Traum vom Vereinsheim rückt für Heilbronner Ruderschwaben näher

Heilbronn  Der Heilbronner Gemeinderat hat einstimmig den Bebauungsplan für ein neues Vereinsheim der Rudergesellschaft Schwaben gebilligt. 2022 soll das Vereinsheim mit Bootshaus in der Neckarhalde fertig sein.

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Im südwestlichen Bereich der Neckarhalde errichten die Ruderschwaben einen Neubau mit Bootshaus. Einweihung soll Ende 2022 sein.

Foto: Ralf Seidel

Gemeinsam rudern, im gleichen Takt mit Kraft und Ausdauer - dieser Leitgedanke war in den vergangenen Jahren für die Heilbronner Rudergesellschaft "Schwaben" (HRS) der Schlüssel zum Erfolg. Auch jetzt wieder.

Der Gemeinderat der Stadt beschloss jetzt einstimmig die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, damit sich der 1879 gegründete Sportverein seinen Traum erfüllen kann: Auf einem 4692 Quadratmeter großen Teilbereich des Freibads Neckarhalde realisiert der Traditionsverein den Bau eines neuen Vereinsheims mit Bootshaus. Baubeginn soll nach der Freibadsaison 2021 sein, Fertigstellung und Umzug ist für Dezember 2022 geplant. Die bisherigen Immobilien an der Badstraße 48 und 50 werden verkauft.

Der Neubau wird rund vier Millionen Euro kosten

Rund vier Millionen Euro soll das Projekt kosten. Vorgesehen ist der Bau eines eingeschossigen, etwa 7,50 Meter hohen Gebäudes mit sämtlichen für den Vereins- und Trainingsbetrieb notwendigen Räumlichkeiten wie Werkstatt, Bootshalle, Kraft- und Gymnastikräumen, Büro und Lager. Eine Holzfassade soll das Gebäude mit dem polygonalen Grundriss in die umgebende Parklandschaft einbinden. Die etwa 750 Quadratmeter umfassende integrierte Bootshalle ist nach Norden offen, um die Boote auf kurzem Weg direkt über den öffentlichen Fuß- und Radweg zur geplanten Slipanlage am Neckarufer befördern zu können.

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Die Erschließung des Grundstücks, der gelegentliche Bootstransport und der Ladeverkehr werden von Süden über die Straße "Neckarhalde" abgewickelt. Die neun geplanten Stellplätze sind innerhalb der nicht überbaubaren Grundstücksflächen nur auf den dafür vorgesehenen Flächen zulässig. Weitere öffentliche Stellplätze befinden sich am Ende der Zufahrt zum Wertwiesenpark.

Artenschutz war kein Thema

Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, planungsrelevante Käferarten und Schmetterlinge wurden nach Untersuchungen des städtischen Planungs- und Baurechtsamts nicht angetroffen. Essentielle Habitatstrukturen für die genannten Arten seien nicht vorhanden, heißt es.

Durchweg lobende Worte fanden die Sprecher der Fraktionen für die von der Rudergesellschaft vorgelegte Planung. "Der Entwurf verspricht, dass sich das neue Vereinsheim zwischen dem Wassersportzentrum der TSG Heilbronn und dem Freibad Neckarhalde städtebaulich wunderbar einfügen wird", sagte CDU-Stadtrat Albrecht Merkt.

Rückenwind für die Ruderschwaben

Fuß- und Radweg kann zum Problem werden

Der stark frequentierte Fuß- und Radweg am Neckarufer, den die Ruderer mit ihren Booten queren müssen, um zum Neckar zu kommen, stellt für Holger Kimmerle (Grüne) ein Problem dar. Er regte deshalb eine Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern an. Wichtig ist ihm auch, dass im Freibad Neckarhalde das durch den HRS-Neubau wegfallende Beachvolleyballfeld im Gelände ersetzt wird.

Die Sorge, dass durch den Ruderschwaben-Neubau der Freibadbetrieb eingeschränkt wird, zerstreute Marianne Kugler-Wendt (SPD): "Es bleibt mehr als ausreichend Fläche." Dirk Schwientek (AfD) appellierte ebenfalls an die Verwaltung, den Kreuzungsbereich zur Slipanlage für Sportler, Fußgänger und Radler "sicher zu gestalten". Aus Sicht von Herbert Burkhardt (Freie Wähler) ist der Neubau eine "Win-win-Situation für alle Seiten".

Das Engagement des Vereins vor allem beim Spendensammeln für das Neubauprojekt würdige FDP-Stadträtin Sylvia Dörr. Falls es beim Rad- und Fußweg im Bereich der beiden Sportvereine zu Ärger kommt, muss aus ihrem Blickwinkel "hier nachgebessert werden". "Dieser Beschluss gibt den Ruderschwaben Rückenwind", zog Oberbürgermeister Harry Mergel ein zufriedenstellendes Fazit. Der 141 Jahre alte Verein stehe jetzt vor einer guten Zukunft.

 


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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