Heilbronner Schulen bekommen mehr als 3000 Notebooks und Tablets

Heilbronn  Schüler, die nur telefonisch erreichbar sind, Materialien, die via Post versandt werden müssen. Nur allzu gut erinnern sich Schüler und Lehrer an die Lockdown-Tage im Frühjahr. Szenen wie diese sollen sich nicht wiederholen: 35 städtische Schulen erhalten deshalb digitale Geräte im Wert von mehr als 1,6 Millionen Euro.

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Die Siebtklässler Mira, Emin, Jason und Daniel waren über die neuen Geräte ebenso glücklich wie Karin Schüttler, Agnes Christner und Petra Dohrs (v. l.). Foto: Ralf Seidel

Den dritten Schritt vor dem ersten zu gehen, war in diesem Fall genau die richtige Entscheidung. Darüber war man sich in der Pestalozzischule umgehend einig. 56 neue iPads durfte Petra Dohrs, die kommissarische Schulleiterin der Förderschule, am Montagmittag von Bürgermeisterin Agnes Christner und Schul-, Kultur- und Sportamtsleiterin Karin Schüttler entgegennehmen und war darüber sichtlich erfreut: "Es ist wunderbar für uns, dass wir mit den Geräten nun fast die Hälfte aller Schüler ausrüsten können. Und dass jedes Kind die gleichen Voraussetzungen hat, ist für uns alle ein riesiger Vorteil."

Nicht nur bei der Schulleiterin waren die Lockdown-Tage aus dem Frühjahr noch allzu präsent. Viele Schüler waren - wenn überhaupt - nur telefonisch zu erreichen, Unterrichtsmaterialien mussten postalisch versandt werden und eine Leistungskontrolle war ebenfalls nur schwerlich zu gewährleisten.

Stadt Heilbronn investiert Millionenbetrag in die mobile Digitalisierung

Der sehr hohe Prozentsatz sozial benachteiligter Schüler hatte zudem zu großen Ungleichheiten bei der vorhandenen technischen Ausstattung geführt. "Ich denke, wir sind im Falle eines weiteren Lockdowns jetzt deutlich besser gerüstet", zeigte sich Petra Dohrs daher nach der Übergabe optimistisch.

Insgesamt hatte die Stadt aus Landes- und Bundesmitteln des "DigitalPakts Schule" 1,64 Millionen Euro erhalten und damit nun 3022 Endgeräte bestellt, darunter 2676 Tablets und 346 Notebooks. Für 100.000 Euro werden zudem noch Zubehör und Kameras für Videokonferenzen hinzukommen. "Wir gehen im Grunde gerade den dritten Schritt vor dem ersten", skizzierte Karin Schüttler den schulischen Digitalisierungsprozess. Den Breitbandausbau und eine angemessene innerschulische digitale Ausstattung voranzutreiben seien weiterhin wichtige Aufgaben, doch der Corona-Lockdown habe gezeigt, wie wichtig zugleich mobiles technisches Equipment sei.

Auch die 34 anderen städtischen Schulen werden dieser Tage, ihrer Schülerzahl und deren Sozialdaten entsprechend, digital aufgerüstet. Nach einem Jahr, in dem den Bildungseinrichtungen die Geräte offiziell nur leihweise zur Verfügung gestellt werden, gehen sie fest in den jeweiligen Schulbestand über.

"Wir freuen uns wirklich, dass wir die Bundes- und Landesmittel nutzen konnten, und dass die Geräte so schnell an den Schulen angekommen sind", sagte Bürgermeisterin Agnes Christner. Wenn man sehe, wie selbstverständlich die Schüler mit den neuen Geräten umgingen, sei das sicherlich eine gute Investition in Zukunft und Digitalisierung.

An der Pestalozzischule stehen jetzt iPad-Schulungen auf dem Stundenplan

Das sahen auch Mira, Emin, Jason und Daniel so. Die vier Siebtklässler durften die neuen Tablets stellvertretend für die Schülerschaft als erstes testen. "So ein iPad ist schon genial", urteilte der 13-jährige Emin schnell. Auch dass die Lehrer jetzt besser Rückmeldungen geben könnten, sei eine große Hilfe, befand Daniel. In den nächsten Wochen stehen nun erst einmal digitale Schulungen auf dem Stundenplan.


Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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