Heilbronner Volksfest ist noch nicht abgesagt

Heilbronn  Während in Bayern die großen Volkfeste am Montag offiziell abgesagt wurden, ist für das Heilbronner Volksfest noch keine Entscheidung gefallen. Sofern es stattfinden kann, gibt es zwei denkbare Varianten.

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Im vergangenen Jahr musste das Heilbronner Volksfest wegen Corona abgesagt werden. In diesem Jahr ist im Festkalender der Heilbronn Marketing GmbH (HMG) als Termin nach wie vor Freitag, 9. Juli, bis Sonntag, 18. Juli, vermerkt, also ein um drei Wochen früherer Zeitpunkt als in den Vorjahren. Ursprünglich hatte man sich außerhalb der Sommerferien mehr Besucher als die zuletzt rund 200.000 erhofft. Doch wegen Corona ist alles anders.

Noch ist nichts entschieden und nichts abgeblasen. Man sei in ständigem Kontakt mit Festwirt Karl Maier, erklärt Steffen Schoch als Chef der Heilbronn Marketing GmbH (HMG). Zuletzt habe man sich letzte Woche darauf verständigt, den größten Rummel der Region „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusagen“. Die Verträge der Firma Göckelesmaier, die das Fest komplett organisiert, mit rund 100 Schaustellern hätten nach wie vor Gültigkeit.

Womöglich ohne großes Festzelt

Im Prinzip halte man sich zwei Optionen offen: „Ein Volksfest mit großem Festzelt oder eines ohne Zelt, aber mit Schaustellern, Biergarten und Imbissbetrieben“, erklärt Schoch. Selbstverständlich müssten bei beiden Varianten strenge Hygieneregeln gelten – bis hin zu Einlasskontrollen auf einer dann komplett umzäunten Theresienwiese, was rein organisatorisch aber kein Problem wäre, sagt Schoch. „Wir sind kein Münchner Oktoberfest und auch kein Cannstatter Wasen, wo sich Millionen von Besuchern aus aller Welt drängeln.“

Letztendlich hänge die Entscheidung von den im Juli geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ab, sagt der HMG-Chef. Bisher seien Großveranstaltungen bekanntlich nicht möglich, gleichzeitig gebe es aber auch noch keine Aussagen zu Volksfesten oder ähnlichem. Die nächste Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ist für Mitte Mai angesagt, die Regelungen des Infektionsschutzgesetz des Bundes haben eine Laufzeit bis 30. Juni. Gleichzeitig hofft Schoch, das ein am Freitag bei einer Stimme-Videokonferenz von Oberbürgermeister Harry Mergel ins Spiel gebrachte Szenario greifen könnte: Nämlich möglicherweise ab Juni Gaststätten zu öffnen und Veranstaltungen möglich zu machen: abhängig von Inzidenzwerten, Impfquote und Tests.

Zur Not auch mit normalem Bier

Die HMG wäre theoretisch sogar zu „finanziellen Kompromissen“ bereit und die mit Göckelesmaier vertraglich vereinbarte Pacht für den Festplatz nicht in vollem Umfang einzufordern. „Daran soll es nicht scheitern“, betont Schoch. Scheitern  sollte das Volksfest auch nicht an der Bier-Frage. Traditionell liefert Haller Löwenbräu jedes Jahr ein spezielles Festbier, das eigentlich dieser Tage eingebraut werden sollte, wie Brauereichef Peter Theilacker weiß. „Zur Not“, so sind sich Festwirt, HMG, Brauerei und wohl auch potenzielle Festgäste einig, „tut es auch ein ganz normales Bier“.


Kilian Krauth

Kilian Krauth

Autor

Kilian Krauth kümmert sich um die Heilbronner Kommunalpolitik, um historische und kirchliche Themen sowie um den Weinbau der Region und weit darüber hinaus.

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