Heilbronn im Herbst: Arbeit und Erholung liegen nah beieinander

Heilbronn  Während der Oktober im Umland für malerische Motive sorgt, hält er das Betriebsamt in der Stadt auf Trab. Bis zu 1500 Tonnen Laub müssen dort beseitigt werden. In den umliegenden Naherholungsgebieten genießt man unterdessen die Herbstidylle.

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Wald, Wein und Wiesen: Beim Blick von der Jägerhausstraße offenbart sich dem Betrachter in diesen Tagen ein farbenfrohes Herbstpanorama.

Heilbronn in der dritten Jahreszeit, das ist Jahr für Jahr ein farbenfroher Anblick. Besonders die zahlreichen Naherholungsgebiete bieten im Herbst rund um die Stadt reihenweise Postkartenmotive. Doch während das für die einen einen zugewinn von Lebensqualität verspricht, bringt der Herbst andernorts vor allem eine Menge Arbeit mit sich.

Zur ersten Gruppe gehört definitiv Brigitte Vrana. Sie sei vor allem wegen Rübe hier, sagt sie beim Betreten der grünen Weite der Waldheide. Rübe, das ist ihr Hund. Ein Terrier-Mischling, der hastig hinter einem kleinen Ball herjagt. "Das hier ist eines der wenigen Gebiete in der Umgebung, in der der Hund ohne Leine unterwegs sein darf", sagt Vrana, die dank Rübe häufig in der Gegend unterwegs ist. Hin und wieder auch rund um den Gaffenberg oder im Köpfertal.

Thomas Baumann durchquert mit seinen zwei Vierbeinern ebenfalls die Waldheide. "Ich bin froh, dass es so ein Gebiet in der Nähe gibt." Wo in der Vergangenheit noch Pershing-Raketen standen, lädt heute die Natur zur Freizeitgestaltung ein. Auch das ist Lebensqualität.

Farbenfrohe Perspektiven zwischen Waldheide und Trappenseeschlösschen

Geht man von der Waldheide nach Norden bergab, steht man bald auf dem Walderlebnispfad am Jägerhaus. Volle Mülleimer zeugen dort noch von der Rührigkeit des vergangenen Wochenendes. Zum Wochenstart ist es nun eher ruhig: Leere Wanderparkplätze und eine Gaststätte mit montäglichem Ruhetag prägen das Bild. Abseits der Straße herrscht hingegen rege Betriebsamkeit: Vögel zwitschern, im Unterholz raschelt es, Blätter tanzen im Wind und Eichhörnchen queren flink den Waldweg - es ist so etwas wie der Inbegriff der Herbstidylle.

Beim Weg weiter hinunter zum Trappenseeschlösschen offenbart sich schließlich die ganze Farbenvielfalt eines Oktobertages: Grüne Wiesen, rot-braune Bäume, gelb-grüne Weinberge, dazu im Tal die vornehmlich weiße Wohnbebauung der Käthchenstadt.

Arbeit und Erholung liegen im Herbst nah beieinander

Das Gebiet rund um das Trappenseeschlösschen ist auch in den letzten Monaten des Jahres bei Sportlern und Spaziergängern beliebt.

Fotos: Mario Berger

Zu jeder Jahreszeit ein absoluter Mehrwert

Kurz vor dem Erreichen der dichter besiedelten Stadtgebiete, im Pfühlpark, geht es dann ein wenig lebendiger zu. Denn anders als in den östlicheren Stadtwäldern sind hier vermehrt Jogger und Fahrradfahrer anzutreffen. Und Familienväter. Einer von ihnen schiebt seinen Junior im Kinderwagen vor sich her. Beide sind zurzeit fast täglich in der Mittagspause im Grünen unterwegs. "Die Parks und Naherholungsgebiete sind unheimlich wichtig für die Stadt und zu jeder Jahreszeit ein absoluter Mehrwert", sagt der 48-Jährige im Gehen. Anhalten kann er nicht, schließlich ist der Nachwuchs gerade erst mühsam eingeschlafen. Schade eigentlich, denn gerade er hätte aus seinem vierrädrigen Gefährt allerbeste Sicht auf die herbstlich-bunten Baumkronen.

Laubentsorgung erfordert Koordination

Doch Heilbronn im Herbst, das bedeutet Jahr für Jahr nicht nur Erholung, sondern auch reichlich Arbeit. Und Laub. Viel Laub. Zwischen 1300 und 1500 Tonnen sind es normalerweise, die ab Mitte Oktober eingesammelt werden müssen.

Dabei ist Teamwork gefragt, denn bis die Blätter im letzten Schritt kompostiert werden können, sind drei eigenständige Partner involviert: Gärtner, Logistiker und ein privatwirtschaftlicher Entsorger. "Jede Bezirksgärtnergruppe stimmt sich mit der Logistikgruppe, die die Spezialmaschinen vorhält, ab", erklärt Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell. Bestenfalls wird das zusammengesammelte Laub dann noch am gleichen Tag von der Logistikgruppe abgeholt und anschließend von einem privaten Anbieter zur Kompostierung abtransportiert.

Bis in den Januar hinein dauert diese Zusammenarbeit. Danach erfordert der Schnee andere Maßnahmen - und sorgt seinerseits für neue Postkartenmotive. Allerdings weit weniger farbenfroh.

 

Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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