Das Shoppinghaus an der Allee wird in diesem Jahr 50 Jahre alt

Heilbronn  Am Heilbronner Shoppinghaus scheiden sich seit Jahren die Geister. Schön fanden im Laufe der Jahrzehnte die wenigsten Heilbronner das Wahrzeichen an der Allee, das 1971 eingeweiht wurde. Es ist das zweithöchste Gebäude der Stadt.

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In Beton gegossen: Das Heilbronner Shoppinghaus inmitten der Heilbronner Allee.

Foto: Andreas Veigel

Für viele war das offizielle Eröffnungsdatum exakt zum Faschingsauftakt am 11. November um 11.11 Uhr dann auch ein zweifelhaftes Omen. Das Wort vom Faschingsscherz machte schnell die Runde. Das Hochhaus, das in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, sollte ein großes Einkaufszentrum im Herzen der Stadt werden, mit Dienstleistern, Modegeschäften, Lebensmittelhändler, Büros und Arztpraxen.

Im Jubiläumsjahr heute ist vom erhofften Einkaufsflair im 60 Meter hohen Gebäude an der Allee 40 wenig zu spüren. Auch zu einem Publikumsmagneten ist das 25 Millionen Mark teure Projekt, das auf dem traditionsreichen Grundstück der ehemaligen Vereinsdruckerei erbaut wurde, nie geworden.

Zahlreiche Teileigentümer

Heute dominieren in dem Bau mit einer Nutzungsfläche von 13 500 Quadratmetern und einer Tiefgarage mit knapp 200 Stellplätzen, das das Heilbronner Wohnungsbauunternehmen Ensle gebaut und an zahlreiche Teileigentümer verkauft hat, Arztpraxen, Rechtsanwaltsbüros, Wohnungen, ein Hotel und seit Jahrzehnten das Heilbronner Studio des Südwestrundfunks (SWR).

Im Erdgeschoss residieren eine Spielhalle, eine Shisha-Bar und eine Table-Dance-Bar. Dabei ist das Shoppinghaus ein typisches Kind der 1970er Jahre. Es besteht entlang der Allee aus einem langen Querbau und dem darüberstehenden Hochhaus, das quer zur Straße steht. Der Bau ist das zweithöchste Gebäude der Stadt neben dem Kiliansturm.

"Diese Komposition wurde zu dieser Zeit in vielen Städten der Republik gebaut. Das stehende Element vermittelt den Charme der Großstadt, das liegende bildet die Verankerung vor Ort", erläutert Dr. Christoph Böhmer, Leiter des Planungs- und Baurechtsamts der Stadt Heilbronn, die Idee, die hinter der Architektur steckt.

Vom vermeintlichen Charme der damaligen Zeit ist heute allerdings nur wenig geblieben. Auch die Fluktuation bei den Mietern war in den Jahrzehnten immer relativ hoch. Geblieben ist dagegen zumindest in den oberen Stockwerken über all die Jahre hinweg der gigantische Blick über die Stadt Heilbronn.

 


Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Dezember 2020 in der Stadtredaktion der Heilbronner Stimme. Zuvor arbeitete der ehemalige Radioreporter und Magazinmacher ab Februar 2015 in der Hohenloher Zeitung und berichtete vor allem über Künzelsau und Umgebung. In der Stadtredaktion berichtet Zimmermann vor allem über Handel, Gastronomie, Stadtpolitik und Gerichtsverhandlungen.

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