Hinderer will erneut in den Landtag einziehen

Heilbronn  Die SPD geht mit Rainer Hinderer ins Rennen um das Landtagsmandat im Wahlkreis Heilbronn. Die Delegierten nominierten den 58-jährigen Landes- und Kommunalpolitiker am Freitag mit großer Mehrheit und stellten ihm wie schon bei den beiden Landtagswahlen zuvor Tanja Sagasser-Beil als Zweitkandidatin zur Seite.

Email

Rainer Hinderer, Zweitkandidatin Tanja Sagasser-Beil: Die SPD setzt im Wahlkreis Heilbronn auf dasselbe Tandem wie schon bei den Landtagswahlen zuvor.

Foto: Hettich

"Es wird ein Kraftakt", sagte Hinderer bei der Versammlung in der Neckarhalle Neckargartach. Der Wahlkreis, zu dem neben Heilbronn auch Flein, Leingarten, Nordheim und Talheim gehören, sei schwierig. Bei der Wahl 2016 holte Hinderer, der auch der SPD-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat vorsteht, hier zwar 15 Prozent und damit mehr als seine mit landesweit 12,7 Prozent schwer gebeutelte Partei.

Hinderer holte 2016 das Zweitmandat

Es reichte letztlich zum Zweitmandat, im Wahlkreis allerdings nur zu Platz vier hinter Grünnen, CDU und AfD. Für die Union wird diesmal im Wahlkreis Landesinnenminister Thomas Strobl kandidieren. Trotzdem machte Hinderer klar: "Wir wollen mehr." Wieder Teil der Landesregierung zu werden, müsse das Ziel sein, unterstrich der 58-Jährige, der vor den 46 Delegierten seine Vorstellungen einer "solidarischen Nach-Corona-Gesellschaft" skizzierte. Dazu gehört für den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ein Gesundheitssystem, "das nicht weiter privatisiert werden darf", eine Bürgerversicherung, ein handlungsfähiger, starker Staat und "Respekt vor den Institutionen".

Die Sozialdemokraten seien "die Staatspartei" und jene Kraft, die in der Großen Koalition in Berlin Deutschland maßgeblich durch die Corona-Krise führe. Grün-Schwarz in Baden-Württemberg stellte Hinderer ein schlechtes Zeugnis aus. "Das Land vernachlässigt die Kommunen." Seit 2011 ist Hinderer im Landtag, er ist auch Fraktionssprecher für Kommunal- und Kirchenpolitik sowie Vorsitzender des Sozialausschusses. Dass es erneut klappt mit dem Sprung nach Stuttgart, daran zweifelt er nicht. "Wir brauchen ein Quäntchen Glück für den Wahlkreis", so Hinderer, der bei drei Enthaltungen 42 von 45 Delegiertenstimmen bekam.

SPD-Landeschef bei Nominierungsversammlung

Als "fleißigen, verlässlichen und kompetenten Partner" würdigte der SPD-Landesvorsitzende und Fraktionschef Andreas Stoch den Heilbronner Kandidaten. Der Landesregierung attestierte er Versäumnisse etwa in der Bildungspolitik oder im Umgang mit den Kommunen. "Wir müssen den Anspruch formulieren, dass wir in der Landesregierung dabei sind", gab er als Losung für den Wahlkampf aus.

Auch Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel und der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic sicherten ihrem Parteifreund Hinderer in Grußworten ihre Unterstützung zu. Tanja Sagasser-Beil, die Klimaschutz, Kommunalpolitik, Bildung und Betreuung als Schwerpunktthemen vorstellte, wurde bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen zur Zweitkandidatin Hinderers gewählt.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

Kommentar hinzufügen