas unternehmen." Das Ehepaar schickt nach dem Spaziergang eine Beschwerde an das Umweltamt der Stadt, zunächst tut sich nichts.

Dann ruft Huber bei der Stadt an: "Mir wurde gesagt, dass der Müll zweimal die Woche abgeholt wird und dass das langen muss." Andere Lösungen seien ihm nicht angeboten worden. "Das ist wirklich schade, denn wenn man von der Schnellstraße kommt und nach Böckingen will, fährt man direkt an der Viehweide und dieser Stelle vorbei. Es ist das erste, was man von unserem Stadtteil sieht, da müssen wir doch dafür sorgen, dass es ordentlicher aussieht." Das Ehepaar würde sich wünschen, dass der Müll zumindest häufiger abtransportiert wird.

Das Problem ist der Stadt bekannt

Auf Anfrage unserer Zeitung teilt die Stadt mit, dass das Müllproblem an der Viehweide bekannt sei. In der Tat würden die Entsorgungsbetriebe den Standort zweimal in der Woche reinigen lassen, bei größeren Müllmengen gebe es noch mehr Sonderreinigungen.

Doch nicht nur der Müll an sich ist dem Böckinger Ehepaar ein Dorn im Auge, auch was an dem Containerstandort entsorgt wird: "Es liegen zum Teil Matratzen herum, ganze Möbel, ein Kühlschrank war auch schon dabei. Das gehört da nicht hin." Tatsächlich befinden sich an dem Standort lediglich Kleider- und Glascontainer. "Die Leute kommen manchmal sogar mit Kleinlastern vorbei, um ihren Sperrmüll abzuladen", berichtet Huber.

 

Dabei sei der Recyclinghof gar nicht weit weg, mit dem Auto weniger als fünf Minuten. "Und an der Mobilität scheint es ja nicht zu liegen, dass sie es nicht zum Recyclinghof schaffen, immerhin müssen die Leute ja auch den Sperrmüll transportieren. Nein, das ist reine Faulheit", ist sich das Ehepaar sicher. Der Böckinger Recyclinghof sei an drei Tagen in der Woche geöffnet. "Samstags sogar bis 16 Uhr", weiß Huber. Das Ehepaar fragt sich, warum die Umweltverschmutzer nicht identifiziert werden könnten und ob der Datenschutz eine umfassendere Kontrolle des Standorts verhindere.

Stadt will Müllverursacher identifizieren

Die Stadt Heilbronn reagiert. Man wisse auch um das Problem mit dem Sperrmüll bei den Containern: Es sei vorgesehen, den Parkplatz künftig stärker zu überwachen. "Es wurden bereits mehrere Anzeigen gegen Müllverursacher erstattet", antwortet die Pressestelle. Bleibt abzuwarten, ob die Pläne der Stadt Wirkung zeigen und sich das Problem löst. Das Ehepaar Huber wird sicherlich beobachten, wie sich die Situation weiter entwickelt.

 

Bußgelder

Für die unrechtmäßige Entsorgung von Müll hat jedes Bundesland einen Bußgeldkatalog. So gibt es auch in Baden-Württemberg Unterschiede in der Höhe der Strafe, je nachdem, welche Art von Müll abgelagert wurde. Wer zum Beispiel größere Gegenstände wie Kommoden, Waschmaschinen oder Kühlschränke illegal abstellt, muss dafür bis zu 300 Euro Strafe zahlen. Bei ausrangierten Fahrzeugen oder einer größeren Menge alter Autoreifen kann das Bußgeld sogar in den vierstelligen Bereich gehen.

 


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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