Wiese beim Alten Friedhof liegt seit Jahren brach, jetzt rückt Bebauung näher

Heilbronn  Mitten in Heilbronn, zwischen Gartenstraße und Altem Friedhof, gibt es eine unscheinbare Wiese, die seit Jahren brach liegt. Nicht nur Nachbarn wundern sich, dass sich auf dem Grundstück in bester Innenstadt-Lage jahrelang nichts getan hat.

Am Alten Friedhof bewegt sich was

Die Luftaufnahme zeigt rechts den Alten Friedhof, links die Gartenstraße, dazwischen liegt eine Wiese (Bildmitte), die bebaut werden soll.

Foto: Werner Kuhnle

Von der Öffentlichkeit wird der Flecken kaum wahrgenommen. Schließlich ist er von einer hohen Mauer umfangen. Auch das Holztor am angrenzenden Frauenweg ist verschlossen. Zudem laden Stacheldraht, besprühte Mauern und ein schäbiges Nachbargebäude nicht gerade zum Verweilen ein.

Mitten in Heilbronn, genauer gesagt zwischen Gartenstraße und Altem Friedhof, gibt es eine unscheinbare Wiese, die seit Jahren brach liegt. Der Baumbestand hält sich in Grenzen. Überwucherte Bodenplatten lassen vermuten, dass das Areal früher gärtnerisch genutzt wurde.

Ein Grundstück in bester Innenstadt-Lage

Wie ein Nachbar sagt, habe er hier nur ab und zu "einen gesehen, der das Gras mäht, sonst weiß ich nichts". Ähnlich äußert sich Jan Schwarting, der Geschäftsführer des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg, der sich zusammen mit dem Verband Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer in direkter Nachbarschaft an der Gartenstraße 54 ein schmuckes Gebäude teilt und als Geschäftsstelle nutzt.

"Das Nachbargrundstück gehört uns nicht und wir nutzen es auch nicht. Nur ab und zu taucht ein Gärtner auf. Der Besitzer ist uns nicht bekannt." Schwarting hat sich auch schon oft gewundert, dass das Grundstück in bester Innenstadt-Lage brach liegt. Aber das dürfte sich über kurz oder lang ändern.

Dem Flächenverbrauch entgegenwirken

Im Gemeinderat kam bereits ein Bebauungsplan auf den Tisch, der eine antiquierte Ortsbausatzung von 1939 aufhebt und den Weg für die Bebauung des 20 Ar großes Flurstücks ebnet. Das Baudezernat zeigt sich in einer Ratsvorlage aufgeschlossen, weil "die Aufsiedlung innerörtlicher und bereits erschlossener Flächen dem Flächenverbrauch außerhalb der bebauten Siedlungsflächen entgegenwirkt".

Gleichzeitig verweist die Behörde auf den angrenzenden Alten Friedhof, der wegen seiner historischen Bedeutung und seines Baumbestandes ein Natur- und Kulturdenkmal der "höchsten Schutzstufe" sei. Jede Art der Neubebauung müsse darauf Rücksicht nehmen. Unter diesen Voraussetzungen sei eine zweigeschossige Bebauung mit maximal zwei Einzelhäusern oder einem Doppelhaus möglich. Wie die Gebäudehöhe müsse sich auch die Dachform an der Umgebung orientieren. Zur denkmalgeschützten Friedhofsmauer und zur östlichen Grundstücksgrenze muss ein Abstand von mindestens sieben Metern eingehalten werden.

Bäume müssen stehen bleiben

Am Alten Friedhof bewegt sich was

Südlich dieser Mauer am Frauenweg liegt eine 20 Ar große Wiese. Der Namen Frauenweg leitet sich vom ehemaligen Karmeliter-Frauenkloster ab.

Foto: Mario Berger

Die Verkehrserschließung soll nicht über den Frauenweg laufen, der weiterhin als Fußweg dient und nur etwas erweitert wird, sondern über die Steubenstraße von der Weinsberger Straße her. Der üppige Baumbestand im Süden des Grundstücks muss erhalten bleiben, außerdem soll die "ökologische Werterhaltung" trotz Versiegelung durch passende Maßnahmen gesichert werden.

Ein besonderer Artenschutz bezüglich Vögeln und Fledermäusen sei laut Gutachten bislang nicht notwendig.

 

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