Clubkultur Baden-Württemberg setzt sich für Perspektive der Musikclubs ein

Region  Die neu gegründete Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg will ein Sprachrohr gegenüber der Politik sein. Mit dabei sind auch viele Unterstützer aus Heilbronn.

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Um die 95 Unterstützer aus 19 Städten haben sich bei der Interessengemeinschaft bereits zusammengefunden, darunter auch das Mobilat in Heilbronn.

Foto: privat

"Den Musikclubs fehlt wegen Corona die langfristige Perspektive. Diese muss man gemeinsam schaffen. Man muss eine Strategie entwickeln und so die Zusammenarbeit stärken", sagt Steffen Herbrik. Der 32-Jährige aus Stuttgart ist einer der Initiatoren der neu gegründeten Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg.

95 Unterstützer aus 19 Städten haben sich bislang zusammengefunden, darunter Clubs, Musikspielstätten, Kulturzentren, Veranstalter, Künstler, Musiker, DJs, Festivals und Labels. "Man muss den Begriff Clubkultur ein bisschen ausweiten in Richtung Subkultur", sagt Herbrik. Aus Heilbronn sind bislang unter anderem das Creme 21, die Laube, die Zigarre, das Plan B, das Waldhaus, die Musikcafebar Data 77112, und das Mobilat dabei.

Die Gemeinschaft sieht sich als landesweiten Ansprechpartner

"Für die Clubkultur gibt es auf Landesebene gegenüber der Politik bislang kein geeintes Sprachrohr. So etwas gibt es nur in einzelnen Städten." Entstanden ist das Projekt aus der United We Stream-Bewegung, dem weltweiten Live-Streaming-Angebot verschiedener Kulturschaffender, das sich als Reaktion auf die Schließung aller Veranstaltungsstätten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie entwickelte.

"Die meisten Probleme der Clubs gab es auch schon vor Corona", sagt Steffen Herbrik. "Wichtig ist uns das Thema Kulturraumschutz." Durch steigenden Bodenwert aufgrund der Wohnraumnutzung der Grundstücke würden die Clubs immer stärker aus den ehemaligen Randgebieten verdrängt. "Es braucht deshalb dringend frühestmögliche planungsrechtliche Schritte innerhalb der Städte und Kommunen, die die Kulturorte aktiv mit in die Stadtplanung mit einbeziehen", sagt Herbrik.

Des Weiteren sieht sich die Interessengemeinschaft als landesweiten Ansprechpartner für die Politik, fordert einen eigenen Haushaltsposten für Clubs und Spielstätten, ein landesweites Programm für Gesundheitsschutz und Sicherheit im Nachtleben und ein Corona-Programm. Dies sieht Hilfsprogramme wie auch eine breite Förderung im finanziellen und strukturellen Bereich nach der Pandemie vor.

Mehr zum Thema

www.clubkultur-bw.de

Für die Landtagswahl wurde ein Fragenkatalog an Parteien verschickt

Wie es jetzt weitergeht? Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März hat die Gemeinschaft Wahlprüfsteine an alle Parteien verschickt, einen Fragenkatalog, der nach den konkreten Positionen zum Thema Nachtleben und Clubkultur fragt. "Wie werden die Antworten anschließend veröffentlichen. Wir wollen das Thema bei der Politik auf die Agenda setzen, aber auch das Feedback an die Wähler zurückspielen", so Herbrik. Nach den Wahlen soll die Interessengemeinschaft dann feste Strukturen bekommen und zu einem Verein werden.

 


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Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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